Popkultur-Festival ist auf jeden Fall "woke"...
„Kollektive Ansätze, postmigrantische Identitäten, intersektionale Diskurse, inklusive Projekte, diasporische Narrative, queere Positionen und der Bruch mit musikalischen Erwartungen tragen dazu bei, dass ein Raum für gemeinsamen Austausch entsteht.“
Wer sich in einem „Safe Space“ mit diesem Branding wohlfühlt, konnte sich eines der mit über 100 Euro subventionierten Tickets des „PopKultur“-Festivals des staatlichen „MusicBoard Berlin“ besorgen, bei dem eine Reihe von Kurator:innen versucht haben, alles richtig zu machen, was man in Zeiten von Wokeness nur richtig machen...
Keith Richards sagt...
„Ein Rock’n’Roll-Kurator? Das ist das Albernste, was ich je gehört habe.“
(Keith Richards).
Popkultur-Festival bleibt in Wohlfühlblase
Aber im Ernst: Das Berliner “PopKultur“-Festival dürfte das mit Abstand am höchsten subventionierte Popmusik-Festival hierzulande sein. Umso trauriger, mit welcher Selbstverliebtheit große Chancen vergeben werden. Man könnte mit all den „kollektiven Ansätzen“, „postmigrantischen Identitäten“, „intersektionalen Diskursen“, „diasporischen Narrativen“ und „queeren Positionen“ ja in die Stadtviertel ziehen, wo derartige Positionen von einer gewissen Brisanz wären – sagen wir: nach Neukölln, nach Marzahn oder in den Wedding, to name just a few. Stattdessen macht man es sich mit seinen...
weiterlesenMark Fisher sagt...
„Zunächst ist von enormer Wichtigkeit, Identitätspolitik abzulehnen und anzuerkennen, dass es keine Identitäten, sondern nur Begehren, Interessen und Identifikationen gibt.“
(Mark Fisher, „Raus aus dem Vampirschloss“, in: k-punk)
Christian Lindner sagt...
„Die Bundesregierung muss sich mit größter Dringlichkeit den Strompreisen widmen. Gewinne dürfen nicht zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher steigen.“
(Bundesfinanzminister Christian Lindner, FDP)
Die Staatsministerin für Kultur gründet eine Pop-Akademie...
Zu den letzten Amtshandlungen der abgewählten Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gehörte die Gründung einer staatlichen „Akademie für Popmusik“, die sich „nach dem Vorbild der Deutschen Filmakademie für die Branche stark machen soll“. Eine der Aufgaben der Akademie: Einen neuen „Preis für Popmusik“ zu verleihen. Einen Staatspreis für Staatspop gewissermaßen.
Der Begriff „Akademie“ leitet sich, wie zum Beispiel auf Wikipedia nachzulesen ist, vom Ort der Philosophenschule des Platon ab. Die „Akademien der Wissenschaften“ sind in der Nachfolge Platons „gelehrte...
Popjournalisten, Spotify und Kriegsgerät
Die meisten deutschen Popjournalisten (hier kann man möglicherweise aufs Gendern verzichten) sind ausgewiesene Streaming-Hasser. Möglicherweise, weil die Demokratisierung von Musik durch die Streamingdienste (bei Spotify sind zum Beispiel über 80 Millionen Songs und Musikstücke einen Fingertipp entfernt und stehen jederzeit zur Verfügung – deutsche Popjournalist:innen nennen so etwas gerne „Monokultur“…) ihnen ihre geliebte Rolle als Gatekeeper zerstört hat.
Im letzten Winter waren die Pop-Enthüllungsjournalisten dann etwas ganz Großem auf der Spur: Ihr Lieblingsgegner Spotify als...
Spotify, Spiegel, Daten, Werbung...
Ein recht informativer Artikel über „Spotify“ erschien letzten Monat im „Spiegel“. Markus Böhm und Patrick Stotz nahmen sich vor allem der Datensammelei des Streaming-Konzerns an.
„In der Geschichte der Menschheit gab es noch kein Audio-Unternehmen, das die Hörgewohnheiten von so vielen Menschen so detailliert erfasst hat“, berichten die Autoren. „In der...
Superstars und Musikjournalist:innen
Musikpresse und Relevanz – der „Economist” beschreibt eine wichtige Facette des Superstar-Geschäfts, und wie Journalist:innen zu Teilen dieses Systems degradiert werden:
„Many superstars enjoy unquestioning critical veneration. This is driven by a number of factors—chief among them journalists’ fear of a social-media backlash. There is also the fact that the biggest stars rarely let their records go to reviewers before release, resulting in articles written on the fly, in which no one wants to be the person out of step.”
(The Economist)
Bei der Gelegenheit: Ich...
Döpfner betet für Trump - und die Musikredakteur:innen?
Zusammenhanglos: Regelmäßig frage ich mich, wie die Redakteur:innen und Autor:innen in den Axel Springer-Musikmagazinen „Rolling Stone“ oder „Musikexpress“ eigentlich zu den Äußerungen ihrer „Chefs“ stehen, beziehungsweise wie sie damit zurechtkommen. Also mit dem neoliberalen Quatsch, den Ulf Poschardt so von sich gibt, oder dem reaktionären Mist, den der Axel Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner so äußert. Der, wie gerade herauskam, auffordert, für Donald Trump zu beten.
Wie Fernsehen heute aussehen könnte...
Arne Willander hat im „Rolling Stone“ auf ein Fernsehen hingewiesen, das einmal mehr wollte und konnte als das, was uns ARDZDF heutzutage liefern, also den Einheits-Mischmasch aus ZDF-Fernsehgarten, Degeto-Kitschfilmchen und immer noch ein paar mehr Volksmusik- und Schlagershows:
Willander nämlich hat in der ZDF-Mediathek ein Gespräch entdeckt, das Günter Gaus mit Hannah Arendt für seine legendäre Reihe „Zur Person“ geführt hat – eine Reihe, die „das Beste ist, was jemals dialogisch im Fernsehen zu sehen war“, und dem ist höchstens noch das Wörtchen „mit“ hinzuzufügen, also „mit“ das...
Digitalisierungs-Weltmeister Deutschland
Das bundesdeutsche Onlinezugangsgesetz besagt, dass bis Ende dieses Jahres die wichtigsten Verwaltungsleistungen sämtlich online durchgeführt können werden müssen. Das Innenministerium findet, dass es mit der Digitalisierung gut vorangeht. Der Bundesrechnungshof dagegen hat laut einem Bericht von Netzpolitik.org jetzt festgestellt, dass der entsprechende Bericht des Innenministeriums beschönigend und „irreführend“ sei. Laut Bunderechnungshof sind bisher lediglich 3,8...
weiterlesenBest for Britain...
Die Lobbygruppe „Best for Britain“ weist laut „Musikwoche“ in einer Studie darauf hin, dass im Vergleich zu den Vor-Brexit-Jahren die Zahl britischer Bands auf europäischen Festivals im Jahr 2022 um 45 Prozent gesunken sei.
Na, da hatte der Brexit doch noch etwas Gutes…
CDU & AKWs: Von Filbinger zu März und zurück
Wie sich die heutige CDU rhetorisch und ideologisch in die Tradition des furchtbaren Marinerichters Filbinger stellt:
„Ohne das Kernkraftwerk Wyhl werden zum Ende des Jahrzehnts in Baden-Württemberg die ersten Lichter ausgehen.“
(Hans Filbinger, 27.2.1975)
Wenn die Bundesregierung „aus ideologischen Gründen am Atomausstieg festhält, droht uns Anfang nächsten Jahres ein Blackout.“
(Friedrich Merz, 3.9.2022)
Ein Licht wird den Christdemokraten also eher nicht aufgehen…
Hamburg: Mäzen will Oper bauen
200 Millionen Dollar sind für den, nun ja, „Hamburger“ Multi-Milliardär Klaus-Michael Kühne (der seit zig Jahren aus Steuerspargründen im Schweizer Kanton Schwyz lebt, wo auch seine Stiftung ihren Sitz hat) wohl eher ein Klacks. „Forbes“ hat Kühnes Vermögen zuletzt auf 42,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Seit jeher ist Kühne Sponsor seines Herzensvereins HSV und seit vielen Jahren auch der Salzburger Festspiele. Nun trat Kühne mit einem vergifteten „Angebot“ an die Stadt Hamburg heran: Er möchte, dass die denkmalgeschützte Hamburger Staatsoper abgerissen wird. Dafür will Kühne den...


