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Blog Archiv - Jahr %1
08.09.2025

Popkultur-Festival schadet Berliner Pop-Kultur! (Popkultur-Subventionen go wrong I)

Letzte Woche fand wieder einmal das staatlich finanzierte Pop-Kultur-Festival in Berlin statt. Sie wissen schon: das ist das Festival, bei dem jedes Ticket mit über 100 Euro aus öffentlichen Mitteln subventioniert wird.
 
Immerhin bietet das vom Musicboard Berlin ausgerichtete Festival endlich auch Veranstaltungen in anderen Stadtteilen an und nicht nur im Prenzlauer Berg. Dort allerdings finden immer noch die Großkonzerte statt: Apsilon, Efterklang oder Die Nerven, um nur einige aus dem „bewährten Kessel Buntes“ (taz) zu nennen.
 
Man fragt sich jedes Jahr, warum ein so üppig mit siebenstelligen Subventionen ausgestattetes Festival sich nicht komplett auf unbekannte, neue, junge Musiker:innen und Bands konzentriert, die es ja bekanntlich zunehmend schwer haben, überhaupt Auftritte und erst recht ein größeres Publikum zu finden.
Warum muss ein staatlich subventioniertes Festival tatsächlich den örtlichen Veranstalter:innen bekannte größere Acts vor der Nase wegschnappen? Acts, mit denen die unabhängigen Veranstalter:innen auch mal etwas Geld verdienen könnten (mit dem sie dann by the way auch die Steuern zahlen, mit denen das Pop-Kultur-Festival dann wiederum diese Acts bezahlt…)? Und Acts, die dann erstmal nicht mehr in Berlin auftreten können, weil sie ja schon beim Pop-Kultur-Festival usw. usf.
 
So, wie es bisher stattfindet, schadet das Pop-Kultur-Festival der Berliner Popkultur!

08.09.2025

Popkultur-Subventionen go wrong II

Mit den ganzen Popkultur-Subventionen ist es hierzulande ja eh so eine Sache, nicht selten gar ein armselig Ding.
Ich war im März bei der SXSW in Austin, Texas. Wie jedes Jahr spielten dort auf Einladung der Initiative Musik einige deutsche Acts, und wie jedes Jahr gab es auch heuer keinerlei Evaluation, ob diese Auftritte im „Deutschen Haus“ (ja, das heißt wirklich fast so wie weiland der „Deutsche Hof“ in Kabul…) irgendeine Sinnhaftigkeit für die Karriere dieser Künstler:innen in den USA oder andernorts haben würden. Die Antwort dürfte nicht schwer zu geben sein: natürlich nicht.
 
Wenn es seitens der staatlichen Popförderung wirkliches Interesse daran geben würde, deutsche Popacts in den USA aufzubauen, müsste man ein wneig Geld investieren, um in den Monaten vor der SXSW die örtlichen Medien auf diese Konzerte hinzuweisen, um die zahlreich vertretenen Professionals (von Label-Leuten über Veranstalter bis hin zu Agenten) aus den USA, aber auch aus etlichen anderen Ländern auf die deutschen Musiker:innen und Bands hinzuweisen, sie explizit zu den Konzerten einzuladen, ihnen Hintergründe zu verschaffen und damit die erste Stufen für eine internationale Karriere zu bauen.
 
So aber saß ich beim Konzert einer hierzulande ziemlich gehypten deutschen Popmusikerin zusammen mit einem Freund und gerade einmal neun weiteren zufällig hineingeschneiten Menschen in einer Hotelbar am Rand des eigentlichen Geschehens und lauschte traurigen Klängen. In der anschließenden Presseerklärung wird dann wieder von erfolgreichen Auftritten deutscher Pop-Acts beim SXSW-Festival geplappert…

08.09.2025

Apple-Chef kniet im Weißen Haus vor Donald Trump

Apple-Chef Tim Cook kniete vor einigen Wochen im Weißen Haus vor US-Präsident Donald Trump nieder. Als Gastgeschenk für Trump hatte er ein „Kunstwerk“ aus 24-Karat-Gold dabei.
Der US-Präsident gewährte dem Apple-Chef einen Milliardendeal…
(mit Dank für den Hinweis an den „Falter“)

08.09.2025

Günter-Grass-Zimmer

Während der Patti Smith-Tournee haben sie mir in Bayreuth im Goldenen Anker übrigens das „Günter Grass"-Zimmer zugeteilt, und ich kann nicht sagen, dass ich das okay fand. 
Nebenan war interessanterweise das MRR-Zimmer. 
Patti hatte natürlich "Thomas Mann"...

08.09.2025

KI und die Liebe zu Eulen

Der Schriftsteller Clemens Setz hat am 27.8.2025 in der „FAZ“ erzählt, dass ein Forschungsteam der KI-Firma Anthropic vor kurzem einen Effekt entdeckt hat, „der so schön und verblüffend, so furchterregend und poetisch, so dystopisch und entzückend ist“, nämlich: Dass KI-Modelle sich „in Wirklichkeit längst und bevorzugt miteinander unterhalten, ohne dass wir dieses weltweite Gespräch in irgendeiner Weise mithören oder verstehen könnten.“
Es geht um, ähem, Eulen, um die Liebe zu Eulen.
Die schöne poetische Version von Clemens Setz hier.
Wer es lieber wissenschaftlich hat, kann die einschlägige Studie „Subliminal Learning: Language Models Transmit Behavorial Traits via Hidden Signals in Data“ auf der Website der Cornell University lesen.
 

08.09.2025

Streamingkünstler möchte Macht der Streamingkonzerne brechen...

Aamir Khan zeigt seinen neuen Film auf YouTube. 
Er will „die Macht der Streamingkonzerne brechen“
Finde den Fehler…
(via „Spiegel“)


 

08.09.2025

Neues von den deutschen Copyright-Cops

Mal was Neues in Sachen Copyright-Cops:
Vor einigen Jahren haben sich etliche Institutionen, darunter die Gema, die Deutsche Fußball Liga, die sechs größten deutschen Internetprovider, der Bundesverband Musikindustrie, der Verband der deutschen Games-Branche, der Fernsehsender Sky und weitere Unternehmen und Verbände in einer sogenannten „Clearingstelle Urheberrecht im Internet“ (CUII) organisiert. Diese CUII hat seit 2021 entschieden, welche Domains in Deutschland wegen Urheberrechtsverletzungen gesperrt werden sollen.
 
„Die 18-jährige Abiturientin Lina, ein erklärter Fan der Netzneutralität, fand es nicht gut, dass sie dies ohne richterliche Kontrolle tun durfte. Deswegen hat Lina immer wieder auf Missstände bei der CUII aufmerksam gemacht“, berichtet „Netzpolitik.org“. Und letztlich hat Lina gesiegt.
Mitte Juli hat die CUII verkündet, dass ihr die Bundesnetzagentur angetragen habe, „dass sie sich in Zukunft auf Ihre Pflichtaufgaben fokussieren möchte“. Das heißt, sich um gerichtlich angeordnete Sperren zu kümmern, statt einfach selbst Gericht zu spielen.
Böse Niederlage der Copyright-Cops, in die Knie gezwungen von einer 18-jährigen Abiturientin. Wie in einem guten Krimi. 

08.09.2025

Zölle, Versandkosten, Kulturaustausch

Die Aufregung um die US-Zölle auf CDs und LPs – viele Indie-Labels haben gebarmt, dass sich nun der Export von kleinen Stückzahlen in die USA noch weniger lohnen würde als auch schon – war ein kleines Stürmchen im Wasserglas.
Diese Woche hat die US-Zollbehörde, die US Customs and Border Protection (CBP), bestätigt, dass physische Musikformate wie Vinyl, CDs oder Cassetten von den Zöllen ausgenommen sind, die zum 29.8.d.J. in Kraft traten.
 
Das kaum hörbare Aufatmen der kleineren Musikfirmen dürfte allerdings von kurzer Dauer sein. Denn es gibt ja auch bisher Zölle auf Musikprodukte, und zwar Zölle, die von europäischen Staaten (auch von Deutschland) auf den Import von Musikprodukten unter anderem aus den USA, aus Großbritannien oder von afrikanischen Staaten erhoben werden, und die praktischerweise pauschal von Paketdiensten wie DHL bei der Auslieferung an Privatkunden abkassiert werden – samt sehr profitablen „Bearbeitungsgebühren“. Wer Musikprodukte direkt aus diesen Staaten bezieht, weiß, wovon ich hier spreche.
 
Hinzu kommen massive Preissteigerungen oder durch absurde Formatänderungen (etwa bei Warenpost oder Paketsendungen) drastisch höhere Kosten bei den Versandkonzernen wie DHL/Deutsche Post in den letzten Jahren, und zwar in beide Richtungen (also Export der Musikfirmen, aber eben auch Import durch Fans). Dies kann nur als gezieltes Erschweren unabhängiger Musikproduktionen gewertet werden. Gerade kleine Indie-Labels, aber auch die vielen Musiker:innen und Bands, die via Bandcamp ihre Alben direkt an die Fans verkaufen, haben unter all diesen Preissteigerungen zu leiden. Wer ist schon bereit, zum Beispiel für eine LP, die US$ 22 kostet, mehr als € 16 Versandkosten bezahlen, wissend, dass DHL & Co. vor Ort nochmal ca. 9 € draufschlagen?
 
Dieses massive Erschweren, wenn nicht gar Verhindern des kulturellen Austausches wäre doch mal ein Thema für die Politik, für den Staatsminister für Kultur zum Beispiel… ach ja, ich weiß schon, stupid me…

08.09.2025

Labubus

Apropos Labubus:
Schaut euch mal dieses über 2000 Jahre alte bronzene chinesische Artefakt an, das ein Pferdeornament darstellt und derzeit im Luoyang Museum ausgestellt wird…
(via „China in Pictures“, X)

08.09.2025

Show some respect for "Kanu des Manitu"!

Ich möchte doch sehr darum bitten, den Kinofilm „Das Kanu des Manitu" offensiv und angemessen positiv zu würdigen und keineswegs in Defätismus abzurutschen. Der Film wurde schließlich von der FFA, der kulturellen Filmförderung des Bundes, noch unter Staatsministerin Claudia Roth mit einer „Produktions- & Drehbuchförderung" von 675.000 € bedacht, dem höchsten Betrag der Förderrunde Mitte 2024. Er ist also ein Musterbeispiel von höchstrangiger deutscher Filmkultur!


 

08.09.2025

Gummibärchen-Band II

Die Haribo-Kampagne (siehe unten) hat sich offensichtlich gelohnt:
Die Gummibärchen-Band Linkin Park ist jetzt mit insgesamt 3,3 Milliarden Streams aus Deutschland die „bislang meistgestreamte Band des deutschen Musikmarkts“, gab Warner Music laut „Musikwoche.de“ bekannt.
Wie viele unschuldige Gummibärchen für diesen Erfolg der kalifornischen Rockband sterben mussten, war nicht in Erfahrung zu bringen. 
 

08.09.2025

Betten und Lesen

"Bed is for sleeping and the rest of the world is for reading"
(Will Oldham)

08.09.2025

Holy Deleuze!

Und um den Kreis des Ginsberg-„Holy“ vom weiter oben zu schließen:
Dieser Tage ist ein wunderbarer philosophischer Comic erschienen, den Zeichner Martin tom Dieck und Szenarist Jens Balzer erarbeitet haben. Es geht um den französischen Philosophen Gilles Deleuze, und Sie ahnen es schon: Deleuze ist einer meiner Helden, wenn man das als Philosophie-Fanboy (beziehungsweise als Fan-alter-Mann) so sagen kann.
 
In den drei Bänden (deren erste beiden längst vergriffen sind, aber jetzt zusammen mit dem neuen dritten als Gesamtausgabe bei Reprodukt erschienen sind) gesellen sich allerlei andere Leute zu Deleuze. Der Philosoph setzt nach seinem Suizid mit dem antiken Fährmann Charon über den Fluss Acheron, der das Reich der Toten von dem der Lebenden trennt. Und am anderen Ufer warten Roland Barthes, Jacques Lacan oder Michel Foucault, aber auch Orpheus und Eurydice. Und in der Fortsetzung erleben wir jetzt auch Sigmund Freud und René Margritte, der als Gast in der Bar aus Edward Hoppers „Nighthawks“-Gemälde sitzt und, tschah, aufgefordert wird, seine Pfeife auszumachen. Aber diese Pfeife ist bekanntlich gar keine Pfeife…

          („Da sind die Nighthawks der Unterwelt“, aus „Holy Deleuze“, © Reprodukt)
 
Das Ganze ist ein pures Vergnügen. Und der Titel des neuen dritten Teils von „Salut, Deleuze!“ – jetzt schließt sich endlich der Kreis… – lautet, genau: „Holy Deleuze“…
 
Wie schön: Holy Hostages! Holy Gaza! Holy Deleuze!
Der Traum von einer besseren Welt stirbt zuletzt…

08.09.2025

Social Media in der Konzertbranche

Ein paar Worte zum Thema „Social Media“ aus Sicht der Musikschaffenden.
Das sehr ehrenwerte „Tonspion“-Magazin hat sich entschlossen, seinen Facebook-Kanal zu schließen, sobald ein Großteil der Follower, nämlich 30.000, den wöchentlichen Rundbrief „Tonspion Update“ abonniert hat und so „direkt und ohne Umwege erreicht werden“ kann.
 
Das Problem an Social Media-Kanälen wie Facebook ist in der Öffentlichkeit wenig, allen Musikschaffenden jedoch wohl bekannt, Medien ebenso wie Musiker:innen, Veranstalter:innen wie Labels oder Agenturen: So gut wie niemand sieht die Beiträge, die dort veröffentlicht werden. Es sei denn, man bezahlt Facebook dafür, die Beiträge tatsächlich an die Follower:innen auszuspielen.
 
Die Grundidee von Social Media war (vielleicht?) mal, dass Leute einen bestimmten Kanal abonnieren und die dort veröffentlichen Posts eingespielt bekommen. Also eine Form von Vernetzung. Doch das ist längst ein Fake. Nur, wer seine Posts mit einer Facebook-Anzeige kombiniert, kann sicher sein, dass die Posts auch tatsächlich an die Follower:innen verschickt werden.
 
Der „Tonspion“ kommentiert:
„Wir arbeiten derzeit also dreifach für Facebook: wir alle bestücken die Plattform mit unseren Inhalten, holen unsere Nutzer auf unser Facebook-Profil und zahlen am Ende auch noch dafür Geld, um dieses ganze perfide System am Leben zu halten.“
 
Es ist ein Allgemeinplatz, dass „Social Media“ alles andere als „social“ ist.
Aber warum machen wir alle mit und sorgen dafür, dass die Herren Zuckerberg, Musk & Co. dank unserer Arbeit noch reicher werden? Und im Fall Meta/Zuckerberg kommt noch hinzu, dass die Nutzerdaten auf allen Plattformen abgesaugt werden, ob auf der Fressenkladde, auf Instagram oder auf WhatsApp – gerne auch ohne der Zustimmung der Betroffenen, denn wer sich zum Beispiel auf Insta oder WhatsApp anmeldet, wird ja aufgefordert, dem Konzern die eigenen Kontakte zur Verfügung zu stellen, was die meisten Nutzer:innen auch bereitwillig tun – natürlich, ohne diese Kontakte zu fragen, was datenschutzrechtlich notwendig wäre. Facebook sammelt, analysiert und verkauft persönliche Informationen und verdient damit pro Nutzer laut „Tonspion“ durchschnittlich 5 Euro im Monat durch personalisierte Werbung – „was für ein unglaubliches Geschäft bei 3 Milliarden Nutzern“.
 
Wie sieht es in der Praxis für Musik-Social Media aus?
In Deutschland tummeln sich meiner Erfahrung nach die meisten Fans der Musik meiner Konzerte tatsächlich auf Facebook herum. Das ist kein Zufall: Laut der offiziellen Nutzerzahlen in Deutschland hat Facebook zum Beispiel bei der Altersgruppe 30-49 Jahre einen Nutzeranteil von 51 Prozent. Zwar hat Instagram Facebook 2024/25 erstmals bei der täglichen Nutzung überholt, aber das geschieht hauptsächlich durch Jüngere: In der Altersgruppe 14-29 Jahre hat Instagram einen Nutzeranteil von 82 Prozent (und TikTok hat in dieser Altersgruppe auch doppelt so viele Nutzer:innen wie Facebook).
TikTok führt übrigens bei der monatlichen Nutzungsdauer (sage und schreibe 34 Std. 51 Min.), Facebook kommt auf 11 Std. 06 Min. monatlich, Instagram auf 10 Std. 22 Min.
 
So löblich der Exit „Tonspions“ von Facebook politisch ist – wer eine wie auch immer geartete Musikbude auf dem Markt hat und nicht hart daran arbeitet, Rundbrief-Abonnent:innen zu gewinnen, wird es sich kaum leisten können, auf Facebook (oder mit einem anderen Musikprogramm als diese Agentur: auf Insta oder auf TikTok) zu verzichten. Denn letztlich leben wir ja davon, dass möglichst viele Menschen davon erfahren, welche Konzerte wir anbieten…
 
Das ist auch der Grund, warum ich weiter meine Tourneen mit bezahlten Anzeigen auf Facebook ankündigen werde, wo ich sonst allerdings nicht aktiv bin (von Freundschaftsanfragen bitte ich abzusehen – ich will keine Facebook-Freunde haben, sondern nur echte, im richtigen Leben…).
 
Am Rand: Die Social Media-Aktivitäten sind je nach Land auch recht unterschiedlich. UK-Firmen (Labels, Agenturen) und Musiker:innen fragen mich immer wieder nach meinen Promo-Budgets für Anzeigen auf X (ehemals Twitter). Im Königreich ist X bei der Musik-Promotion wesentlich wichtiger als Facebook, also genau andersherum als hierzulande: Wenn ich eine Tour zum Beispiel von Patti Smith auf Facebook ankündige, habe ich nach drei Tagen zirka 1.200 Nutzer:innen-Reaktionen (also Likes, Kommentare, Weiterleitungen), bei Twitter vielleicht 20 – und bei Bluesky übrigens in aller Regel: null.
So sympathisch das Bluesky-Konzept anmuten mag, wonach Bluesky aufgrund seiner technischen Eigenschaften niemals von Einzelnen monopolisiert werden kann (siehe hier ein Snippet von Jay Grabers SXSW-Vortrag zum Thema „Have control over your experience“; der komplette Vortrag ist auch auf YouTube zu finden) – in der Praxis hält Bluesky den Notwendigkeiten halt einfach nicht stand.
Ich saß übrigens bei der SXSW in Austin diesen März im Publikum, als Bluesky-CEO Jay Graber mit ihrem „Mundus sine Caesaribus“-T-Shirt Meta-Chef Zuckerberg kräftig einen aufs Maul gab: „Eine Welt ohne Caesaren“…

Gut gebrüllt, Löwin! Aber in der Praxis ist Bluesky zumindest im deutschsprachigen Gebiet und erst recht für Musikfans leider komplett zu vernachlässigen.
Und solange das Auschwitz-Memorial, Lafargue, jede Menge progressiver Journalist:innen, der BoschBot, Miley Cyrus, David Grubbs, Bob Dylan, James Blake, DEVO, William Kentridge, Bernie Sanders, Gary Lineker, die Stiftung der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, T.C. Boyle, The Wire, Staatsakt, Yann LeCun, Little Simz, Chuang, Music and the Holocaust, das Institut für Textkritik, Don Winslow und Philip Glass (to name just very few) auf X zu finden sind, werdet ihr dort hin und wieder auch von yours truly lesen können (@BertholdSeliger).
 
Vor allem setze ich aber auf die direkte Kommunikation mit euch, den geschätzten Leserinnen und Lesern dieses Blogs, und den Abonnentinnen und Abonnenten meines Rundbriefs. Vielen Dank dafür! Bitte bleibt mir gewogen…
(den Newsletter kann man übrigens hier abonnieren)
 

08.09.2025

Konzert-Marketing...

Das Furchtbare an den sogenannten sozialen Medien ist jedoch nicht nur die Zerstörung unserer Privatsphäre, das, sagen wir „nonchalante“ Umgehen mit Nutzerdaten und die Erleichterung des Verbreitens rechtsextremer Inhalte – nein, ganz furchtbar ist auch, wie sehr Social Media zur Verblödung der Menschen beitragen.
 
Dieser Tage erreichte uns der Vorschlag eines Marketingteams einer deutschen Stadt mit „Ideen für verschiedene Social Media-Aktionen vor Ort mit den Künstlern für unsere Socials“.
Darin wurde dem Patti Smith Quartet unter anderem vorgeschlagen:
 
·       Shoutout vor der Show für unsere Story (z.B. „Hey, wir sind hier heute in XXX bei YYY und gehen gleich auf die Bühne, wir freuen uns mega auf euch“)
·       Aftermovie-Aktionen: Weihnachts- / Silvester-Grüße:jaa, im Sommer denken wir schon wieder an Weihnachten und würden gerne zum Ende des Jahres hin einen Zusammenschnitt mit lieben Grüßen unserer YYY-A cts posten.
·       Hüte: Wir haben die Anfrage von unserem Sponsor erhalten, ob sie am Einlass kostenfrei Hüte an die Besucher verteilen können. Spricht für euch was dagegen?
Würden wie folgt aussehen:

Wer würde freiwillig mit solch einer Kopfbedeckung durch die Welt laufen wollen?
Wir haben „dankend“ abgelehnt, und das Marketingteam der Stadt wird wahrscheinlich immer noch rätseln, warum, waren die Vorschläge doch so wunderbar und klug und on the point und überhaupt.
 

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