Der Kulturstaatsminister und die Krönung der Musik
In seinem Haushaltsentwurf für den Bundeskulturhaushalt 2027 hat Wolfgang Weimer den Rotstift angesetzt. Die Initiative Musik soll demnach mit knapp 22 Prozent weniger auskommen als bisher. Wenn das „German Haus“ bei der SXSW nächstes Jahr nicht mehr finanziert werden kann, weinen wir dem keine Tränen nach. Aber es ist zu befürchten, dass die Almosen, die Musiker:innen, Plattenfirmen, Clubs und Veranstalter bisher aus den Mitteln der Initiative Musik erhalten, drastisch gekürzt werden.
Gleichzeitig plant der Kulturstaatsminister auch, den Festival-Förder-Fonds auf zwei Millionen Euro zu halbieren. Der Amateurmusikfonds soll 1,6 Millionen Euro weniger bekommen, und auch der Posten „Einzelprojekte Musik“ wird um mehr als eine Million Euro zusammengestrichen.
Der Kulturkämpfer Weimer ist kein Freund der Popkultur, soviel steht fest.
Dafür ist er ein Bayreuth-Fan: Die Bayreuther Festspiele sollen als eine der wenigen Kulturinstitutionen eine deutliche Erhöhung ihrer Zuschüsse um etwa eine Million Euro erhalten auf dann 5,267 Mio. €. Bayreuth erhält also mehr als der ganze Festival-Förder- sowie der Amateurmusikfonds zusammen. Bayreuth ist laut Weimer eben „die Krönung der Musik“.
Der Kulturstaatsminister warf sich im Vorfeld der Bayreuther Festspiele schon mal für die renommierte Kulturfachzeitschrift „Bunte“ in Pose:

(Quelle: BUNTE, 23.7.2026)
(unpopular Opinion: Dass der mit Abstand bestgepamperte Branchentreff hierzulande, das Reeperbahn-Festival, statt 6,275 Millionen „nur“ noch 3 Millionen Fördergelder bekommen soll, dürfte angesichts der üppigen Subventionen durch EU und Hamburger Senat zu verschmerzen sein)


