Sponsoring, Corporate, Liveindustrie
Doch nicht nur die HUG-Unternehmensgruppe weiß, worum es wirklich geht
(nämlich nicht um Kultur, sondern zuvörderst um Sponsoring und Profite). In
Münster hat sich Anfang 2015 eine „Translate Entertainment GmbH“ gegründet, die
„Programmplanung, Beratung,
Künstlerbuchung und Organisation zum Beispiel für Corporate Events, Incentives,
Galas und Stadtfeste“ sowie „inhaltliche
und unternehmerische Konzeptionen für Veranstaltungen abseits vom
traditionellen Konzertgeschäft" anbietet.
Leute, die solche Firmen gründen, sprechen amtliches...
Otis Clay R.I.P.!
Was ist nur mit diesem Land los? Mit der Musikkritik, all den
Feuilletons hierzulande? Otis Clay, einer der größten Soulsänger aller Zeiten
und mithin einer der größten Musiker überhaupt ist gestorben, und den deutschen
Feuilletons und Musikzeitschriften, die derzeit über jede Sekunde aus dem Leben
des David Bowie zu berichten scheinen, ist es keine Zeile wert. Peinlich.
Reinhard Jellen hat einen bemerkenswerten Nachruf in der heutigen "Jungen
Welt" geschrieben mit dem schönen Titel "Wucht und Würde - den Sisyphusstein des
unglücklich Verliebtseins...
Fabian Hinrichs über Plattensammlungen von Bauarbeitern und deutschen Feuilletonchefs
„Jeder englische
Bauarbeiter hat eine bessere Plattensammlung als ein deutscher Feuilletonchef.“Fabian Hinrichs in „Tip Berlin“
Volksbühne, München, Schumanns
Aber Berlin wird schon auch noch München, Sie werden sehen. Wie aus
gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, soll die Bewirtung in der
Berliner „Volksbühne“, also jenem Haus, das seinerzeit durch
„Arbeitergroschen“, also Spenden von Proletariern und eindachen Leuten entstand
und derzeit von zeitgenössischen sozialdemokratischen Politikern in eine
„Volksbühne de luxe“ unter Dercons Ägide umgewandelt wird, vom Münchner Charles
Schumann übernommen werden, der mit seiner Bar „Schumann’s“ in der Stadt der
Reichen und Schönen einige...
Volksbühne: Pressekonferenz Dercon
Während über das Konzept von Chris Dercon für die Volksbühne, die er
künftig leiten wird, eher wenig bekannt ist. Eigentlich nur heiße Luft und
Zahlen.Heiße Luft: „Die neu zu
entwickelnde digitale Bühne Terminal Plus ist ein Projekt von hohem
Qualitätsanspruch und internationaler Strahlkraft.“ So Berlins Regierender
Bürgermeister und Kultursenator Müller in seiner Antwort auf einen
Berichtsauftrag des Parlaments. Kosten für diese heiße Luft: 500.000 Euro.„Weitere Mehraufwendungen werden erforderlich im Bereich Sponsoring
& Development sowie für...
Volksbühne, Dercon, Staatsfernsehen, Tatort
Andrerseits, wer Vorbereitungskosten der künftigen Volksbühnen-Intendanz
von Chris Dercon in Höhe von 2,98 Millionen Euro ausgeben kann, dem sind auch
800.000 Euro für Til Schweigers Tatort nur billig.
Der Tatort „Off Duty“ mit Tilman Valentin Schweiger kommt am 4.Februar in die,
ja: Kinos! Keine Ahnung, warum das deutsche Staatsfernsehen nun meint, seinen
Tatort ins Kino bringen zu müssen – als ob es nicht schlimm genug wäre, daß der
Schweiger-Schmarrn sonntags auf ARD läuft. Was der Tatort pro Folge kostet,
bleibt natürlich geheim, wir dürfen...
Womex 2015: Curation
Auf der Womex in Budapest gab es eine Session mit dem schönen Titel „Why Curation Will Save the Music Industry –
The Power of Guidance in the Era of Algorithms“.
Und wer waren die Referenten? WDR-Funkhaus Europa-Chef Francis Gay und die
Chefin des Lollapalooza-Festivals Berlin. Also ausgerechnet jenes Festivals,
das so ziemlich das mainstreamigste und langweilste Konzertprogramm aller
deutschen Festivals im abgelaufenen Jahr aufzuweisen hatte. Ganz so, wie man
sich ein zum weltgrößten Konzert-Konzern Live Nation gehörendes Festival eben
vorstellt,...
Oxfam: 62 reichste Menschen besitzen soviel wie ärmere Hälfte der Erdbevölkerung
Laut Oxfam-Studie besitzen
die 62 reichsten Menschen der Erde so viel wie die ärmere Hälfte der
Weltbevölkerung. Egal, wie man Einzelheiten dieser Studie bewerten mag, aber
der Trend ist klar. Genau so, wie die gerade veröffentlichte Zahl, wonach die
oberen zehn Prozent in der Bundesrepublik Deutschland laut Zahlen des
Bundessozialministeriums 52 Prozent des hiesigen Vermögens besitzen (laut
„SPON“). Im Jahr 1998 seien das noch 45,1 Prozent gewesen.Die Begründung für diesen
untragbaren Zustand ist hier wie da sehr einfach: „Die unzureichende...
Süddeutsche, Rassismus, Flüchtlinge
In der sich aus unerfindlichen Gründen als „linksliberal“ gerierenden
„Süddeutschen Zeitung“ wurde diesen Monat eine rassistische und sexistische Titelgrafik abgedruckt, die
sich auf die „Kölner Vorfälle“ bezog. Danach ruderte die Redaktion der Zeitung zurück. Sei alles nicht so
gemeint gewesen. Nicht der untertitelnde Satz „Viele junge Muslime können nicht entspannt dem anderen Geschlecht
begegnen“. Und auch nicht die Illustration, die, wie SZ-Chefredakteur Wolfgang
Krach zugab, stereotype Bilder vom „schwarzen
Mann“ bediene, der einen „weißen
...
Altrocker Helmt Schmidt
Bereits am 30.12.2015 konnte man im Qualitätsfeuilleton der
„Süddeutschen Zeitung“ diesen bemerkenswerten Satz lesen (danke an Franz
Dobler, der auf seinem sowieso immer lesenswerten Blog darauf hingewiesen hat):
Im Nachruf auf Lemmy Kilmister beklagt der SZ-Autor, daß die großen
alten Rockmusiker alle abgetreten bzw. am Abtreten sind: „...David Bowie ist nur noch als Geist da. Bob Dylan krächzt je nach
Form auf dem letzten oder vorletzten Loch. Lou Reed ist tot. J.J. Cale ist tot.
Helmut Schmidt ist tot. Joe Cocker ist tot. Lemmy Kilmister jetzt auch...
SZ, Dudamel und Bolivar
Allerdings, darauf sollte man Gremliza noch hinweisen, hat die
„Süddeutsche Zeitung“ wahrlich anderes, Wichtigeres zu tun als sich um solche
Belanglosigkeiten zu kümmern. Erstens, siehe oben, sexistische und rassistische
Grafiken auf ihrer Titelseite zu publizieren. Und zweitens, sich im Feuilleton
um die Menschenrechte in Venezuela zu kümmern. Ihr Musikkritiker
Reinhard Brembeck beobachtet es jedenfalls mit Unbehagen, daß sich der derzeit
mit dem Simón Bolívar Symphony
Orchestra durch Deutschland tourende Dirigent Gustavo Dudamel zu den...
Deutscher Pop 2015 und der kulturelle Medienmainstream
Und da
haben wir noch nicht mal von Bilderbuch, der Lieblingsband der etwa 30jährigen
freien Feuilleton-Autorinnen („aber der blonde Sänger ist doch soo süß!“... und
daran habe ich jetzt nichts erfunden, damit das mal klar ist), oder von Schnipo
Schranke gesprochen, die mit Wanda zumindest den Anti-Feminismus gemein haben,
was ihnen von Altherrenmagazinen wie dem „Stern“ das Siegel „haben einen Nerv getroffen“ einbringt –
denn wer heutzutage gesellschaftliche Errungenschaften der letzten vierzig oder
fünfzig Jahre in Frage stellt, gilt als „mutig“...
Star Wars - Hampelmänner die deutschen Feuilletions sind
Ein
noch besseres Beispiel der Verschränkung des eingebetteten Kulturjournalismus
mit der freidrehenden Kulturindustrie ist das Gewese um den neuen „Star
Wars“-Film. Es gab diesmal keine Vorabvorführung für Journalisten, bis zum
weltweiten Veröffentlichungstag hat praktisch niemand den Film gesehen. Was die
deutschen Feuilletons nicht daran hinderte, seitenlang steil zu gehen. Wenn sie
nicht über den Film schreiben konnten, den sie eben noch nicht sehen durften,
ergingen sie sich eben auf vielen Seiten in Aufsätzen über Geschichte und
...
Gitarrenklänge zur Ehre Gottes - Popmusikstudium bei der Evangelischen Kirche
Gitarrenklänge
zur Ehre Gottes?Ein
neuer Studiengang soll Rock, Pop und Jazz in die evangelischen Kirchengemeinden
bringen: Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) plant einen Studiengang
für „Kirchliche Populärmusik“. Laut Bericht in der „Neuen Westfälischen“ sollen
„die christlichen Inhalte mit Rock, Pop,
Jazz und Gospel auf einem hohen musikalischen Niveau vermittelt werden“.
Diese Evangelische Pop-Akademie ist ein europaweit einmaliges Projekt.„Zwar gehört in vielen Gemeinden
Popmusik schon dazu, doch eine Ausbildung, die eine gute...
Sarah Connor & Engel
Ebenfalls
als Gastdozentin für die Evangelische Pop-Akademie infrage kommt Sarah Connor.
Die erzählte dieser Tage einem Klatschreporter, daß sie regelmäßig beim
Autofahren Engel rufe – etwa, wenn sie einen Parkplatz sucht. Wird dann ein
Parkplatz frei, „hat sicher einer von oben
geholfen“, sagte Sarah Connor der Zeitschrift „InTouch“.Könnte
natürlich auch sein, daß einfach ein anderer Autofahrer ausgeparkt hat...


