04.08.2012

GEMA SarahMarie

Interessant übrigens, was die „Delegierte der GEMA“
namens „SarahMarie“ auf der Website der „Berliner Zeitung“ als Kommentar zum
hervorragenden GEMA-Artikel von Guido Möbius gepostet hat: „Der „Pro-Verfahren“ wurde letzte Woche in der Mitglieder-Versammlung
abgeschafft. Abgerechnet wird nun nach „INKA“, einem sehr viel gerechteren
System, das – wie der Name schon sagt - inkasso-bezogen abrechnet.“

Was ja im logischen Umkehrschluß bedeutet, daß die
GEMA-Delegierte SarahMarie sagt, daß das sogenannte „Pro-Verfahren“, nach dem
die GEMA seit etlichen Jahren abrechnet, „sehr ungerecht ist“ – quod erat
demonstrandum. Und nach „Inka“ wird nicht „nun“, sondern erst ab Ende 2013
abgerechnet, was bedeutet, daß die GEMA, obwohl sie weiß, daß das jetzige
Abrechnungssystem ungerecht und damit für die Künstler nachteilig ist, munter
anderthalb weitere Jahre danach abrechnet.

Ob das GEMA-freundliche „Deutsche Patent- und
Markenamt“, das die Geschäfte der GEMA beaufsichtigt, irgendwann mal seiner
gesetzlichen Aufgabe korrekt nachkommt? Der niedersächsische Ministerpräsident
McAllister (CDU) hat jedenfalls laut „Welt“ gerade in einem Brief an GEMA-Chef
Heker „die Ausgewogenheit der GEMA-Reform
in Zweifel gezogen und mit politischen Konsequenzen gedroht“. Außerdem kündigt
McAllister an, als Gesetzgeber tätig zu werden, indem er das Patentamt als
Aufsichtsbehörde der GEMA in Frage stellt, und droht mit „einer gesetzgeberischen Überprüfung, ob das Aufsichtsinstrumentarium
nach dem Urheberrechtswahrnehmungsgesetz ausreicht“.

Die GEMA gerät jetzt also unter starken
politischen Druck. Es mag überraschen, daß dieser Druck ausgerechnet von der
CDU ausgeht, deren kulturpolitischer Sprecher Wolfgang Börnsen noch vor ein
paar Tagen eine Unterwürfigkeitsadresse in Richtung GEMA gesandt hatte. Aber es
ist ja nie zu spät, zu einer vernünftigen und sachgerechten Meinung zu
gelangen...

Die bairischen „Jungen Liberalen“, die
Nachwuchsorganisation der FDP (und ich dachte, der Kindergarten der FDP besetze
gerade die Ministerposten in Berlin...), haben der GEMA vorgeworfen, sie habe
mit ihren jüngsten Forderungen „den Bogen
überspannt“ und es sei deshalb an der Zeit, den „Machtmißbrauch“ der GEMA „zu brechen“. Laut JuLis sei „das GEMA-Monopol ordnungspolitisch nicht
weiter tragbar“...

04.08.2012

MdB von Stetten und Bushido

Auch ein
CDU-Hinterbänkler ist der Bundestagsabgeordnete Christian Freiherr von Stetten,
der im Juni durch die Presse turnte, weil er dem Berliner Rapper Bushido ein
Praktikum in seinem Abgeordnetenbüro ermöglicht hat. Auch von Stetten hat wie
Kauder nun ein Problem, allerdings ganz anderer Natur: Wie die “FAZ“ am
26.7.2012 meldete, „sieht sich von
Stetten (CDU) abermals Spekulationen über eine mögliche Verbindung in die
Berliner Unterwelt ausgesetzt. Nachdem von Stetten im Juni dem wegen
verschiedener Delikte mehrfach vorbestraften Musiker Bushido ein Praktikum in
seinem Abgeordnetenbüro ermöglicht hatte, muß er nun eine Zahlung von 37.000
Euro an den Berliner Geschäftsmann Adnan C. erklären. C. war nach Informationen
des Fernsehmagazins „Spiegel TV“ wegen des Verdachts auf Betrug, Geldwäsche und
Falschaussage ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten. Adnan C. soll eng mit
einer kriminellen Großfamilie verbunden sein, mit der wiederum auch Bushido
verkehrt. Er hat von Stetten und Bushido miteinander bekannt gemacht.“

04.08.2012

Wahlrecht Gemeinschaftskunde Deutschland und Rumänien

Aus einer Aufgabe für den Gemeinschaftskundeunterricht,
10.Klasse:

„Am Donnerstag, dem 26.Juli 2012, berichtet die
„Berliner Zeitung“ auf den ersten vier Seiten sowohl über Deutschland als auch
über Rumänien. Erklären Sie, welche Schlagzeile zu welchem der beiden genannten
Länder gehört, und begründen Sie Ihre Wahl:

„Land ohne Wahlrecht.“

„Staat als Beute.“

„Eine echte Staatskrise.“

„Es tobt ein Machtkampf, in dem demokratische
Regeln nichts mehr gelten.“

„Wählen vorerst unmöglich.“

„Das reformierte Gesetz ist verfassungswidrig.“

„Die Regierung hat das Wahlrecht als Machtrecht
mißbraucht.“

„Die Parteien haben mit dem gegen die Stimmen der
Opposition durchgeboxten Wahlgesetz ihre Machtbesessenheit ebenso bestätigt wie
ihre Machtvergessenheit.“

„Die Komikernation.“

04.08.2012

Bayreuth Wagner Nazis

In Bayreuth haben wir die letzten Tage wieder etwas
über Wagner und Deutschland gelernt. Nicht nur, daß Bayreuth immer noch das
ist, was es seit 1945 immer war, nämlich Schlußlicht in der Auseinandersetzung
mit der Nazi-Vergangenheit. Nein, wir haben auch gelernt, daß man in Bayreuth
Wagner, den Zizek als „protofaschistisch“ bezeichnet, nicht singen darf, wenn
man als russischer Opernsänger aus seiner Jugend ein übermaltes und nicht mehr
als solches erkennbares Hakenkreuz auf der Brust tätowiert hatte. Während auf
der Bühne auch dieses Jahr „deutlich
sichtbare Hakenkreuzfahnen entrollt werden“ (FAZ), zum Beispiel in der
aktuellen Parsifal-Inszenierung, die das Staatsfernsehen im August übertragen
wird. Und während 2016 der Künstler Jonathan Meese den Parsifal inszenieren
soll – der von der Blödzeitung protegierte Künstler also, der gern mal den
rechten Arm zum Hitlergruß erhebt.

„Wagner hat
mit dem Gewicht seiner weltweiten Berühmtheit einer schändlichen Gesinnung
Umriß und Stimme gegeben, er hat eine Bierkellerideologie zur Salon- und
Kulturfähigkeit geadelt. (...) Die Verbissenheit der Wagner-Verteidiger bis
heute rührt aus der menschlich verständlichen Unfähigkeit, beides zugleich
auszuhalten. Die Gewalt der Musik und die Gewalttätigkeit der Ideologie. Das
eine ist aber ohne das andere nicht zu haben.“

(Jens Malte Fischer, Herausgeber von Wagners
„Judentum in der Musik“)

04.08.2012

Madonna Olympia Paris

Madonna hat ihre französischen Fans verärgert. Bei
einem Auftritt im legendären Pariser Olympia spielte das „material girl“ gerade
einmal 45 Minuten, verließ die Bühne und kam nicht wieder zurück. Fans, die bis
zu 276 Euro für ihr Ticket bezahlt haben, forderten ihr Geld zurück oder
skandierten „Shame on you!“ Auf YouTube kann man Fotos der aufgebrachten Menge
sehen.

Wie sagte Madonna doch nonchalant, als sie Anfang
des Jahres auf die hohen Eintrittspreise ihrer Welttournee angesprochen wurde? "People spend
$300 on crazy things all the time, things like handbags. So work all year,
scrape the money together, and come to my show. I'm
worth it.“

04.08.2012

Bobby Womack being ahead

"I’d be ahead if I could quit
while I’m behind." (Bobby Womack)

04.08.2012

Berggruen ist nicht Jesus

Überraschung: Nicolas Berggruen ist nicht Jesus. Er
ist nicht einmal ein irgendwie etwas kleiner als Jesus geratener, aber dennoch
Heilsbringer. Nein, Nicolas Berggruen, der vor zwei Jahren Karstadt übernommen
hat, ist „nur ein ganz normaler
Investor“, wie die FAS jetzt unter dem Titel „Die Entzauberung des Nicolas
B.“ enttarnte. 

04.08.2012

Vorhaut Jesu

A propos Jesus und Vorhaut (mit dieser gekonnten Überleitung
stehen wir mitten im Tornado der allerwichtigsten deutschen Feuilletondebatten
unserer Tage). Der Filmregisseur Volker Heise erzählt in der „Berliner
Zeitung“: „Im Mittelalter wurden 53
Vorhäute von Jesus Christus von den Gläubigen angebetet.“

Nun werden Sie sagen: Mittelalter, pah, das ist
doch lang vorbei. Iwo. Nochmal Volker Heise: „Die letzte Vorhaut von Jesus Christus verschwand 1983 unter
mysteriösen Umständen aus der Kirche von Calcatta in der Nähe von Rom.“

1983!
Nun staunen Sie, gelt?

04.08.2012

Spanischer Forschungsrat untersucht Musik

Eine Studie des „Nationalen Spanischen
Forschungsrates“, in der sage und schreibe eine halbe Million Songs von 1955
bis 2010 auf bestimmte Muster untersucht wurde, hat ergeben, daß Musiker immer
weniger Akkorde verwenden und immer mehr Melodien schablonenhaft kopieren.
Zugenommen habe lediglich die Aufnahmelautstärke – letzteres eine Erfahrung,
die man jederzeit auch selber machen kann: Die Lautstärke, mit der im
öffentlichen Raum Musik gehört wird, ist in aller Regel indirekt proportional
zur Qualität derselben. Das versichere ich Ihnen anhand einer mehrere
Jahrzehnte währenden Privatstudie. 

24.07.2012

GEMA und Karnevalisten

Die GEMA schafft es nicht, sich mit YouTube zu
verständigen, sodaß weiterhin Hunderttausende YouTube-Videos in Deutschland
gesperrt bleiben, die GEMA führt Krieg mit den Clubbetreibern und gefährdet die
Clubkultur – aber mit dem „Bund Deutscher Karneval“ hat die GEMA gerade einen
Gesamtvertrag abgeschlossen. Jecke unter sich.

24.07.2012

Konservative sind dumm

„Flüchtiges,
anstrengungsloses Denken führt zu einer politisch konservativen Einstellung“
– zu diesem Schluß kommt laut „Telepolis“ eine Studie von US-Psychologen, die
dieser Tage in der Zeistchrift „Personality and Social Psychology Bulletin“
veröffentlicht wurde. Die These der Studie ist: „Geringe Denkleistungen, die den Dingen nicht auf den Grund gehen,
sondern an der Oberfläche stehen bleiben, produzieren Konservatismus, der sich
u.a. durch Akzeptanz von Hierarchien und die Vorliebe für den Status quo
auszeichnet“.

Als ob wir das nicht schon immer gewußt hätten:
Anhänger von konservativen Parteien neigen eher zur Denkfaulheit, und
konservative Politik wird entsprechend intellektuell bescheiden formuliert. 

16.07.2012

Seven Nation Army Bruckner

Nun ist wieder allüberall zu lesen: den „größten
Fußballsong aller Zeiten“ habe Jack White geschrieben, den Song „Seven Nation
Army“ oder besser gesagt: die Baßlinie aus diesem Song, die von einer
runtergestimmten Gitarre mantrahaft wiederholt wird – eine tolle Melodie,
raffiniert und gleichzeitig so einfach, daß Fußballfans sie sich ohne Probleme
merken können. Berühmt auf den Fußballfeldern wurde die White Stripes-Melodie
2006 während der Fußball-WM in Deutschland, als italienische Fans damit ihr
Team, das dann auch Weltmeister wurde, anfeuerten. Bei der diesjährigen
Europameisterschaft wurde der Song ständig in den Stadien angestimmt.

Doch wurde diese Melodie wirklich von den White
Stripes geschrieben? Ich habe da eine andere Theorie. Die Melodie ist nämlich
ganz eindeutig von Anton Bruckner komponiert worden, sie stammt aus dem 1. Satz
(„Adagio. Allegro“) seiner Fünften Sinfonie in B-dur. Auf der mir liebsten
Interpretation, einem Live-Mitschnitt von 1942 mit Wilhelm Furtwängler und den
Berliner Philharmonikern, kann man die Melodie zum Beispiel in der 11.Minute
hören, noch anders moduliert, dann aber ab Minute 17:35 völlig eindeutig und
sich, ähnlich wie es Jack White in „Sven Nation Army“ erfolgreich nachgemacht
hat, steigernd und Schicht für Schicht auftürmend. 

Wie aber gelangte die Melodie in die Stadien?
Schlichtere Gemüter behaupten, es habe mit den White Stripes zu tun. Ich glaube
das nicht. Ich glaube, es ist eine raffinierte Intrige des österreichischen
Fußballverbands, der dafür sorgte, daß diese eindrucksvolle Melodie des
österreichischen Komponisten den Weg in die Fußballarenen fand. Bekanntlich ist
der Operettenstaat im Fußball so erfolglos wie als Intrigenstaat erfolgreich.
Und da eine Teilnahme an Endrunden großer Turniere in der Regel für den
österreichischen Fußball aussichtslos ist, sann man seitens der Funktionäre
nach einem Weg, dennoch allüberall, wenn es um die Entscheidungen geht, in den
Stadien präsent zu sein. Und man verfiel auf die Idee mit dem, wie man heute
sagen würde, „Bruckner-Riff“, dem Ohrwurm und Schlachtgesang.

Interessanter Nebenaspekt: Wie sehen GEMA und
Verwertungsindustrie eigentlich diesen Fall? Der Verfasser dieser Zeilen hat,
das wird Sie nicht wundern, mit der Aneignung oder Modernisierung von Bruckners
Melodie durch Jack White wenig Probleme. Die GEMA dagegen behauptet ja für
gewöhnlich, daß bereits Tonfolgen von drei Tönen geschützt sind – Bruckners
Melodie besteht nachweislich aus mehr als drei Tönen. Auf dem Album „Elephant“
der White Stripes steht: „Words and music by Jack White“, was demzufolge auch
für Seven Nation Army gilt, den ersten Song des Albums. Kein Hinweis auf
Bruckners Urheberschaft. Nun ist Bruckner bereits 1896 verstorben, und selbst
die immer wieder auf Betreiben der Verwertungsindustrie verlängerten
Schutzfristen greifen in diesem Falle nicht mehr. Vielleicht aber könnten die
bekannten Copyright-Cops Hand in Hand mit der GEMA dafür sorgen, daß die
Urheberrechts-Schutzfristen noch weiter verlängert werden, um Bruckner zu
seinem Recht zu verhelfen? Gorny, Chung, GEMA, übernehmen Sie!

16.07.2012

Woody Guthrie 100 Copyright

Wem gehört das Land? Wem gehört die Musik, die in
dem Land gespielt wird?

Wir feiern den 100. Geburtstag von Woody Guthrie
mit einem Zitat des großen amerikanischen Songwriters (und empfehlen neben
seiner Autobiographie das soeben erschienene Buch von Barbara Mürdter, „Die
Stimme des anderen Amerika“):

„Dieses Lied
ist in den USA für 28 Jahre (Woody Guthrie schrieb diesen Text 1930! BS) urheberrechtlich geschützt unter der Siegelnummer
154085, und wer immer dabei erwischt wird, wie er’s ohne Erlaubnis singt, wird
ein gewaltiger Freund von uns sein, weil uns das alles völlig egal ist.
Veröffentlicht es. Schreibt es auf. Singt es. Swingt dazu. Jodelt es. Wir haben’s
geschrieben, und mehr wollten wir nicht tun.“ (Woody Guthrie)

16.07.2012

Katholen Taliban Mosebach Papst Titanic

Das Schöne an den sogenannten Feuilletondebatten ist, daß
man sie meistens ignorieren kann. Wenn sich der „Einstecktüchleinkatholik“
(Wiglaf Droste) Mosebach in der „Berliner Zeitung“ ereifert und als
Katholen-Taliban geriert – muß man im 21.Jahrhundert ernsthaft darüber reden,
daß Mosebachs Sätze wie diese bescheuert sind?:

„Ich will nicht verhehlen, daß ich unfähig bin, mich
zu empören, wenn in ihrem Glauben beleidigte Muslime blasphemischen Künstlern –
wenn wir sie einmal so nennen wollen – einen gewaltigen Schrecken einjagen.“ (wörtlich! Also:
bitte Todesurteile für Salman Rushdie oder Shahin Najafi ausstellen!) „Es wird das soziale Klima fördern, wenn
Blasphemie wieder gefährlich wird.“ Aha.

Daß so ein Ekeltyp hierzulande ausgerechnet mit dem Büchner-Preis
ausgezeichnet wurde, ist jedenfalls ähnlich unappetitlich wie die Tatsache, daß
ihm für seine Tiraden Platz in einer seriösen Tageszeitung eingeräumt wurde.
Die Metzgerinnung darf ja schließlich auch nicht im Feuilleton für Ekelfleisch
werben, oder?

Doch der Wahnsinn hat Methode. Papst Benedikt fühlt sich durch „Titanic“
in seiner Ehre verletzt. Der Fall des Papstes, der ein Glas Fanta über seine
Soutane verschüttet hat, erregte Thomas Goppel, den Sprecher der „Christsozialen
Katholiken“ (CSK) in der CSU so sehr, daß er öffentlich meinte, er würde dem
Titanic-Chefredakteur Leo Fischer am liebsten die "Lizenz zum Schreiben entziehen". Daß es so eine Lizenz
allerdings gar nicht gibt, sie mithin auch nicht entzogen werden kann, ist dem
Herrn Landtagsabgeordneten und Staatsminister a.D. Goppel wohl entgangen. Aber
worum es den Herren Mosebach bis Goppel geht, ist klar: Zensur! Kopf ab für
Blasphemie! Denn das fördert schließlich das „soziale Klima“...

Wiglaf Droste schreibt dazu in einem aktuellen Text:

„Gesetzt den Fall, Gott existierte – würde ihn
interessieren, was die Leute über ihn reden? Kaum vorstellbar. Anders verhält
es sich, wenn Gott eine Erfindung oder eine Projektion ist von Menschen, die
mit sich und ihrem Leben alleine nicht zurande kommen und an
Autoritätsgläubigkeit leiden. Teil ihrer Zwangsvorstellung ist, daß der von
ihnen halluzinierte Gott auch von jedem respektiert werden müsse, der diese
Vorstellung nicht teilt; tut er es nicht, dann darf man ihn, den Ungläubigen,
der seinen Unglauben womöglich auch noch freimütig bekennt, dafür zur
Rechenschaft ziehen und ihn bestrafen, sogar mit dem Tod. (...)Wenn islamische
Klerikalfaschisten unmißverständlich zum Mord aufrufen und mit der Aussetzung
von Kopfgeldern zum Mord anstiften, dann handelt es sich dabei, unaufgeregt
gesagt, um Straftaten. Mit denen Martin Mosebach offen sympathisiert
(...) 

Ob umgekehrt Gott
die Anwesenheit von schwach denkenden, voraufklärerischen Ödemeiern und
Drögebäckern begrüßte, nur weil sie ihm schwärmerisch schmeicheln, kann nicht
ermittelt werden. Es ist Glaubenssache. Ich glaube nicht, daß Gott, so es ihn
gäbe, sich für einen Repräsentanten des Einstecktüchleinkatholizismus wie Martin
Mosebach interessierte, der aus Langeweile an sich selbst anderer Leute Blut
fließen sehen möchte.“

16.07.2012

Papst Geburtstag

Doch in Zeiten höchster Not, wenn also Farbfotos
des Papstes publiziert werden, der seine Fanta auf seiner Soutane verschüttet
hat, findet sich auch Trost, und er kommt von den Herren Barenboim und
Wowereit, ausgerechnet.

Die „Berliner Zeitung“ meldet, daß der Dirigent
Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra am 11.Juli dem Papst „mit einem Privatkonzert zum Namenstag
gratuliert“ hat. Musiziert wurde im Castel Gandolfino, der päpstlichen
Sommerresidenz bei Rom. „Gespielt wurden
Werke von Beethoven, Zu dem Konzert kam auch Berlins Regierender Bürgermeister
Klaus Wowereit.“

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