04.05.2021

Klasse Satz: Klaus Walter sagt...

„Musik, die ich verstehe, langweilt mich, Musik, die mich interessiert, verstehe ich nicht.“
(Klaus Walter)

 

04.05.2021

Wer will sich von Sigur Rós einölen lassen?

Nicht nur Klassikheinis wie Lang Lang begeben sich bereitwillig in Sponsoringwahn und Merchprodukthölle. Von Lang Lang gibt’s bekanntlich schon länger ein eigenes Parfüm – „Amazing Lang Lang FOR HER“ und „... FOR HIM“; wer unbedingt nach Lang Lang riechen möchte, bekommt für 55 Euro 30 Milliliter des Pianistendufts.
Nun haben Sigur Rós nachgezogen und eine eigene CBD-Öl-Serie entwickelt: Es gibt die Varianten „Sleep“ (die Band verspricht, „Sleep“ unterstütze „Körper und Geist, während du ins Himmlische driftest“ – mein Tip: braucht es nicht, zum Einschlafen reicht die Musik der...

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04.05.2021

ACAB

ACAB
Nein, nicht wie Sie denken, sondern, ausgeliehen bei Herrn Kuttner:
„All Curators Are Bastards!“
So isses…

 

27.04.2021

Diadochenkampf: Spotify-, Universal- und Hipgnosis-Bosse kämpfen um FC Arsenal

Das könnte noch spannend werden:
MusicBizz goes Fußball, und neue trifft auf alte Musikindustrie: Der Spotify--Erfinder & CEO Daniel Ek will den Fußballverein Arsenal London kaufen – den Lieblingsverein ausgerechnet von Universal-Boss Lucian Grainge.
Und damit nicht genug: Auch Merck Mercuriadis, der CEO des 2018 gegründeten Private Equity-Konzerns, des mittlerweile knapp zwei Milliarden schweren „Hipgnosis Songs Fund“ (siehe hier), der bereits die Weltrechte an mehr...

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03.04.2021

Meese goes Hell

„Kunstprediger“ Jonathan Meese, DJ Hell, der „strahlende Herrscher über mannigfaltige House- und Technobeats“, Jonathans Mutter Brigitte Meese und Daniel Richter haben jetzt eine Band. Kein Scherz. Buback Tonträger machts möglich.
Max Dax hat den Promotext fürs erste Album geschrieben, und das hört sich dann so an: „…ein Testament eines Zusammentreffens zweier leidenschaftlicher Künstler und einer großen Frau.“ Testament? Egal, Hauptsache klingt irgendwie toll und schwurbelig.
So kommt zusammen, was zusammengehört, oder: Dinge, die die Welt nicht braucht.
Die...

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01.04.2021

Polydor schreibt Brian Ferry 1971 einen Absagebrief...

Die gängige Narration der Tonträgerindustrie geht bekanntlich so: „Wir Musikunternehmen investieren Milliarden in die Nachwuchsförderung! Und deswegen brauchen wir ja auch Urheberrechte zig Jahrzehnte über den Tod der Musiker:innen und Auror:innen hinaus, weil sich nur so unsere gigantischen Investitionen rechnen.“
Die Realität: 1971 schickt eine unbekannte Band namens Roxy Music der deutsch-britischen Plattenfirma Polydor (heute Teil von Universal Music/Vivendi) ein Band mit aktuellen Aufnahmen, das sich die A&R-Leute und Bosse aufmerksam anhörten, jovial beurteilten, um der...

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01.12.2020

Klasse Satz: Franz Dobler sagt...

Klasse Satz (in dem Fall: Sätze…):
„Das grösste Problem für viele Kulturschaffenden scheint jetzt zu sein, dass sie in eine Lockdown-Schublade mit den Nagelstudios gesteckt wurden. Mein Problem ist das zum Glück nicht. Ich bin lieber mit den Nagelstudios in einer Schublade als mit circa 87,23 % aller Kulturschaffenden.“
(Franz Dobler)

01.12.2020

Wiedervereinigung?

Was bedeutet eigentlich dieses „wieder“ in „Wiedervereinigung“, fragte die Filmwissenschaftlerin und Autorin Angelika Nguyen bei den von Max Czollek veranstalteten „Tagen der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur“, wenn doch die Teilung nach dem Ende des deutschen Faschismus stattfand?
 

01.12.2020

Toller Popjournalismus mal wieder...

Was für ein tolles Popjournalismus-Wochenende Mitte November!
Die „taz“ quatscht ausführlich mit dem einschlägig bekannten Fruchtbonbon (das bekennt, „Singen hat was Sakrales" – ja, warum tut er's dann nicht?).
Die „Süddeutsche“ plaudert mit Abbas Björn, das „Neue Deutschland“ bespricht Black Sabbath, die „Junge Welt“ macht sich konsequent zur „alten Welt“ und bringt eine Seite ihres ohnehin nur zwei Seiten umfassenden Feuilletons mit Artikeln zu AC/DC und dem Boss (und schiebt am Montag gleich noch einen Riesenartikel über Motörhead nach; Randnotiz: die großen Artikel zu Black...

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01.12.2020

Deutsche Popmusik kann für irreperable Hirnschäden sorgen!

Naidoo, Nena, Wendler…
Obacht! Deutsche Popmusik kann für irreparable Hirnschäden sorgen!
Eltern haften für ihre Kinder.
Wann werden deutsche Plattenfirmen endlich einen „Parental Advisory“-Aufkleber auf ihre deutschen Veröffentlichungen pappen?
 

01.12.2020

Klasse Satz: Róisín Murphy sagt...

“This is a simulation, this is for demonstration.”
(Róisín Murphy)

21.09.2020

Ché Noir, Apollo Brown und der deutsche Popjournalismus

Was aber ist ein Popjournalismus wert, der zwar alle möglichen und unmöglichen Produkte der Tonträgerindustrie rauf und runter rezensiert, jedoch keine einzige Zeile und keinen Ton über eines der besten Alben des Jahres verliert, nämlich „As God Intended“ von Ché Noir und Apollo Brown?
Und das hat System – bereits das sensationelle „Sincerely, Detroit“ von Apollo Brown wurde letztes Jahr vom deutschen Popjournalismus großflächig ignoriert.

14.09.2020

Der Hl. Martin Seehofer und die Nächstenliebe

„Wir haben erreicht, daß sich zehn Länder an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Jugendlichen beteiligen. Für uns wird das eine Größenordnung zwischen 100 und 150 Jugendlichen. Das ist ein konkretes Beispiel praktizierter Nächstenliebe.“
Horst Seehofer, Bundesinnenminister (CSU)

Nächstenliebe?
Genau, so kennen wir es ja auch aus der Legende vom Hl. Martin, dem Martin von Tours: Als der einem armen, unbekleideten Mann begegnete, hat der Hl. Martin bekanntlich nicht etwa seinen Mantel mit dem Schwert getrennt und die Hälfte dem Armen gegeben, sondern er hat von...

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14.09.2020

Fröhliche Cancel Culture

Interessant ja auch, daß das selbsterklärte und von der üblichen Feuilletondebatte als solches bestätigte „Opfer“ der sogenannten „Cancel Culture“ in der Folge nach ihrem abgesagten Hamburger Auftritt mit ellenlangen Interviews, Porträts und Rezensionen in praktisch allen, aber auch wirklich praktisch allen Feuilletons, Zeitschriften und Medien dieser Republik bedacht wurde. Hier zeigt sich ein ganz neues Verständnis von „Cancel Culture“…

 

09.09.2020

"Abgehört"-Rubrik auf "Spiegel Online": Verlag hat Budget gekürzt

Falls sich jemand wundern sollte, warum die gute, kluge und wichtige Rubrik „Abgehört" bei „Spiegel Online“ (weiß schon, das Internetdingens vom Spiegel heißt nicht mehr so…) jetzt so gekürzt erscheint und es nur noch ein Album der Woche und ein paar Kurzkritiken gibt statt vier ausführlicher und gut geschriebener Rezensionen: Die Redaktion hat das Budget für Gastautor*innen gestrichen, wie ich aus gut unterrichteten Kreisen erfahren habe.
Und so wird der Raum für Popkritik hierzulande immer kleiner, und das ist verdammt übel.

 

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