10.05.2026

Sozialticket, Alben zum Soli-Preis und kulturelle Teilhabe

Wie wäre es denn, wenn Musiker:innen und Tournee- und örtliche Veranstalter über neue Wege nachdenken würden, um auch Menschen mit geringerem Einkommen Konzertbesuche und mithin kulturelle Teilhabe zu ermöglichen?
Die Ärzte zum Beispiel bieten ja für einige Konzerte ein Sozialticket an. Berliner:innen, die Bürgergeld beziehen, Wohngeld bekommen oder die Grundsicherung im Alter erhalten, konnten für die Großkonzerten der Band 2024 auf dem Tempelhofer Feld Tickets für 19,90 Euro erwerben. Top Aktion!
Natürlich ist das schwer zu organisieren und mit beträchtlichem Aufwand verbunden. Können sich die Ärzte sicher einfacher leisten als kleinere Bands und Veranstalter:innen.
 
Eine tolle Idee hat auch der Münchner Musiker, Vogelstimmen-Experte und Labelbetreiber Mathias Götz: Das neue Album „Radical Hope“ der Band Le Millipede hat drei unterschiedliche Preise: 25 € regulär, 15 € ermäßigt („wenn es gerade finanziell eng ist“), und > 25 € Support-Preis („wenn ihr das Projekt zusätzlich fördern möchtet“).
 
In seinem Rundbrief schreibt Mathias Götz:
„Mir ist wichtig, dass Musik für alle zugänglich bleibt — dieses Modell soll das ermöglichen und gleichzeitig helfen, die entstehenden Kosten zu tragen.“
Und: „Dieses Projekt ist mehr als Musik für mich: Es ist die Hoffnung, etwas Nachhaltiges aufzubauen — ein Label, das Raum für Haltung lässt. Wenn der Start klappt, möchten wir regelmäßig neue Veröffentlichungen ermöglichen.“
 
Bravo!
In Zeiten, da LPs gerne zu astronomischen Preisen angeboten werden (und zusätzlich mit unfairen Versandkosten), ist das ein Weg, der Musiker:innen und Fans helfen kann.