31.10.2018

Plattenfirmen: Kulturabgabe für günstige Eintrittspreise!

Dieser Tage endlich mal die Dokumentation über die DDR-Plattenfirma Amiga komplett gesehen, die seit Monaten durch die Dritten Programme, 3sat und Phoenix geistert. Nicht uninteressant. Unter anderem erfuhr man, daß die VEB Schallplatten (wie der staatseigene Konzern hieß, der als einziger in der DDR Schallplatten veröffentlichen durfte) jährlich etwa 20 Millionen Schallplatten herausbrachte – alles von Ostrock über Liedermacher, Tanz- und Volksmusik bis hin zu Klassik. Und die VEB Schallplatten hatten jedes Jahr 100 Millionen Mark aus den Erlösen ihrer Schallplattenverkäufe an das...

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31.10.2018

Little Old Wine Drinker Me: Weintrinken ist jetzt Popkultur! Sagt der "Rolling Stone"...

Nicht besonders gut war allerdings der DDR-Wein. Klar, es gab ihn in Meißen und in Saale-Unstrut, aber seien wir ehrlich: wenn der Wein damals zu DDR-Zeiten nicht so eine rare Bückware gewesen wäre, hätte sich niemand drum geschert. Denn besonders toll war er nun mal nicht, kein Vergleich mit Weinen aus Franken, dem Rheingau oder von der Mosel. War nun mal so.

Heute ist das Weintrinken sogar ein Teil der Popkultur, wie ich aus einer Einladung des „Rolling Stone“ erfahre: „Deutscher Wein ist nicht nur so gut wie vielleicht noch nie, er ist auch hip und international...

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31.10.2018

Bands, Seele, Verti Hall

Bands und Musiker*innen, die in der Verti Music Hall am Mercedes-Platz in Berlin auftreten, haben die Kontrolle über ihr Leben verloren und ihre Seele verkauft – wenn sie denn jemals sowas hatten: eine Seele, ein Leben...

31.10.2018

Klasse Satz: Morgens festen Boden unter die Füße bekommen!

Sehr schöner Satz:

„Ich rede am Morgen immer nur so daher, um festen Boden unter die Füße zu bekommen. Das habe ich von Bach gelernt.“

(Jan Reichow in seinem sowieso immer lesenswerten und lehrreichen Blog; Reichow spielt darauf an, daß Bach wie jeder Barockkomponist selten ein Stück schrieb, indem er nicht zu allererst die Tonika mit einer Kadenz gefestigt hat. Auch die klassischen indischen Musiker verfahren so und etablieren erstmal den Grundton Sa)

31.10.2018

Klassik-Industrie: Light and Dark, Memory, Six Evolutions, Life, Nightfall, Blue Notebooks, Himmelsmusik

Wo finden wir diese Titel von aktuellen Alben:

Eine italienische Nacht, Light and Dark, Memory, Six Evolutions, Life, Dolce Vita, Nightfall, Elements, Islands, Bésame Mucho, Bach, Himmelsmusik, Sommernachtskonzert 2018, The Blue Notebooks?

Genau: das sind 14 der Top 20-Alben der aktuellen deutschen Klassik-Charts (ermittelt von GFK Entertainment). Und ich glaube, wenn jemand wie Seeßlen oder Theweleit darüber einen kleinen Aufsatz schreiben würde, gäbe es das einigermaßen hübsche tiefenpsychologische Einblicke in die hiesige Klassik-Tonträgerindustrie...
(in...

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31.10.2018

Klassik-Industrie: Geballter Hörgenuss zum Sonderpreis!

Und wo wir gerade dabei sind, liebe deutsche Klassik-Industrie: Im jpc-Kurier 11/2018 finde ich eine ganzseitige Anzeige „Geballter Hörgenuss zum Sonderpreis“, in dem du ein bis zwei Jahre alte Alben renommierter Ensembles verschleuderst, zum Beispiel das tolle Vivaldi-Album von Concerto Köln oder das Debussy/Préludes-Album von Friedrich Gulda, zum Preis von jeweils 8,99 €. Wie stellst du dir, liebe deutsche Klassik-Industrie, denn das Geschäft vor? Was denkst du, wer soll denn deine Produkte noch zum vollen Preis von nahezu 20 Euro kaufen, wenn du die gleichen Produkte wenig später zu...

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31.10.2018

In China darf deutsche Ministerin nur vor ausgewählten Hörern sprechen!

Hach, wie sehr ich das allzeit kompetente China-Bashing unserer Qualitätspresse liebe!
Am 23.10.2018 etwa deckt die „FAZ“ einen echten Skandal auf: Unter dem Titel „Kritik nur zwischen den Zeilen“ berichtet die Zeitung, daß Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei ihrem Staatsbesuch in China „nur vor ausgewählten Hörern sprechen durfte“. Ungeheuerlich! Wo doch hierzulande, wenn der chinesische Verteidigungsminister auf Staatsbesuch wäre, jederzeit eine zufällige Menschenmenge Zugang zu dessen Reden auf Veranstaltungen hätte, und alle sich freuen würden, wenn...

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31.10.2018

Grünen-Habeck dagegen, daß man die Unterschicht Unterschicht nennt

Der deutsche Lieblingsschwiegersohn, der Grünen-Politiker Robert Habeck, versucht, uns in einem „Spiegel“-Interview die Welt zu erklären:

„Wenn man von Unterschicht redet, sagt man, daß das keine vollwertigen Bürger sind, sondern irgendwie minderwertige.“

Das Problem ist also nicht, daß es Arme gibt, also das, was die Soziologen als Unterschicht bezeichnen, sondern, daß man die Unterschicht Unterschicht nennt. Dadurch macht man sie zu „minderwertigen Bürgern“. Interessant. Lassen Sie uns also bitte künftig nicht mehr von „Unterschicht“ reden – und, schwupps, gibt es...

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31.10.2018

Grüne mal für, mal gegen Rodung im Hambacher Forst

Habecks Co-Vorsitzende, Annalena Baerbock, war Anfang Oktober zur Großdemo zum Hambacher Forst geeilt und rief der Menge zu: „Das ist die größte Anti-Braunkohle-Demo, die es je gegeben hat. Das ist ein historischer Tag!“ Und die Anordnung des Oberlandesgerichts Münster, die Rodung des Hambacher Forsts zu stoppen, bejubelte Frau Baerbock mit den Worten, diese Entscheidung sei „Gold wert“. Die Grünen also nicht nur auf der Seite der Insekten („die Bienen würden grün wählen“, meint Frau Baerbock), sondern auch unverbrüchlich auf Seiten der Abholzungsgegner und...

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31.10.2018

Fehlende Zähne, fehlendes Hirn

Es soll ja Menschen geben, die wegen fehlender Zähne nicht gerne den Mund aufmachen.
Was man von Menschen mit fehlendem Hirn leider nicht sagen kann...

31.10.2018

Revolverhelden und Condor: Liebe auf Distanz!

Liebe auf Distanz?

„Jeder achte Deutsche führt nach einer aktuellen Studie eine Fernbeziehung. Auch Johannes Strate, der Frontmann von REVOLVERHELD hat vier Jahre eine Fernbeziehung geführt.
Über die Schwierigkeiten einer solchen Beziehung handelt auch die neue Single Liebe auf Distanz, die die Band zusammen mit Antje Schomaker aufgenommen hat.“

Wenn man die deutsche Sprache beherrschen würde, könnte man vielleicht auch sagen, daß ein Lied von, nicht über die Schwierigkeiten handelt, und noch ein Komma herschenken, aber wollen wir nicht kleinlich sein, wenn die...

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31.10.2018

Wer liest deutsche Bücher im Ausland? Und wie sehr sind deutsche Verlage an chinesichen Büchern interessiert?

Eine interessante Statistik namens „Buchwerte – Wie geht es der deutschen Buchbranche wirklich?“ hat die „FAZ“ am 13.10.2018 veröffentlicht.
Darunter zum Beispiel: Wer liest deutsche Bücher im Ausland? Also: in welche Länder wurden 2017 wieviele Übersetzungslizenzen vergeben?
Auf Platz 1, mit gigantischem Vorsprung: China! 1.261 Lizenzen wurden nach China vergeben, weit mehr als doppelt so viele wie an die zweitplatzierte Türkei und fast dreimal so viele wie an Spanien und Rußland auf den Plätzen 3 und 4.
Die Chines*innen sind also extrem interessiert an deutscher...

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31.10.2018

Marx über Seehofer und Söder

Karl Marx übrigens schrieb bereits im Jahr 1853 hellsichtig über Herrn Söder und Herrn Seehofer, jeweils CSU (nämlich in seiner Artikelserie „Lord Palmerston“ in der „New York Daily Tribune“):

„Ist er auch als Staatsmann nicht jeder Aufgabe gewachsen, so doch als Schauspieler jeder Rolle. Das komische wie das heroische Fach, das Pathos und der familiäre Ton, die Tragödie wie die Farce liegen ihm gleich gut; die letztere mag seinem Gefühl allerdings besser entsprechen. (...) Er besitzt große Erfahrung, feinsten Takt, nie versagende Présence d'esprit, vornehme Schmiegsamkeit und...

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02.10.2018

Dynamo Dresden - finden Sie den Fehler!

Finden Sie den Fehler in der Unter-Überschrift der „Jungle World“:

„Seit dem 18- September heißt die Spielstätte von Dynamo Dresden wieder Rudolf-Harbig-Stadion. Die Mehrheit der Fans wollte es so, obwohl Harbig Mitglied von NSDAP und SA gewesen war.“

Genau, dieser Satz ist zweifelsohne wishful thinking – es muß „weil“ heißen, nicht „obwohl“...

29.09.2018

Wie viele Kuratoren werden fürs schnarchnasige Einheitskonzert benötigt?

Kennen Sie den? Wie viele Ostfriesen benötigt man, um eine Glühbirne in eine Deckenlampe einzusetzen? Genau.

Aber wie viele (übrigens ausschließlich männliche) Kuratoren benötigt die Senats-eigene Kulturprojekte Berlin GmbH für das Buchen eines an bräsiger Schnarchnasigkeit nur schwerlich zu unterbietenden Konzerts zum Tag der Deutschen Einheit „#1heit“ vor dem Brandenburger Tor mit Nena, Samy Deluxe, Patrice, Philipp Poisel, Namika u.a.?

Es sind, wie bei den Ostfriesen: ganze drei.

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