Vinylpreisbremse
Der sehr geschätzte Kollege und Freund Maurice Summen hat in seinem Mai-Newsletter eine „Vinylpreisbremse“ gefordert. Weil, ihr wisst schon: Die ganzen Dinger werden ja aus Erdöl hergestellt, nicht zuletzt auch diese „speziellen Folien, auf denen die Vinylpressvorlage geschnitten wird, die leider nur noch von einer einzigen Firma in Japan hergestellt werden“.
Und weil die Straße von Hormus wohl noch eine ziemliche Weile blockiert bleiben dürfte, wird auch der Vinylpreis in den nächsten Wochen und Monaten massiv ansteigen. Also: Die Dinger werden noch teurer werden als sowieso schon.
Eigentlich eine gute Idee, diese Vinylpreisbremse, wenn, ja, wenn es nicht die Bundesregierung gäbe. Denn ich halte jede Wette: Wenn Kulturstaatsminister Weimer das Thema anfassen würde, käme da ungefähr das raus, was auch bei der Benzinpreisbremse passiert: Die Tankstellen dürfen ja bekanntlich nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, den Benzinpreis erhöhen. Das Ergebnis dieser an Weisheit kaum zu überbietenden Maßnahme der Bundesregierung: Der Benzinpreis ist jetzt noch teurer als zuvor, und die Konzerne fahren Rekordgewinne ein und machen noch mehr Profit als auch schon.
Wobei, Herr Weimer in seiner einzigartigen politischen Klugheit würde, sollte eine Vinylpreisbremse um 12 Uhr nicht funktionieren, sicher stante pede eine brillante Lösung anbieten und unmittelbar eine zweite Vinylpreisbremse um 12:30 Uhr nachschieben…


