Spotify, Musiker:innen-Verdienste & die Nudelpresse

24.12.2025

Der Musikstreamingdienst Spotify ist der Lieblingsgegner von Musiker:innen, schlecht informierten Presseleuten und auch etlichen Musikfans, die am liebsten jedes Rolling Stones- oder Rosalía-Album persönlich von den Künstler:innen am Merch-Stand kaufen würden, statt die Tracks im Netz zu hören – von wegen „Authentizität“, diesem unverwüstlichen Fake aus dem Jutebeutel der „handmade“ Rockmusik.
 

Marktgängige, schrottige Popmusik

24.12.2025

Juliane Liebert in der „Zeit“ über die Popmusik unserer Tage:
 
„Leider ist ein Großteil der markt­gän­gigen Popmusik heute präze­denzlos schrottig und über­flüssig. Das ist keine aus stilis­ti­schen Gründen gewählte Hyperbel, sondern im Wortsinn gemeint: grässlich, unhörbar. So furcht­ein­flößend grausig, so abgefuckt und austauschbar herz- und geistlos, dass man einen baldigen Hörsturz erfleht, sich aus dem Taxi werfen will oder den Super­markt nieder­brennen möchte, in dem man den ganzen uner­träg­li­chen Mist zwangs­hören muss.“
 

Qualitäts-Musikjournalismus

24.12.2025

Qualitäts-Musikjournalismus im Januar:
„Schon jetzt ein Kandidat für das Album des Jahres.“
Qualitäts-Musikjournalismus im September:
„Ein heißer Kandidat für das Album des Jahres.“
Qualitäts-Musikjournalismus im Dezember:
„Das Album ist natürlich auf allen Bestenlisten des Jahres.“
 

Taylor Swift, Adele, Live Nation, Omertà

01.01.2025

Aktuell berichtet Andreas Borcholte auf „Spiegel.de“, wie der „Spiegel“ dieses Jahr versucht hat, „ein Interview mit Taylor Swift zu bekommen“. Natürlich vergebens. Swift „vermittelt mit ihren intimen Tagebuchsongs zwar die Illusion, so nahbar wie eine gute Freundin zu sein. Dabei scheint sie jedoch jedes noch so winzige Detail zu kontrollieren, das über ihre Person in die Öffentlichkeit gelangt: Sie berührt also die Massen, bleibt selbst aber unberührbar.“
 

500 beste Alben aller Zeiten?

21.02.2024

Der „Rolling Stone“ präsentiert wieder mal die angeblich „500 besten Alben aller Zeiten“. Ganz schön selbstbewusst. Kein einziges Klassik-Album, kaum Jazz, wenig Hip-Hop, das sollen die „500 besten Alben aller Zeiten“ sein? Lustig.

Und dann Bilderbuch und zwei Mal Tocotronic, aber keine Tortoise, kein Lambchop, to name just two. Und in der Jury der vor über acht Monaten verstorbene Kristof Schreuf – wie geht das? Aus dem Jenseits zugeschaltet?

Nicht weiter ernst zu nehmen das alles, außer für die Jungs mit ihrem Listengetue…

Popjournalisten, Spotify und Kriegsgerät

13.09.2022

Die meisten deutschen Popjournalisten (hier kann man möglicherweise aufs Gendern verzichten) sind ausgewiesene Streaming-Hasser. Möglicherweise, weil die Demokratisierung von Musik durch die Streamingdienste (bei Spotify sind zum Beispiel über 80 Millionen Songs und Musikstücke einen Fingertipp entfernt und stehen jederzeit zur Verfügung – deutsche Popjournalist:innen nennen so etwas gerne „Monokultur“…) ihnen ihre geliebte Rolle als Gatekeeper zerstört hat.

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