"listen to Berlin" - Von CDs, die die Welt nicht braucht, und warum sie doch erscheinen
Liebe Berlin Music Commission!
Liebe Berlin Music Commission!
Und wo wir gerade von der „Berlin Music Commission“ sprechen, die jährlich allein vom Berliner Senat € 250.000 für „Musikwirtschaftsförderung“ erhält: Die sind natürlich auch mit dabei, wenn es um die Finanzierung einer sogenannten „Förderinitiative Live Music Accelerator Berlin (LMAB) geht.
Der Berliner Senat plant, das Kulturhaus „Radialsystem“ zu kaufen. Das ist zum einen durchaus erfreulich, denn die absurd gestiegenen Immobilienpreise in Berlin, von denen hauptsächlich Finanzinvestoren und Investmentfonds profitieren, gefährden natürlich auch die Existenz von Kulturhäusern und Kulturzentren.
Und nun also, nach dem Ringelpiez-mit-Anfassen-Quatsch im Hangar des Flughafens Tempelhof vor zwei Monaten, die Wieder-Eröffnung der Berliner Volksbühne unter Dercon. Draußen steht die Polizei – wie fühlt man sich da als Schauspieler*in, als Publikum? Drinnen: „Große Gesten, wenig Gehalt“ (Dirk Pilz, „Berliner Zeitung“), „Esoterik“ und „Quälerei“ (André Murmot, DLF), „eine Beleidigung der Zuschauer“ (Simon Strauss, „FAZ“).
Es mag für Menschen außerhalb Berlins so wirken, als ob wir nichts Anderes zu tun hätten, als über die Zerschlagung von Berlins möglicherweise bestem (Schaubühne hin, Maxim Gorki und Deutsches Theater her), auf jeden Fall aber wichtigstem Theater, also der Volksbühne, durch sozialdemokratische Provinzpolitiker zu debattieren.
„Stupid German money“ – so lautete einige Jahr lang der Begriff für die deutschen Filmfördermittel, an denen sich Hollywood bedienen konnte, wenn Großproduktionen mit Brad Pitt, Tom Cruise usw. in Babelsberg oder München hierzulande abgedreht wurden. Es war schon klar: für besonders smart oder gar intelligent hielt die US-Filmindustrie die Deutschen nicht, die ihnen das Geld wahlweise in den Rachen warfen oder in den Hintern schoben.
Der scheidende Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner hat laut „Berliner Zeitung“ den Stil des Umgangs mit dem künftigen Volksbühnen-Chef Chris Dercon als „menschlich schofelig“ kritisiert. Es werde eine Kampagne gegen Dercon geführt, „obwohl der noch gar nicht angefangen habe“.