20.04.2018

Kleine-Welt-Phänomen: Chris Dercon & Alice Weidel

Das „Kleine-Welt-Phänomen“ ist hinlänglich bekannt: Über eine Kette von etwa sechs Personen ist jeder Mensch mit jedem anderen auf der Erde verbunden.
Bei manchen ist die Kette aber auch deutlich kürzer.
Chris Dercon, der geschasste Volksbühnen-Intendant, und die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag,
Alice Weidel, sind über nur eine Person verbunden:


Chris Dercon und Ai Weiwei, am 16.April 2018.
(Quelle: Instagram-Account von Ai Weiwei)
 

Ai Weiwei und Alice Weidel, am 18.April 2018.
(Quelle: Twitter-Account von Alice Weidel)
 

13.04.2018

Kontrollgesellschaft: Bands machen Fans glücklich, indem sie ihnen während der Konzerte die Smartphones sperren

Der Schlaf der Vernunft gebiert bekanntlich Ungeheuer. Was aber würde Goya zum Thema machen, lebte er heute? Jedenfalls, die Existenz sogenannter Smartphones gebiert neue Geschäftsmodelle, auch im Konzertgeschäft: Nämlich das Wegsperren von Smartphones während Konzerten.

Yours truly hat im April 2012 geschrieben:
„Eigentlich bin ich kein Kulturpessimist, aber ich denke, man kann festhalten, daß die Kulturtechnik ‚mal eine Stunde seine Klappe halten und einem Künstler zuhören, der auf der Bühne ein Konzert gibt’, im Aussterben begriffen ist. Heutzutage sind die Konzerte voll von Menschen, die wohl unter von Smartphones und Facebooks vage übertünchten Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen leiden – man besucht leise Singer-Songwriter- oder Indiefolk-Konzerte, kann aber nicht zuhören und auch weder stillstehen noch stillsitzen, alles, was man gerade denkt, muß dahergeplappert und auf Facebook gepostet werden. Rätselhaft, warum Leute 15 Euro Eintritt bezahlen, um doch nur zu quatschen oder zu telefonieren oder zu fotografieren. Wo ist hier der „I don’t like“-Button?!?
(...und übrigens: wenn ihr dann alle mal ausgeplappert und all eure banalen Gedanken auf Facebook gepostet habt, werdet ihr feststellen, daß man soziale Netzwerke nicht essen und Facebook-Freunde nicht in den Arm nehmen kann...)“

Vor zwei Jahren hat Jack White versucht, das unsägliche Fotografiere und Gepos(t)e mit Smartphones während seiner Konzerte einzudämmen, indem er seine Fans aufforderte, die Telefone in die Tasche zu stecken und sich auf das Konzertergebnis zu konzentrieren, statt schlechte Mitschnitte zu posten. Gleichzeitig stellte er auf seiner Homepage kostenlos Konzertfotos sehr guter Qualität zur Verfügung. Bei dem Berlin-Konzert, das ich sah, klappte das eigentlich ganz gut, und fast alle Fans ließen ihre Smartphones Smartphones sein.
Aber offensichtlich funktionierte das Ganze nicht wirklich verläßlich und dauerhaft, die Sogwirkung des Smartphones in der Tasche scheint einfach zu groß. Denn jetzt bedient sich auch Jack White, neben Künstlern wie Alicia Keys, Guns N Roses, The Lumineers oder Dave Chappelle, eines neuen Geschäftsmodells: Den Fans wird nicht mehr erlaubt, ihre Smartphones im Konzertsaal zu nutzen. Und das funktioniert so: beim Eintritt müssen alle Besucher*innen ihre Telefone in einen abschließbaren Beutel packen, der von den Veranstaltern in drei Größen angeboten wird und an eine Laptop-Hülle erinnert. Diese Hülle verunmöglicht die Nutzung des Telefons, man kann weder telefonieren, noch Fotos machen, noch Songs mitschneiden oder sonst etwas. Außerhalb des Konzertsaals gibt es Zonen, in denen die Smartphones freigeschaltet, also wieder genutzt werden können.
Das Geschäftsmodell wurde vom Startup Yondr aus San Francisco entwickelt und wird in den USA bereits von etlichen Musiker*innen und Bands genutzt, ist neuerdings aber auch in Europa auf dem Vormarsch und wird in aller Regel von den Merchandise-Firmen gehändelt, die sowieso mit den Bands auf Tour sind und die sich über ein Zusatzgeschäft freuen können.

Ach ja, und interessant ist, was mir einige der Leute, die den Fans die Smartphone-Pouches verpassen, berichtet haben: Von den meisten Fans wird das alles zunächst etwas widerwillig mitgemacht, aber nach dem Konzert gibt es nicht wenige, die sich bedanken, wenn sie ihr Telefon wieder entsperren lassen: „So habe ich ein Konzert noch gar nicht erlebt, so intensiv und ohne Smartphone! Toll!“, sagen die Leute dem Vernehmen nach.

Was das alles philosophisch und soziologisch bedeutet, können Sie bei Deleuze und Foucault nachlesen, unter dem Stichwort „Kontrollgesellschaft“: Kontrolle ist der Name, den Burroughs vorschlägt, um das neue Monster zu bezeichnen, in dem Foucault unsere nahe Zukunft erkennt“, schreibt Deleuze und benennt „die ultra-schnellen Kontrollformen mit freiheitlichem Aussehen, die die alten – noch innerhalb der Dauer eines geschlossenen Systems operierenden – Disziplinierungen ersetzen.“

13.04.2018

Echo 2018, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Musikindustrie

Der „Echo“, diese Werbeveranstaltung des Lobbyverbands der deutschen Musikindustrie, lohnt keine weitere Diskussion. Eigentlich. Dort werden im Rahmen einer von unabhängigen Medien seit vielen Jahren als unterirdisch grottig beschriebenen Entertainmentshow von den großen Plattenfirmen Universal, Sony und Warner über den Umweg ihres Lobbyverbandes finanzierte Preise an Künstler hauptsächlich eben dieser Plattenfirmen Universal, Sony und Warner vergeben, wobei sie gerne den Anschein erwecken, das alles sei eine Art Wettbewerb. Aber es geht einzig um Verkäufe, denn nur aus den meistverkauften Tonträgern der jeweiligen Genres werden die Künstler nominiert – und die Tatsache, daß beim Echo eben nur Andrea Berg, Helene Fischer, Frei.Wild, Sido, Kollegah, die Kastelruther Spatzen, Andreas Gabalier, Unheilig, DJ Ötzi, Xavier Naidoo, Pur, die Toten Hosen oder David Garrett Preise erhalten, während beim US-amerikanischen Grammy regelmäßig Künstler wie Sir Georg Solti (die meisten Auszeichnungen aller Zeiten! in den USA wird „Klassik“ selbstverständlich bei der gleichen Veranstaltung ausgezeichnet, anders als in der Kulturnation Deutschland...), Alison Krauss (erfolgreichste Musikerin), aber eben auch Kendrick Lamar (5 Trophäen in 2018), Kraftwerk (bestes Dance/Electronic-Album 2018!), LCD Soundsystem, Leonard Cohen, die Foo Fighters, The War On Drugs, The National oder Taj Mahal (sämtlich Grammy-Gewinner 2018) ausgezeichnet werden, hat schlicht damit zu tun, daß die Amis eben bessere Musik hören. Die US-Musikfans hören nun mal massenhaft Kendrick Lamar und nicht Kollegah. It’s that simple.

Aber dieses Jahr ist der „Echo“ erneut ins Gerede gekommen. Man hat plötzlich festgestellt, daß ein Album des Rap-Duos Kollegah und Farid Bang antisemitische Textzeilen enthält. Was für eine Überraschung – gehört doch Antisemitismus oder allgemein ein rechtsextremes Weltbild bei Echo-Preisträgern (wie in der deutschen Gesellschaft allgemein) längst zum „guten“ bösen Ton – es sind eben immer wieder „die alten, bösen Lieder“ (Schumann/Heine), die die Deutschen und ihre Musikindustrie eint.
Im Song „0815“ rappt Farid Bang unter anderem:
„Deutschen Rap höre ich zum Einschlafen, denn er hat mehr Window-Shopper als ein Eiswagen. Und wegen mir sind sie beim Auftritt bewaffnet Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen.“ Das Album heißt „Jung Brutal Gutaussehend“.
Geschmacklos und widerlich, keine Frage. Ebenso keine Frage, daß der deutsche Hip-Hop generell seit vielen Jahren „arabisch-muslimisch geprägt, teils antisemitisch ist und zuweilen den Terrorismus verherrlicht“ („FAZ“). Vom Rapper Haftbefehl ist zu hören: „ich verfluche das Judentum“, von Favorite: „Ich leih dir Geld, doch nie ohne nen jüdischen Zinssatz mit Zündsatz“, von Kollegah gibt’s die Zeile „Du frißt den Pistolenlauf – Hurensohn Holocaust“, und nochmal Haftbefehl: „Verticke Kokain an die Juden von der Börse.“

Massiver Antisemitismus, der den Leuten von der Lobbyorganisation der Deutschen Musikindustrie bisher nicht aufgefallen sein will? Awcmon, erzählt eure Märchen doch eurem Gorny. Tatsache ist: es ist der deutschen Musikindustrie komplett wurscht, solange damit nur ordentlich Geld verdient wird. Das Album von Kollegah und Farid Bang wurde seit Dezember mehrere hunderttausend Mal verkauft und wurde allein in der ersten Woche nach Erscheinen (!) über 30 Millionen Mal (!) und bis heute bereits über 90 Millionen Mal (!) als Album gestreamt. Das erfolgreichste deutsche Album aller Zeiten im Stream. Was sollte der Bundesverband der Deutschen Musikindustrie, der den „Echo“ ausrichtet, dagegen haben? Man reibt sich die Hände anhand des Profits, und da Leute wie Florian Drücke keine Gangsterrapper sind, sondern gute Demokraten, fällt ihre Distanzierung zwar einigermaßen zahnlos, aber unbedingt im Jargon der Uneigentlichkeit aus:

„Meinungs- und Kunstfreiheit sind zentrale gesellschaftliche Errungenschaften. Ihr Schutz ist deshalb von höchster Bedeutung." Was man eben so sagt, wenn man sich seine Geschäfte nicht kaputtmachen lassen will. Und wenn man selbst keinen Ärger haben will, aber gleichzeitig weiß, was man der Öffentlichkeit an folgenlosen Erklärungen schuldig ist, installiert man einen Beirat: „Um solche Fälle in einem kompetenten Gremium zu diskutieren, haben wir seinerzeit für den Echo einen unabhängigen Beirat ins Leben gerufen."
Diesen „Ethik“-Beirat vertritt der CDU-Politiker Wolfgang Börnsen. Der Beirat hat „mehrheitlich“ und „nach sorgfältiger Befassung“ entschieden, daß im Song "0815" der Bonus-EP "§ 185" die „künstlerische Freiheit nicht so wesentlich übertreten wird, daß ein Ausschluss gerechtfertigt wäre - auch, wenn es sich um einen Grenzfall handelt." Der Ethik-Beirat habe es sich nicht einfach gemacht bei seiner Entscheidung. „Bei der Nominierung der Künstler Kollegah & Farid Bang mit dem Album 'Jung Brutal Gutaussehend 3' für den Echo handelt es sich um einen absoluten Grenzfall zwischen Meinungs- und Kunstfreiheit und anderen elementaren Grundrechten," erklärt Börnsen. Was man so sagt, wenn man auf der einen Seite Worthülsen für eine „liberale“ Öffentlichkeit absondern muß, auf der anderen Seite aber dafür zu sorgen hat, daß der Deutschen Musikindustrie kein Schaden entsteht.

Jens Balzer erklärt in einem Interview mit dem DLF:
„Also eines der erfolgreichsten Alben der deutschen Hip-Hop Geschichte, ohne dass sich bisher irgendjemand über antisemitische oder sonstwie zweifelhafte Textzeilen beschwert hätte. (...) Aber um erfolgreich zu sein, brauchen die den Eklat nicht. Und das ist eigentlich viel schlimmer. Weil das heißt: Für die Hörer von Kollegah und Farid Bang ist das alles offenbar so selbstverständlich, diese Art der Rhetorik, die Sie eingangs zitiert haben - dass darüber gar keine Kontroverse entsteht und alle anderen hören einfach nicht hin.“
Und Balzer ist ehrlich genug zuzugeben, daß das auch für ihn selbst als Musikkritiker gilt:
„Ehrlich gesagt, ich auch nicht, das ist zweifellos ein Fehler. Dazu muss man dann auch Selbstkritik üben als Journalist. Und es führt natürlich dazu, dass man da nicht so richtig hinhört, dass dann auch keine Debatten entstehen um solche Textzeilen.“

Allerdings, der erste offen jüdische Gangsterrapper Spongebozz, der auch schon mit Kollegah zusammengearbeitet hat und dessen Alben ebenfalls kommerzielle Erfolge in den Album-Charts sind, erklärt im „FAZ“-Gespräch:
„Ich kenne Kollegah. Er ist kein Antisemit.“ Und: „Beim Gangsterrap muß man unterscheiden, was Slang ist und was real“ („real“ englisch ausgesprochen). „Meine Fans verstehen zum Beispiel, daß ich ein Familienvater bin und nicht wirklich Molotowcocktails in Polizeistationen werfe.“
Klar ist: die meisten Liedtexte sind Pose und haben mit der Realität wenig zu tun. Und leider ist im Gangsterrap diese Pose bevorzugt frauenfeindlich (egal ob in den USA oder hierzulande), und in Deutschland kommt eben das hinzu, was man in der Gesellschaft sowieso bereits massiv vorfindet, also Antisemitismus. Das Problem mit dem Antisemitismus ist ja nicht so sehr, daß er in den Texten von selbsterklärten Gangsterrappern vorkommt, sondern daß er zur Substanz der bundesrepublikanischen Gesellschaft gehört. Bereits in der sozialdemokratischen Idylle der späten 1970er Jahre verfügten 13 oder mehr Prozent der BRD-Bürger über ein „geschlossen rechtsextremes Weltbild“ – so das Ergebnis der legendären Sinus-Studie, die 1980 veröffentlicht wurde (auch im Rowohlt-Verlag unter dem Titel „Fünf Millionen Deutsche: Wir sollten wieder einen Führer haben“, die Älteren unter uns werden sich erinnern).
Alle brauchbaren Studien der einschlägigen Forschungsinstitute in den letzten Jahren haben ergeben, daß diese Zahlen heute deutlich höher sind. Laut der Leipziger „Mitte-Studie“ von 2016 („Die enthemmte Mitte“) stimmen knapp 22% (in Ostdeutschland 25,5%) der Bevölkerung der Forderung zu, daß Deutschland „jetzt eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert“, brauche. Ein Drittel der Befragten stimmt ausländerfeindlichen Äußerungen zu, und etwa zehn Prozent der Befragten äußern sich dezidiert antisemitisch.
„Eigentlich ist der menschenverachtende Geist der Nazis nie verflogen“, stellte die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano unlängst in der „Zeit“ fest.

Wie wollen wir damit umgehen? Wollen wir das hinnehmen? Eher nein, oder? Im Gegenteil, wir sollten es uns zur Verpflichtung machen, antisemitischen Tendenzen überall, wo wir sie antreffen, entschieden entgegenzutreten. Ob bei der „Echo“-Verleihung, ob auf der Straße, aber auch dann, wenn sie musikalisch (ich denke an all die mit der BDS-Kampagne sympathisierenden Bands) oder intellektuell (ich denke zum Beispiel an Judith Butler, die letztlich faschistische Organisationen wie die Hisbollah oder Hamas als „soziale, progressive Bewegungen“ versteht) anspruchsvoller vorgetragen werden als auf den Alben deutscher Gangsterrapper.
Aber: Wollen wir eine Zensurbehörde wie die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die darüber entscheidet, was die Menschen hierzulande hören dürfen? Doch wohl auch nicht.

Klar ist: es gibt Kunstfreiheit. Und es gibt bestimmte Gesetze, die beispielsweise antisemitische Äußerungen eindeutig bestrafen. Diese Gesetze lassen sich auf bestimmte Songtexte zweifelsohne anwenden, und das sollte unbedingt getan werden. Und übrigens sollte man die Plattenfirmen, die derartige kriminelle Äußerungen ihrer Künstler zulassen, in Mithaftung nehmen. Und auch der Bundesverband Musikindustrie kommt so einfach nicht davon, wenn er antisemitische (also gesetzbrechende) Äußerungen akzeptiert und sich hinter der angeblichen Kunstfreiheit versteckt. Es gibt Momente, da muß Haltung gezeigt werden. Natürlich, das ist ein Fremdwort für die Konzerne der Musikindustrie oder die Echo-Veranstalter...
Es wäre ein Schritt, immerhin. Doch ob man dem Problem so beikommt, darf bezweifelt werden.

Denn die Texte von Kollegah (und von anderen hiesigen Gangsterrappern) sind ja nicht nur antisemitisch, sondern auch massiv frauenfeindlich und homophob. Es geht dabei nicht darum, daß von Frauen, wie im US-Rap seit Jahrzehnten üblich, bevorzugt als „Bitch“ gesprochen wird; das hat sich, in den USA jedenfalls, längst umgekehrt. Eine Rapperin wie die großartige New Yorkerin Cardi B, die letztes Jahr mit „Bodak Yellow“, ihrer „Rap-Hymne des Sommers“ (New York Times), als erste Solo-Rapperin seit Lauryn Hill die Billboard-Charts anführte (der Song wurde bisher allein bei Spotify über 300 Millionen Mal gestreamt), ist der Beweis. Man möchte fast vermuten, daß „Bitch“ das Lieblingswort von Cardi B ist, aber sie verwendet es, wie Fabian Wolff in einem großartigen Artikel über die Rapperin im „Tagesspiegel“ schreibt, eben „manchmal als positive Selbstbeschreibung, manchmal als neutrales Füllwort, manchmal aber auch als vernichtendes Urteil zum Beispiel gegenüber allen Frauen, die vermeintlich etwas von ihrem Typen wollen“. Man muß diesen Wortgebrauch nicht mögen, aber es steckt eine Selbstermächtigung dahinter ähnlich der, warum schwarze US-Rapper von einander als „Niggas“ sprechen (und es macht einen Unterschied, wenn weiße Männer wie Sie und ich dieses Wort verwenden würden…).
Anders als viele der deutschen Gangsterrapper, die eher Kleinbürger von Herkunft und Gesinnung sind (so rappten Bushido und Sido, musikalisch unterstützt von Peter Maffay, bereits 2011: „Damals wollt ich draufgeh’n, rausgeh’n und mich rumtreib’n / Heut will ich mit Frauchen in nem Haus leben und gesund bleib’n.“), gehörte Cardi B, Tochter von Einwanderern, mit 16 einer berüchtigten Gang in der South Bronx an. Und sie schlägt gleich im Auftakt-Track ihres gerade erschienenen Albums, in „Get up 10“, zurück:
„Went from makin' tuna sandwiches to makin' the news/ I started speakin' my mind and tripled my views/ Real bitch, only thing fake is the boobs."
Und Andreas Borcholte hat auf „SPON“ ganz recht, wenn er Cardi B’s Song „Bartier Cardi“ als „ihr vorläufiges Meisterstück“ feiert:
„Cardi got rich, they upset, yeah/ Cardi put the pussy on Offset/ Cartier, Cardi B brain on Offset"
Wollen wir hier den Einsatz der Bundesprüfstelle, weil bei Cardi B, wie bei Kendrick Lamar und vielen anderen, ständig von „Bitches“ und „Pussys“ usw. die Rede ist? Doch wohl nicht.

Allerdings wollen wir, daß Liedzeilen wie diese nicht zu hören sind, in der Frauenfeindlichkeit mit Gewaltfantasien verknüpft werden:
„Dein Chick ist ’ne Broke-Ass- Bitch, denn ich fick’ sie, bis ihr Steißbein bricht“ rappt Kollegah in dem Lied „Ave Maria“. Farid Bang gibt in „Frontload“ zum Besten: „Ficke deine Mutter heute syrer-mäßig/ Nachdem ich ihr mein Messer durch die Kehle führe/ Steck’ ich ihre Gliedmaßen in ’ne Rewetüte (ey).“
Doch auch dafür sollte es Gesetze geben, die nur angewendet werden müßten.

Allerdings sind derartige Debatten, die dringend geführt werden müßten, natürlich verlogen, solange sie nicht auch anderen Kunstformen jenseits von Gangsterrap gelten. Beim „Echo“, also im deutschen Musikmainstream, sind ja frauenverachtende Positionen nicht nur bei Gangsterrappern zu finden. Ich denke etwa an Andrea Berg, die man mit Seeßlen durchaus als „radikales antifeministisches Projekt“ bezeichnen kann, verbunden mit stumpfa-stumpfa-stumpfa-Rhythmus. All die sedierende oder durchaus auch verblödende Musik, die die Musikindustrie so herstellt und zum Erfolg macht in einer Gesellschaft, die so etwas offensichtlich auch hören und ertragen will, muß eben auch diskutiert werden, wenn man denn wirklich einen offensiven Diskurs betreiben will. Ironisch-überhebliche Abwiegelung führt nicht weiter. Wer gegen Kollegah und gegen Frei.Wild protestiert, der muß auch gegen Andrea Berg und Die Söhne Mannheims und gegen Voxxclub argumentieren und wie all die anderen volksverblödenden Produkte der deutschen Musikindustrie so heißen.

Sie merken: so einfach kommen wir alle nicht davon...

P.S.
Und man würde sich wünschen, daß fähige Journalist*innen sich nicht länger als Feigenblatt des Lobbyverbandes der deutschen Musikindustrie hergeben, indem sie sich als Juror*innen für den „Echo“ betätigen. Get off the cloud! Stop to be embedded! Kommt ins Offene!

Ergänzung zum „Echo 2018“ am 16.4.2018:

Daß Farid Bang & Kollegah für den Echo nominiert wurden, ließ sich nach den kommerziellen Kriterien, nach denen dieser Preis der Lobbyorganisation der Deutschen Musikindustrie nun mal verliehen wird, notfalls noch nachvollziehen, es war nun einmal eines der fünf am besten verkaufenden Alben.

Daß die Jury just dieses Album mit seinem antisemitischen Inhalt dann aber aus den fünf zur Debatte stehenden Alben als bestes ausgewählt hat, war der erste große Skandal. Die Öffentlichkeit hat das Recht zu erfahren, wer die Personen in dieser Jury sind, und darf mindestens den sofortigen Rücktritt dieser Menschen verlangen.

Daß die Veranstalter des Echo 2018 die beiden Skandalrapper dann aber noch als eine Art „Highlight“ zum Ende ihrer Werbeveranstaltung auftreten ließen, war der zweite große Skandal. Damit wurde der Echo endgültig zum „Symbol der Schande“, wie das Berliner Ensemble „Notos Quartett“, das 2017 den „Echo Klassik“ gewonnen hat, formulierte. Das Notos Quartett gab den 2017er Preis unter Protest mit dieser Begründung zurück: Die Tatsache, dass nun eben dieser Preis offenen Rassismus toleriert, ihm gar eine Plattform bietet und ihn auszeichnet, ist für uns nicht tragbar.“

Einen Tag später gab auch der legendäre 80jährige Musiker und Grafiker Klaus Voormann seinen Echo zurück, der ihm für sein Lebenswerk verliehen worden war. Begründung: Mit der Rückgabe des Echo wolle er „sein Unverständnis ausdrücken gegenüber der Verantwortungs- und Geschmacklosigkeit aller verantwortlichen Beteiligten, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen."

Klaus Voormann und das Notos Quartett haben den Popmusiker*innen, die sich, sieht man vom „Empörungsbäuerchen“ (Karl Fluch im „Standard“) Campinos ab, bei der Echo-Verleihung wieder einmal als Allesmitmacher*innen präsentierten, aber auch der deutschen Musikindustrie und dem embedded popjournalism gezeigt, wie Haltung gegen Antisemitismus und gegen Sexismus geht.

Wer jetzt noch seinen Echo behält, ist ein Lump!

Und @Echo-Macher*innen: Wer jetzt nicht zurücktritt ebenfalls.

13.04.2018

Insidernachricht: Warum überträgt Vox die "Echo"-Verleihung live?

Und warum überträgt Vox die „Echo“-Verleihung dieses Jahr in voller Länge und live?
Haben Sie sich auch schon gefragt?
Die Antwort ist ganz einfach. Klar, der „Echo“ paßt natürlich perfekt ins Programm des Privatsenders, zwischen „Shopping Queen“, „Zwischen Tüll und Tränen“ und „Verklag mich doch“. Aber das ist es nicht. Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen erfahren habe, hat Vox Probleme, genug Kandidaten für seine Auswanderer-Sendung „Goodbye Deutschland!“ zu finden. Und der subversive Plan der Vox-Macher ist so simpel wie einleuchtend: Wenn sie den „Echo“ in all seiner Tranig-, Popelig- und Erbärmlichkeit in voller Länge zeigen, wird es genug Menschen geben, die dieses Land schleunigst verlassen wollen und sich als Kandidat*innen von „Goodbye Deutschland!“ zur Verfügung stellen...

13.04.2018

LEA-Award: Branchenriesen verteilen Preise an sich selbst

Aber jetzt wollen wir nicht so tun, als ob der Preis, den die Konzertbranche verleiht, irgendwie toller, einfallsreicher und sympathischer sei.
Der „LEA“-Award (LEA steht für Live Entertainment Award) folgt mehr oder minder den Prinzipien des „Echo“. Zum LEA Committee e.V. gehören u.a. die Großkonzerne und Player der Konzertindustrie, wie BB Promotion, die DEAG, FKP Scorpio, Hannover Concerts, Semmel Concerts oder Wizard Promotions.
Und die Preise erhielten 2018 unter anderem, genau: BB Promotion, die DEAG, FKP Scorpio, Hannover Concerts, Semmel Concerts und Wizard Promotions.
Was für ein Zufall.
Und „spektakuläre Live-Acts“ haben die Gäste in der Frankfurter Festhalle sicher blendend unterhalten, zum Beispiel Michael Patrick Kennedy, Mary Roos und Wolfgang Trepper (mit ihrem Programm „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“) und Scooter. How much is the fish? Eines ist sicher: Der Fisch riecht übel…
Hach, da wäre man wirklich gerne dabei gewesen, bei dieser „beeindruckenden Leistungsschau der Veranstaltungsbranche“, „bunt und vielfältig“ wie diese...
(alle Zitate von der Homepage des LEA).

P.S.
Daß bei der LEA-Zeremonie ausgerechnet ein ZDF-Funktionär, der „ZDF-Showexperte“ Manfred Teubner nämlich, laut „Musikwoche“ in seiner Laudatio die bundesdeutschen Konzertveranstalter aufgefordert hat, „weiterhin auch politischen Künstlern ein Forum zu geben gegen die Dumpfheit von Rechts“, beweist schon reichlich Chuzpe. Wie wäre es denn, wenn der ZDF-Showfunktionär zunächst mal die Balken im eigenen Auge beseitigen würde? Gilt doch das ZDF mit all seinen Volksmusik- und Schlager-Shows, mit all den Andrea Bergs, Carmen Nebels und wie sie heißen, als Volksverblödungskanal Nummer Eins. Eine Sendung mit politischen Künstlern zu bester oder wenigstens zu akzeptabler Sendezeit sucht man beim ZDF jedenfalls vergeblich. Es gibt sie einfach nicht.

13.04.2018

Pianist aus den Wäldern Thüringens...

Neues von der Nudelpresse – neuerdings haben sie es ja mit dem Klavier. Die sogenannte Popklassik „revolutioniert“ die Klaviermusik mit einem banalen Einheitsbrei aus simplen Akkorden, Hauptsache, der Schmarrn verkauft. Zum Prinzip gehört, daß alle um jeden noch so kleinen Köttel, der auf dem Feldweg liegt, herumstehen und ihn mit allem gebotenen (die Nudelpresse würde sagen: natürlichem) Pathos als Sensation breittreten (und natürlich nicht bemerken, wie ihre Schuhe längst nach dem Kot riechen, in dem sie herumwaten).
Etwa so: „Intuitiv sucht sich der in den Wäldern Thüringens aufgewachsene Musiker seinen Weg durch den Holzkörper mit Filzhämmern und Stahlseiten, um etwas Nahes und Persönliches jenseits von allzu Ausgeklügeltem und künstlichem Pathos zu schaffen.“
Man beachte, wie der Pianist „in den Wäldern Thüringens“ aufgewachsen ist (ganz wie bei Peter Rosegger, „als ich noch der Waldbauernbub war“), was ihn allem Anschein nach ganz besonders dazu qualifiziert, „seinen Weg durch den Holzkörper“ des Klaviers zu gehen.
Auch gut: „Im Fluss der neun Stücke löst sich der Komponist auf.“ Aha. Ein Nichts, eine Null kann sich demzufolge dennoch auflösen. Jedenfalls, wenn das Nichts ins Wasser, in den Fluß springt.
Herr, laß Hirn regnen! Oder doch zumindest ein klein bißchen musikalische Bildung.

13.04.2018

Jan Fleischhauer schlägt Facebook-Eindämmung nach chinesischem Vorbild vor

Und wer hätte das gedacht: Der mit seinem Rechtssein kokettierende „Spiegel“-Rechtsaußen Jan Fleischhauer mutiert zum China-Fan und schlägt Facebook-Eindämmung nach chinesischem Vorbild vor (wobei er natürlich nicht einmal weiß, daß das so ist...):
„Es gibt einen sehr einfachen Weg, Facebook daran zu erinnern, dass es sinnvoll sein könnte, sich an geltende Gesetze zu halten. Es reicht, dass man in Europa die Download-Geschwindigkeit für alle Facebook-Seiten herabsetzt. Der ehemalige Piratenpolitiker Christopher Lauer hat mich auf die Idee gebracht, Ich wusste nicht, dass man Datenpakete dem jeweiligen Absender zuschlüsseln kann, aber es scheint technisch durchaus möglich zu sein.”
Das ist so ziemlich genau das, was die chinesische Zensurbehörde mit der Fressenkladde macht. And I don’t mind it... (den Hinweis verdanke ich Christian Y. Schmidt)

13.04.2018

GEMA gegen Urheber*innen

„Die GEMA versucht alles, um Urhebern das Geld, das ihnen zusteht, auch weiterhin vorzuenthalten."
Daß die GEMA nicht auf Seiten der Musiker*innen (also der Urheber*innen), sondern auf Seiten der Rechteinhaber (zum Beispiel der Musikverlage) steht, ist nichts Neues, wird aber durch einen Brief, den die GEMA in den letzten Wochen an Komponisten verschickte, bestätigt.
Illja Braun erklärt in einem sehr lesenswerten Essay auf „Perlentaucher“ die Details - Pflichtlektüre für Musiker*innen, aber auch lehrreich für alle Musikfans, die sich für die Bedingungen interessieren, unter denen Musik entsteht, und wie Musiker*innen bezahlt werden.

13.04.2018

China, du hast es besser!

China, du hast es besser!
Am 21.April beim vom großartigen Beijinger Yugong Yishan Club organisierten Yugong Yishan Festival in Yanqing am Rand der chinesischen Mauer: Tortoise! The Notwist! Die japanischen Post-Rocker von Mouse on the Keys! Die Post-Punker Re-TROS aus Nanjing! Tolles Line-Up.
Nur was eine gewisse deutsche Schlagerrockband namens Die Toten Hosen da zu suchen hat, ist ein wenig rätselhaft...

01.04.2018

CTS Eventim plant neues Festival auf der Osterinsel

1.April 2018. CTS Eventim plant ein neues Festival auf der Osterinsel!
Wie die Southern Pacific Times (SPT) meldet, hat der deutsche Entertainmentkonzern CTS Eventim eine exklusive Vereinbarung mit der Provinzregierung von Valparaíso (die Osterinsel gehört zu Chile) getroffen, wonach der weltweit drittgrößte Konzertveranstalter ab dem 1.4.2019 jährlich um Ostern ein einwöchiges Festival auf der Osterinsel, in der Nähe von Hanga Roa, veranstalten darf. Das neue Festival soll in Ergänzung zum jährlich in den ersten beiden Februarwochen stattfindenden Tapati Festival verstanden werden, das die Kultur der Rapanui feiert.

Wie die SPT aus zuverlässigen Quellen erfahren haben will, soll das neue Osterinsel-Festival vom deutschen Konzertveranstalter FKP Scorpio, an dem CTS Eventim einen Mehrheitsanteil hält, durchgeführt werden und eine Mischung aus, wie es heißt, „sensiblen“ Pop- und Rockthemen anbieten – die Bandbreite der gebuchten Künstler und Bands reicht angeblich von Ed Sheeran über Timber Timbre bis zu Peter Maffay. Das Konzept lehnt sich an die „Weekender“-Konzerte an, die Fans buchen Pauschalreisen zu den Osterinseln inklusive Übernachtungen (es stehen die örtlichen Hotels im Südwesten der Osterinsel zur Verfügung) oder Zeltplätzen. Angeblich sind auch VIP-Packages am Start; für die anspruchsvollen Festivalliebhaber sollen qualitative Lodges zur Verfügung stehen; auch die Errichtung eines Palazzo-Zelts, in dem deutsche Sterneköche österliche Gaumenfreuden anrichten, ist geplant, ganz nach dem Motto „ein österliches Fest für alle Sinne, in besonderem Rahmen“.

By Jialiang Gao www.peace-on-earth.org (Original Photograph) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons

Wie zu erfahren war, sollen die Flug- und Festivaltickets ausschließlich über die Website von CTS Eventim erhältlich sein; für die „Print at home“-Funktion der „Fly & Festival“-Tickets erhebt CTS Eventim eine zusätzliche „Fan-Gebühr“ in Höhe von 25 Euro pro gebuchtem Ticket (bzw. 250 Euro Zusatzgebühr für die VIP-Packages).

Brancheninsider bewerten das neue Osterinsel-Festival als weiteren Versuch des CTS Eventim-Konzerns und von FKP Scorpio, den internationalen Festivalmarkt zu dominieren und damit Künstlern attraktive Pauschalangebote für Auftritte auf mehreren Festivals in verschiedenen Ländern anbieten zu können. Bisher veranstaltet FKP Scorpio bereits Festivals in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Holland, Dänemark und Schweden. Ob der Eintritt in den lateinamerikanischen Markt ein erster Schritt zur Expansion auch in die USA ist, bleibt abzuwarten.

26.03.2018

SPD und Partei "Die Linke" verkaufen und kaufen unser gesellschaftliches Eigentum und ermöglichen Immobilieninvestoren 700% Profit

Der Berliner Senat plant, das Kulturhaus „Radialsystem“ zu kaufen. Das ist zum einen durchaus erfreulich, denn die absurd gestiegenen Immobilienpreise in Berlin, von denen hauptsächlich Finanzinvestoren und Investmentfonds profitieren, gefährden natürlich auch die Existenz von Kulturhäusern und Kulturzentren.
Im Fall des Radialsystems ist die gesamte Angelegenheit allerdings durchaus pikant. Denn es war just der rot-rote, von SPD und „Linken“ geführte Senat, der vor elf Jahren für den kommunalen Ausverkauf gesorgt und das ehemalige Wasserwerk, in dem sich in der Zwischenzeit das Radialsystem etabliert hat, an einen privaten Investor verkauft hat – für etwa 2 Millionen Euro. Kaufpreis heute, elf Jahre später: 14,4 Millionen Euro! Da haben die rosa-roten Genoss*innen einem Investor aber einen schönen Gewinn ermöglicht – mehr als 700% in elf Jahren.
Schade, daß man die Genossen Wowereit und Flierl, die seinerzeit Verantwortung getragen haben für den Verkauf der Immobilie, nicht in Regress nehmen kann...

26.03.2018

Zeitumstellung

Übrigens:
Wir Chinesen machen den Quatsch mit der Sommerzeit natürlich nicht mit.

26.03.2018

Julius Eastman und Bocksgesänge eines Feuilletonisten

Da ist der kleingeistige, unterschwellig homophobe wie rassistische Tonfall im Feuilleton, wie ihn ein Jan Brachmann anläßlich des Programms der Berliner „Maerzmusik“ (über das man natürlich streiten kann) in der „FAZ“ pflegt:

„Stattdessen wird in diesem Jahr schon zum zweiten Mal in großem Umfang das Werk von Julius Eastman, eines 1990 verstorbenen Aktivisten für die Rechte von Schwulen und Schwarzen in den Vereinigten Staaten, präsentiert, der am Ende erklärte, Musik sei für ihn ‚secondary’, im Klartext: Nebensache. So ungefähr klingt sie auch.“

Ein schwarzer Komponist kann natürlich keinesfalls als Komponist bezeichnet werden, höchstens als „Aktivist“. Und wofür der sich einsetzt, für Schwule und Schwarze, igittigitt. So einer kann natürlich nur nebensächliche Musik geschrieben haben.
Ekelhafter Bocksgesang eines weißen Mannes.

26.03.2018

Ali Farka Touré

Kann man eigentlich ein Musikmagazin – wurscht, ob Print, Netz oder Glotze – ernst nehmen, das im Jahr 2017, dreißig Jahre nach Erscheinen seines ersten Albums im Westen, keinen großen Beitrag über Ali Farka Touré bringt???

26.03.2018

Copyright: Kostenloses Wissen im Netz vs. Geschäftsmodell?

Ein paar Sätze für unsere Copyright-Cops, zum Dazulernen:
Daniel Ropers, Chef von Springer Nature, einem der weltgrößten Wissenschaftsverlage, im „FAS“-Interview auf die Frage
„Die Politik will, daß die Erkenntnisse der Wissenschaft für alle gratis im Netz zu sehen sind. Das wäre der Todesstoß für Ihr Geschäft?“:
„Ganz und gar nicht. Das ist ein sehr schöner Gedanke. Wenn neues Wissen in die Welt kommt, sollte es überall frei verfügbar sein. Mit dem Grundgedanken kann man nur einverstanden sein, ich bin dafür.“
Diese Lektion war kostenlos.

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