Bär Läsker, Frank Zander, Gänsebraten und eingefleischte Veganer
Auch so eine Figur ist der sogenannte Bär Läsker, bekannt geworden als Manager der Musikgruppe „Die Fantastischen Vier“ (deren Logo er sich im Oberarm eintätowieren hat lassen, als stete Erinnerung, wer seine Schecks bezahlt, sozusagen – Sie glauben nicht, welche Bandnamen ich mir in den Oberarm und andernorts habe tätowieren lassen!...) und als Castingshow-Heini. Neuerdings ist der Herr auf dem Vegan-Trip, hat ein Buch zu dem Thema veröffentlicht und ist dabei, die fleischfressende Welt zu missionieren. Unter anderem mit großartigen Weisheiten a la „Latte macchiato ist die Ursuppe der...
weiterlesenDavid Bowie stirbt in Madagaskar
Im Jahresrückblicks-Heft des Berliner Stadtmagazins „Zitty“ las ich einen der traurigsten Beiträge des Jahres, nämlich von einer Stephanie Grimm, über ihren „Großen Moment 2016“, und der war für sie der Tod von David Bowie am 11.Januar:
„Das kann nicht sein! Wo doch der Welterklärer meiner Jugend gerade so präsent war: neues Album! Geburtstagssause! Wenig später sitze ich im Flugzeug nach Madagaskar und kann nicht einmal eine Blume in der Hauptstraße ablegen. (...) Nie habe ich Berlin so vermißt, nie war ich so dankbar für das Netzwerk. Auf der Insel weiß niemand, wer Bowie...
Von Katholiken, Kommunisten und Konvertiten
In der „FAS“ durfte ich lesen, daß Harald Martenstein, einer der erzreaktionären Kommentatoren unserer geliebten Qualitätspresse mit wöchentlichen Kolumnen in „Zeit“ und „Tagesspitzel“, erbitterter Gegner aller „Gendertheorie“ und überhaupt einer der „publizistischen Anführer der neue Revolte“ (also der aktuellen „Revolte“ von rechts wohlgemerkt), in seinem frühen Leben lange Zeit bei der DKP war.
Das erklärt natürlich einiges, denn Renegaten sind immer die schlimmsten. Kein Katholik ist je so sehr Katholik wie der Konvertierte. Und all die Ex-Kommunisten, die in den Fluren...
Freiheit für alle Journalist*innen in der Türkei, auch für Deniz Yücel
Man würde ja um einiges lieber in die Kampagne für die Freiheit des Journalisten Deniz Yücel einstimmen, wenn diese Kampagne nicht unter dem Banner „Freiheit für Yücel“, sondern unter „Freiheit für alle Journalist*innen in der Türkei, auch für Deniz Yücel“ segeln würde.
Und wenn in einem zweiten Satz die deutsche Bundesregierung aufgefordert würde, sofort ihre Kumpanei mit der Erdogan-Diktatur aufzugeben und den sogenannten „Flüchtlings-Deal“ zu beenden.
Bukowski sagt...
„Das Problem dieser Welt ist, dass die intelligenten Menschen so voller Selbstzweifel und die Dummen so voller Selbstvertrauen sind“, sagte der Dichter Charles Bukowski einmal.
China: Das Gute siegt doch! oder: Wie der Bauer Wang Enlin einmal einen staatlichen Chemiekonzern erfolgreich verklagt hat
Das ist bisher meine Lieblings-Meldung des Jahres:
Ein Bauer in China hat sich 16 Jahre lang Jura beigebracht, um einen Chemiekonzern zu verklagen, der die Felder der Bauern im Dorf Yushutun bei Qiqihar im Nordosten Chinas vergiftet hat. Der Bauer Wang Enlin hat jetzt seine Klage gegen den staatlichen Chemiekonzern Qihua gewonnen, das Gericht sprach den Bauern Schadensersatz in Höhe von umgerechnet 110.000 Euro zu.
Seit 2001 las der 65jährige Wang Enlin, der nur drei Jahre zur Schule gegangen war, laut der Meldung in der „taz“ in einem Buchladen Gesetze, um seine Klage...
Tell the girls that I'm back in town - Original und müder Bilderbuch-Abklatsch
Daß die Musikindustrie alle Naslang eine neue Sau durchs Dorf treibt, und daß die embedded Musikpresse, die größtenteils von den Anzeigen der Musikindustrie lebt, darauf genau so reagiert, wie man es erwarten kann, gehört zu den Allgemeinplätzen angesichts des aktuellen Zustands der Musikindustrie und ist mithin eine eher langweilende Aussage.
Aktuelles Beispiel ist die österreichische Schlagerpopcombo Bilderbuch, deren „schwülstiger Renaissance-Pop“ (Johann Voigt in der „taz“) ein passender Sound zum Neobiedermeier unserer Tage darstellt. Und ich kann problemlos erklären,...
Fake-Feuilleton der "Zeit": Alles erfunden!
Fake News ist das neue Ding, über das sich unsere Qualitätspresse aktuell ereifert.
Was schon einigermaßen erstaunlich ist, denn die Fake News sind ja keine vermeintlich russische Erfindung, sondern seit jeher ein durchaus erfolgreiches Geschäftsmodell vieler deutscher Medien, von der Blödzeitung bis hin zu all den Yellow-Press-Publikationen, die sich mit der Erfindung von News und ganzen Stories zum Beispiel über den europäischen Adel eine goldene Blatt-Nase verdienen.
Daß ausgerechnet Mathias Döpfner, im Hauptberuf Vorstandschef des Springer-Verlags, in seiner Eigenschaft als...
Refugees welcome!
Am letzten Samstag haben in Barcelona nach Polizeiangaben 160.000 Menschen für die Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert. Die Organisatoren von »Unser Haus ist euer Haus« sprachen sogar von einer halben Million Menschen. Es wäre damit in Europa die größte Kundgebung seit Beginn der Flüchtlingsbewegung 2015.
Unter dem Motto »Wir wollen aufnehmen – Schluss mit den Ausreden« protestierten die Teilnehmer insbesondere gegen die Madrider Antiflüchtlingspolitik. Die spanische Regierung hat bisher nicht einmal ihre minimale Zusage umgesetzt, bis zu 16.000 Flüchtlinge aufzunehmen.
Wäre...
Kluger Kopf kann nicht bis 2 zählen
Bekanntlich steckt hinter einer großen deutschen Tageszeitung ein kluger Kopf. Manchmal aber auch einer, der nicht bis zwei zählen kann: Eckart Lohse berichtet vom Auftritt der Kanzlerin im NSA-Untersuchungsausschuß des Bundestags, und wie Merkels Antworten immer schmallippiger ausfallen:
„Kurz nach 13 Uhr begann sie damit, manche Fragen der Abgeordneten nicht mehr mit ‚Nein’ zu beantworten, sondern nur noch mit ‚Nö’. Immerhin: ein Buchstabe gespart.“
R.I.P.
R.I.P. Peter Rieger!
Immer traurig, wenn ein geschätzter Kollege geht.
Als ich im Herbst 2013 meine Konzertagentur schloß und in mein kleines „Büro für Musik, Texte & Strategien“ transformierte, schrieb mir Peter Rieger eine so überraschende wie schöne Mail.
Unter anderem schrieb er:
„I started the business out of a passion for music - but now the passion is all about money.“
Wie Recht er hatte...
Omerta bei Volkswagen
Ex-VW-Chef Martin Winterkorn machte vor dem Untersuchungsausschuß des Bundestags den Hasen und wußte von nichts, wann immer es ernst wurde. Die systematischen Manipulationen an den Autos? Haben sich an ihm vorbei abgespielt, er war nicht involviert, er hatte keine Ahnung, bedauerlich bedauerlich... Der Chef eines der größten Autokonzerne der Welt eine bloße Randfigur, die von nichts gewußt hat, komplett ahnungslos.
Winterkorn erhält von seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem Volkswagen-Konzern, eine Rente in Höhe von 3.100 Euro. Am Tag. 93.000 Euro pro Monat. Man nennt es Schweigegeld...
Batman Trump
Aus Trumps Inaugurationsrede:
„… we are transfering power from Washington D. C. and giving it back to you, the people.“
Aber wer hat das als Erster gesagt, wer hats erfunden?
Man kann die Zeile wortgleich im dritten Teil der Batman-Trilogie von Christopher Nolan hören. Dort verkündet Bane den Bürgern von Gotham City, daß sie nun selbst die Macht über die Stadt haben. Popkultur rules! Alles Fledermaus, irgendwie.
Scheißhausfliegenfrechheit
„Wolfgang Welt hatte das, was jeder Rockjournalist zuverlässig haben muss, wenn er wahrgenommen werden will: 25 Prozent Kennerschaft, 25 Prozent Leidenschaft und mindestens 60 Prozent Scheißhausfliegenfrechheit.“
Frank Schäfer über Wolfgang Welt – aber eigentlich ins Stammbuch des Popjournalismus...
R.I.P. Mark Fisher!
Der britische Autor, Musiktheoretiker und Kapitalismuskritiker hat seinem Leben ein Ende gesetzt. Seine Bücher, vor allem "Capitalist Realism: Is There No Alternative?" und "Ghosts of my life" (deutsch: "Gespenster meines Lebens. Depression, Hauntology und der Verlust der Zukunft", 2015 bei Edition Tiamat, und ich bin stolz, daß meine Bücher im gleichen Verlag erscheinen...), haben mein Denken stark beeinflußt, ohne sie hätte mein Buch "Das Geschäft mit der Musik" (in dem ich mich mehrfach auf Fisher beziehe) eine andere Gestalt.
Und Leute, die so spannend wie Fisher in seinem Blog "...


