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Berthold Seeliger - Blog abonnieren
06.04.2026

"Woman fighting to save Berlin's nightclubs" vs. Xjazz-Festival vor Aus

Kaum hat die altehrwürdige „The Times“ Berlins angesichts der CDU-Fördergeldaffäre reichlich angeschlagener Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson eine Art Ritterschlag verpasst und sie zur „Woman fighting to save Berlin’s nightclubs“ hochgejazzt (eine Weisheit, die die konservative britische Zeitung für sich allein hat), da wird sie aus dem Londoner...

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06.04.2026

Ballett-Sturm in Piccolo-Gläschen

Niedlich, wie eine nebenher gemachte Bemerkung Timothée Chalamets im Jahr 2026 immer noch die Feuilletonisten unterschiedlichster Couleur aufregt.
Er würde „niemals in der per oder im Ballett arbeiten“, so der Schauspieler, weil das einfach „keinen interessiert“.
Und schon kam es zum erwartbaren Sturm in allen Piccolo-Gläschen und Mate-Flaschen.
 
Was waren das noch Zeiten, als Pierre Boulez im „Spiegel“-Interview 1967 gefordert hatte: „Sprengt die Opernhäuser in die Luft!“
Sowohl, was die Forderung und...

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06.04.2026

Praktika in Sternerestaurants und in der Musikindustrie

Das Kopenhagener Sternerestaurant Noma gilt als eines der besten Restaurants der Welt.
Nun hat der Chef des Gastrotempels für einen Skandal gesorgt. Er habe seine Angestellten drangsaliert und bedroht, teilweise sogar physischer Gewalt ausgesetzt.
 
Und: Im Noma waren unbezahlte Praktika wohl die Regel. Wie übrigens auch in der Musikindustrie, und da auch bei etlichen der großen Konzerne.
 
In bewundernswerter Offenheit hat der Berliner Sternekoch und Betreiber des Restaurants „Noibelhart & Schmnutzig“ zu dem Skandal Stellung...

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06.04.2026

Künstlerin nimmt sich selbst unter Vertrag

Lustig:
Mit ihrer eigenen Booking-Agentur All Excess Agency will eine DJ und Produzentin laut „Musikwoche.de“ „patriarchale Strukturen in der Technoszene aufbrechen“. 
„Als erste Künstlerinnen nimmt sie sich selbst (…) unter Vertrag.“ 
Hübsche Idee eigentlich. Vielleicht nehme ich mich auch irgendwann selbst unter Vertrag, allein schon, um die Strukturen in der Konzertszene aufzubrechen.
Genre? Noch offen.
 

06.04.2026

„Meisterdenker": Wolfram Weimer will alles richtig machen...

Einmal wollte Wolfram Weimer alles richtig machen, und er würdigte den verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas als „Meisterdenker“.
Allein: Markus Joch, Professor für Neuere deutsche Literatur an der Keio-Universität Tokio, musste dem Kulturstaatsminister auf „X“ erklären:
 
„Meisterdenker‘ ist bekanntlich ein Begriff, den A. Glucksmann ironisch prägte, um hegelianischen Theoretikern Größenwahn nachzusagen. ‚Würdigt‘ Weimer Habermas als ‚Meisterdenker‘, weiß er mal wieder nicht, was er redet.“
 
Die Lage ist hoffnungslos,...

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07.03.2026

"German House" auf der SXSW absagen!

Presseerklärung

Ich fordere die Initiative Musik (die laut Eigenaussage „zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und der Musikbranche für die deutsche Musikwirtschaft“) sowie die anderen Organisationen und Institutionen, die am „GERMAN HOUSE“ bei der SXSW Austin vom 12. bis 16. März 2026 beteiligt sind, auf, das „GERMAN HOUSE“ auf der diesjährigen SXSW aus politischen Gründen abzusagen.
 
Die politische, gesellschaftliche, kulturelle und soziale Situation in den USA hat sich seit Beginn der zweiten Präsidentschaft Donald...

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07.03.2026

Musiker:innen mit Rückgrat?

Wichtig ist mir, dass dieser Aufruf sich gegen die Ausrichtung des „GERMAN HOUSE“ richtet, nicht aber gegen die individuelle Teilnahme von Musiker:innen oder Messebesucher:innen an der SXSW. Die Entscheidung, ob sie angesichts der aktuellen Lage in den USA nach Austin fahren wollen, sollten alle individuell für sich beantworten.
Und auch, ob sie tatsächlich bereit sind, die extrem weitgehenden Einreiseformalitäten zu akzeptieren, die es so nicht einmal in Nordkorea gibt (u.a. Offenlegung aller Social-Media- und Email-Konten, aller Telefonnummern, detaillierte Informationen...

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07.03.2026

No one is illegal on stolen land!

(Maggie Thompson and other artists holding signs in MInneapolis that spell out “no one is illegal on stolen land” on January 23, 2026)
Image courtesy Maggie Thompson and Makwa Studio)
 
Es ist vermutlich an der Zeit, wieder einmal den Song „Big Drill“ der großartigen Bedlam Rovers zu hören…
 

07.03.2026

ICE, Neil Young & Musikrechte-Monopoly

Natürlich, es ist wirklich nicht einfach, im kapitalistischen Realismus unserer Tage Haltung zu zeigen. 
Unlängst war zu hören, dass der große Neil Young seinen Songkatalog von Amazons Musik-Streamingdienst abgezogen hat, aus Protest gegen dessen Besitzer Jeff Bezos und seine unaufhörliche Unterstützung der Politik Donald Trumps:
“The president’s international policies and his support of ICE make it impossible for me to ignore [Bezos’] actions.“
 
Gut gebrüllt, Neil Young!
 
Allein, wenn von seinem „Songkatalog“ die...

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07.03.2026

Boykottaufrufe und Moral

Nicht so einfach, wenn man heutzutage Boykottaufrufe starten will.
Ich denke auch an den wohlfeilen Aufruf zum Spotify-Boykott (wieder mal…), den die US-Graswurzelbewegung „Indivisible Project“ initiiert hat und der von Bands wie Massive Attack, Sylvan Esso oder auch dem Label Epitaph Records unterstützt wird.
Grund ist, dass das US-Heimatschutzministerium im Jahr 2025 rund 74.000 Dollar für ICE-Rekrutierungsanzeigen auf Spotify ausgegeben hat – Werbung, die auf den kostenlosen Spotify-Benutzerkonten in den USA ausgespielt wurde.
 
Ist ja auch...

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07.03.2026

Hard Times

Bei seinen gefeierten Konzerten der Tournee im Januar und Februar 2026 hat Daniel Kahn den Song „Daless (Hard Times)“ mit der Bemerkung eingeleitet, er würde das Lied „Hard Times Come Again No More“ für den vermutlich traurigsten amerikanischen Song überhaupt halten.
 
Dieser Parlor-Song („Salonlied“) „Hard Times Come Again No More“ wurde von Stephen Foster geschrieben und 1854 veröffentlicht; 1905 wurde er für die Edison Manufacturing Company erstmals auf Wachs aufgenommen. Bis heute wurde er unzählige Male...

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07.03.2026

Musikfestivals & Monopoly: Vom Imperiengeschäft Folge 2085

Die Musikindustrie spielt seit vielen Jahren Monopoly. Und egal ob die Konzerne, die man einstmals als Plattenfirmen bezeichnet hat, ob Konzert- und Tourneeveranstalter, ob Festivals, ob Musikverlage, die den Handel mit Copyrights Hand in Hand mit den größten Beteiligungsgesellschaften betreiben – alle haben das Konzept des „Imperiengeschäfts“ gemeinsam.
 
Leser:innen dieses Rundbriefs oder meines 2019 erschienenen Buchs „Vom Imperiengeschäft“ wissen natürlich längst, was nun eine Studie von Live DMA und Reset bestätigt hat und von der Europa-Abgeordneten Emma...

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07.03.2026

Popmusikgipfel mit Windbeutel

Doch was macht die Politik gegen all diese Konzentrationsprozesse?
Herzlich wenig.
Und das wenige besteht dann auch meistens aus wohlfeilen Lippenbekenntnissen.
 
Da ruft beispielsweise Kulturstaatsminister Wolfram Weimer einen „Popmusikgipfel“ im Bundeskanzleramt aus und lädt dazu, das ist sozusagen wirklich der Gipfel, die Popstars Herbert Grönemeyer, Peter Maffay und die unvermeidliche Balbina ein. Keine Rapper:innen, keine Indie-Musiker:innen, keine aktuellen Popstars.
 
Entsprechend dünn fiel das „Ergebnis“ dieses...

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07.03.2026

Kulturabgabe im Münchner Kommunalwahlkampf

Und das gilt ebenso für Musiker:innen, Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen.
Jüngstes Beispiel: Das sogenannte Aktivrentengesetz, das CDU, CSU und SPD im Bundestag beschlossen haben.
Dieses Gesetz fördert Erwerbstätigkeit im Rentenalter durch steuerliche Anreize. Personen, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze (also aktuell 67 Jahre) weiterarbeiten, können bis zu 2.000 Euro monatlich aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung steuerfrei hinzuverdienen.
 
Dies gilt also wohlgemerkt für Angestellte und Arbeiter:innen, also...

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07.03.2026

Aktivrentengesetz: Keine Steuervorteile für Selbständige!

Und das gilt ebenso für Musiker:innen, Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen.
Jüngstes Beispiel: Das sogenannte Aktivrentengesetz, das CDU, CSU und SPD im Bundestag beschlossen haben.
Dieses Gesetz fördert Erwerbstätigkeit im Rentenalter durch steuerliche Anreize. Personen, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze (also aktuell 67 Jahre) weiterarbeiten, können bis zu 2.000 Euro monatlich aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung steuerfrei hinzuverdienen.
 
Dies gilt also wohlgemerkt für Angestellte und Arbeiter:innen, also...

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