07.06.2019

Yugen Blakrok! (und zwei Sätze zum Musikjournalismus)

Den Hinweis auf eines der tollsten neuen Alben (in einer an tollen neuen Alben wahrlich nicht armen Zeit) verdanke ich Lars Brinkmann, der Yugen Blakroks „Anima Mysterium“ im aktuellen Heft von „Konkret“ völlig zu Recht als „Platte des Monats“ ausgerufen hat (es ist glaube ich schon ein paar Jahre her, daß ich an dieser Stelle mal geschrieben habe, daß ich unter den meistens nur vier Platten-Rezensionen in „Konkret“ häufig mehr interessante Alben finde als in etlichen Musikmagazinen mit ihrer Flut von Rezensionen...).

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01.04.2019

Souled American und "Unpop-Musik"

Sehr gefreut habe ich mich beim Durchblättern der aktuellen Ausgabe des „Rolling Stone“. In einer großen Titelgeschichte (auf dem Cover: Johnny Cash, passend zu seiner aktuellen Tournee sozusagen) geht es um die „50 besten Country-Alben“, und das Genre versteht das Magazin erfreulich offen, also eher „Americana“ als „Country“. Verschiedene Autor*innen haben jeweils fünf Alben ausgewählt.

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01.04.2019

Daniel Kahn "zu radikal"!

Seien Sie bitte vorsichtig, nicht zuletzt auch beim Konzertbesuch! Gerade bei und mit Musiker*innen dieser Agentur kann Ihnen so einiges passieren.
Letzte Woche erreichte mich die Mail eines Kulturamts in Baden-Württemberg, dessen Leiter nach wochenlangen Verhandlungen das von seiner Mitarbeiterin geplante Konzert von Daniel Kahn & The Painted Bird mit der Begründung abgesagt hat, Daniel Kahn sei ihm „zu extrem.“
Und ich schwöre: Das ist kein Aprilscherz.

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29.01.2019

F. J. McMahon - Spirit of the Golden Juice

Ein grundsätzlich sehr geschmackssicherer Zürcher Freund wies mich vor einiger Zeit auf einen Singer/Songwriter namens F.J. McMahon hin, von dem ich noch nicht gehört hatte. Was für eine Entdeckung! „Spirit of the Golden Juice“ ist das einzige Album McMahons, und er nahm es 1969 auf, also vor fünfzig Jahren; Mexicansummer hat die Platte 2017 in kleiner Auflage neu herausgegeben.

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29.07.2018

Wie werden wir 2050 Musik machen und hören?

Marcus Staiger, der 1997 das Indie-Label „Royal Bunker“ gegründet hat, Keimzelle der Berliner Rapszene, im Interview mit der „Berliner Zeitung“:

Wie werden wir also auch noch im Jahr 2050 wirklich Musik machen und hören?
2050 leben wir hoffentlich in einer anderen Gesellschaftsordnung, in der es Eigentum nicht mehr gibt und die kapitalistische Produktionsweise abgeschafft ist. Das hätte auch zur Folge, dass es Streamingdienste wie Deezer und Spotify nicht mehr gibt – zumindest nicht als gewinnorientiertes Unternehmen.

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14.05.2018

Netta Barzilai, ESC, BDS

Netta Barzilai gewinnt den ESC?
Das ist auf jeden Fall erfreulich – ein Gewinn für die Möglichkeiten des Andersseins, für Verschiedenheit und Individualität, für Querness und all das, was Menschsein und manchmal auch Popkultur ausmachen kann.
Vor allem aber „zero points“ für die reaktionäre, antisemitische und homophobe BDS-Organisation, die wieder einmal eine ihrer erbärmlichen und widerlichen Kampagnen gegen alles, was aus Israel kommt, startete und damit höchst erfreulich auf die dumme Nase fiel.

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26.03.2018

Ali Farka Touré

Kann man eigentlich ein Musikmagazin – wurscht, ob Print, Netz oder Glotze – ernst nehmen, das im Jahr 2017, dreißig Jahre nach Erscheinen seines ersten Albums im Westen, keinen großen Beitrag über Ali Farka Touré bringt???

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09.03.2018

Fishbach ist langweilig

Was viele Medienleute an der französischen Künstlerin Fishbach finden, bleibt rätselhaft. Eine der üblichen langweiligen Produktionen, in denen ein bißchen französischer Chanson (neuerdings: „Nouvelle Chanson“), Rock, Pop und Elektronik einigermaßen kunstvoll miteinander verbunden werden, um eine glatte und oft kitschige Melange zu erzielen, die im Starbucks-„Café“ oder im Formatradio niemanden stören und schon gar nicht wehtun wird. Beim aktuellen Stand der Produktionstechnik alles andere als ein Kunststück und so überraschend wie die Samstagabend-Sportschau.

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02.11.2017

Echo Jazz - wie das Fernsehen Musik zensiert...

Ich weiß, manche halten es für übertrieben, wenn man in solchen und ähnlichen Zusammenhängen von „Zensur“ spricht. Aber wie sonst will man Verhältnisse bezeichnen, in denen in den Ländern, die doch selbsterklärt für „Freiheit“ und „hier kann jede/r offen sagen, was er oder sie will“ einstehen, eben dies verunmöglicht wird? Natürlich ist die Repression in den kapitalistischen Staaten raffinierter, es ist nicht einfach eine von oben durchexerzierte Zensur. Das Kontrollsystem bürgerlicher Staaten geht feiner vor, die Fassade wird gewahrt, das Ergebnis ist allerdings ähnlich.

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04.09.2017

Rapper disst Hurricane "Harvey"

Toll, wie der Rapper Biggie Balls aus Houston dem Hurrikan „Harvey“, den er als „Punk Bitch“ disst, eine formidable Abreibung verpaßt, sich also direkt mit der Naturgewalt anlegt:
„You tryna be like Ugly God / Drop water all over Houston / You need to get a job / Harvey, stop flooding our city / Or I will flood your brain!“
Nachzuhören auf Soundcloud.

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