07.03.2026

ICE, Neil Young & Musikrechte-Monopoly

Natürlich, es ist wirklich nicht einfach, im kapitalistischen Realismus unserer Tage Haltung zu zeigen. 
Unlängst war zu hören, dass der große Neil Young seinen Songkatalog von Amazons Musik-Streamingdienst abgezogen hat, aus Protest gegen dessen Besitzer Jeff Bezos und seine unaufhörliche Unterstützung der Politik Donald Trumps:
“The president’s international policies and his support of ICE make it impossible for me to ignore [Bezos’] actions.“
 
Gut gebrüllt, Neil Young!
 
Allein, wenn von seinem „Songkatalog“ die Rede ist – was ist denn da genau gemeint?
Die 50 Prozent, die dem Künstler noch gehören? Denn die anderen 50 Prozent, also die Rechte an Texten und Kompositionen von 1.180 Songs, hat Neil Young ja Anfang 2021 für geschätzte rund 150 Millionen Dollar an den britischen Fonds Hipgnosis verkauft.
 
Nach einem heftigen Einbruch des Börsenwerts wurde Hipgnosis 2024 von Blackstone aufgekauft, einem umstrittenen Private-Equity-Riesenkonzern, in dessen Unternehmen „Packers Sanitation Services Inc“ es zu systematischer Kinderarbeit gekommen ist, wie die „Washington Post“ aufdeckte. 
Im Mai 2025 wiederum hat Blackstone sein komplettes Song-Publishing- und Verwaltungsgeschäft, inklusive der Neil Young-Songs als Kernbestand dieses Portfolios, an Sony Music Publishing verkauft. Musikrechte-Monopoly…