21.05.2018

Höhere Bildung bleibt bildungshoch gebunden

Höhere Bildung ist und bleibt in Deutschland das Privileg der Besserverdienenden und gut Ausgebildeten.
"Wer in einem Akademikerhaushalt aufwächst, nimmt mit sehr viel größerer Wahrscheinlichkeit ein Studium auf als Gleichaltrige aus sogenannten bildungsfernen Milieus." Das zeigt eine dieser Tage veröffentlichte Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung.
Danach gehen von 100 Kindern aus Akademikerfamilien nach Beendigung ihrer Schullaufbahn 79 an eine Universität oder Fachhochschule. Unter denjenigen, bei denen bloß ein Elternteil über einen Hochschulabschluß verfügt, sind das nur 27 Prozent. Und unter denen, bei denen keines der Elternteile einen beruflichen Abschluß vorweisen kann, absolvieren sogar lediglich 12 Prozent der Kinder ein Studium.
All dies führt laut der Studie dazu, daß der Anteil der Kinder aus Akademikerhaushalten an hiesigen Hochschulen 2,5 mal so hoch ist, wie es ihrem Anteil an der altersgleichen Bevölkerung entspricht.
 

21.05.2018

Kinderarmut in Duisburg

"60 Prozent aller Kinder leben hier unterhalb der Armutsgrenze."
Sylvia Brennemann (Kinderkrankenschwester) über Kinder in Duisburg-Marxloh, jw 19.5.2018

21.05.2018

Ungleichheit in D größer als in den USA!

"Von wegen Wohlstand für alle - das Gefälle zwischen Besserverdienern und Billigarbeitern erreicht im aktuellen Aufschwung einen Rekord. Und das Drama ist: Die Folgen werden bei uns immer weniger aufgefangen. (...)
Wie es um Deutschland steht, hat der weltweit renommierte Ungleichheitsforscher Branko Milanovic kürzlich ausgewertet. Der Index ist 2015 wieder gestiegen, dem aktuellsten Jahr der Erhebungen. Nimmt man die alleinigen (Netto-)Einkommen zum Maßstab, die am Markt und ohne Einrechnung des Zugriffs durch den Fiskus erzielt werden, liegt der Abstand zwischen Reich und Arm jetzt sogar so hoch wie noch nie in der Bundesrepublik - nachdem er ums Jahr 2010 herum für kurze Zeit geringer geworden war. Die Ungleichheit ist heute also größer als vor dem Aufschwung. Nach Milanovics Berechnung liegen Besser- und Schlechter-Verdienende in Deutschland sogar weiter auseinander als in den USA.(...)
Ein Grund dürften die Steuerreformen seit Ende der Neunzigerjahre sein, sagt Charlotte Bartels, Ungleichheitsexpertin beim DIW. Damals wurden Spitzensteuersätze gesenkt und obere Einkommen vor allem entlastet. Und danach auch die eine oder andere Sozialleistung gekürzt. Werbeslogan: Agenda 2010. Sie erinnern sich. Mit dem - damals gewollten - Ergebnis, dass es weniger Umverteilung gibt. Weil die angeblich zu teuer war - und die (vermeintlichen) Leistungsträger vom Arbeiten abhalten.
Jetzt steht Deutschland da, erlebt ein immer atemberaubenderes Auseinanderdriften der Einkommen - und wundert sich, warum so viele Leute irgendwie nicht zufrieden sind."

Thomas Fricke, SPON 18.5.2018

14.05.2018

Zehntausende Kinder haben in Deutschland kein Zuhause mehr!

„Weil die Mieten in den Großstädten unbezahlbar werden, verlieren immer mehr Familien ihre Wohnung.
Zehntausende Kinder haben in Deutschland kein Zuhause mehr. Viele müssen von einer Notbehausung in die nächste ziehen.“

Der Spiegel, 12.5.2018

30.04.2018

Vollzeitbeschäftigte als Geringverdiener

Rund 3,7 Millionen Vollzeitbeschäftigte verdienen weniger als 2.000 Euro brutto im Monat. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion von Die Linke im Bundestag hervor. Nach den jüngsten Zahlen von Ende 2016 waren dies 17,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Deutschland. Im Westen betrug der Anteil 14,7 Prozent, im Osten sogar 31,2 Prozent. (dpa/jw)

30.04.2018

400 Milliarden Euro werden in D jedes Jahr vererbt! Die Erben zahlen 1,75% Steuern...

Laut „FAS“ vom 29.4.2018 wird in Deutschland jedes Jahr ein Vermögen in Höhe von 400 Milliarden Euro vererbt. Vierhundert Milliarden!

Interessant sind die Details der „FAS“-Statistik: Nur 2 Prozent aller Erben dürfen sich über eine Erbschaft von über einer Million Euro freuen, dazu kommen nochmal 6 Prozent, die zwischen 500.000 und 1.000.000 Euro erben. Kapitelüberschrift: „Wenige erben viel.“

Und: Die Einnahmen des Staates aus Erbschaft- und Schenkungsteuer betragen gerade einmal 7,0 Milliarden Euro, also 1,75 Prozent.

26.03.2018

Mindestlohn - Ausnahme wird zur Regel

Unternehmen in Deutschland nehmen es nicht so genau mit dem gesetzlichen Mindestlohn. Beschäftigten und Sozialkassen werden jährlich Milliardenbeiträge vorenthalten, wie eine am Freitag vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte Studie belegt.
2016 summierten sich Lohnausfälle und Mindereinnahmen der Sozialversicherung demnach auf rund 7,6 Milliarden Euro. Wird noch das Umgehen allgemeinverbindlicher Branchenmindestlöhne hinzugerechnet, die es beispielsweise auf dem Bau oder in der Pflege gibt, beläuft sich die Gesamtsumme für 2016 sogar auf fast zehn Milliarden Euro. WSI-Arbeitsmarktforscher Toralf Pusch erklärte, dass die staatlichen Kontrollen endlich verbessert werden müssten.

Frauen und Ostdeutsche werden laut Studie besonders oft um ihren Lohn geprellt. 2016 wurden 11,5 Prozent der weiblichen und 4,6 Prozent der männlichen Beschäftigten der Mindestlohn vorenthalten. In Ostdeutschland waren 12,6 Prozent und in Westdeutschland 7,3 Prozent betroffen. Das WSI erklärt diesen Unterschied mit der geringeren Tarifbindung und weniger Betriebsräten in den neuen Bundesländern. Insgesamt bekamen 2016 rund 2,2 Millionen Beschäftigte in Deutschland weniger als die gesetzlich definierte Gehaltsuntergrenze.
Diejenigen, denen laut Studie im Jahr 2016 der Mindestlohn vorenthalten wurde, haben den Berechnungen zufolge im Schnitt 251 Euro monatlich zuwenig erhalten. Die Brutto-Lohnausfälle beliefen sich damit auf 6,5 Milliarden Euro. Und weil auf die niedrigere Lohnsumme weniger Sozialabgaben anfielen, entgingen auch den Sozialversicherungen rund 2,8 Milliarden Euro, von denen rund 1,1 Milliarden Euro von den Unternehmen zu zahlen gewesen wären.

Die Studie zeigt, dass sich Konzerne mit Tarifvertrag und Betriebsrat weitaus konsequenter ans Mindestlohngesetz halten als Firmen, in denen beides fehlt. Im ersten Fall hätten bei einer Befragung lediglich 1,8 Prozent der Beschäftigten angegeben, weniger als den Mindestlohn erhalten zu haben. Dagegen seien es in Betrieben ohne Tarif und Mitbestimmung 15,6 Prozent, also fast neunmal so viele, gewesen.

26.03.2018

Hartz IV - jeder zehnte Haushalt bezieht ALG

In den vergangenen zehn Jahren haben insgesamt 18,2 Millionen Menschen Hartz-IV-Leistungen bezogen. Es waren 9,33 Millionen Männer und 8,97 Millionen Frauen, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht. Unter 15 Jahre alt waren 5,47 Millionen Personen. Gezählt wurden die Menschen, die zwischen Januar 2007 und November 2017 mindestens kurzfristig einmal ALG II bekommen haben. Dabei haben auch viele in einer Übergangszeit vorübergehend Grundsicherung bezogen, etwa weil sie keine Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung hatten.

Im Februar 2018 bezogen laut Bundesagentur für Arbeit 5,95 Millionen Menschen Hartz IV. Davon waren 4,26 Millionen erwerbsfähig. Rund zwei Drittel davon waren nicht erwerbslos, sondern hatten etwa Minijobs oder befanden sich in einer Maßnahme zur Rückkehr in den Betrieb. Unterm Strich bezog demnach fast jeder zehnte Haushalt in Deutschland Hartz IV. Im Schnitt machen die Leistungen der Grundsicherung dabei 954 Euro für eine sogenannte Bedarfsgemeinschaft aus. Für Alleinstehende Hartz-IV-Bezieher gilt der Regelsatz von 416 Euro pro Monat.

14.02.2018

Alleinstehende in D besonders von Armut bedroht

Fast jeder dritte Alleinstehende in Deutschland ist von Armut bedroht. Nach den jüngsten Zahlen des Statistikamts der Europäischen Union, Eurostat, waren dies 2016 32,9 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es noch 21,5 Prozent.
Der Anteil der von Armut bedrohten Alleinstehenden nahm laut Eurostat bereits 2007 auf 27,3 Prozent zu und liegt seit 2011 bei mehr als 30 Prozent. Besonders betroffen seien ältere Menschen mit kleinen Renten oder Grundsicherung, Jüngere auf dem Weg von einer Ausbildung ins Berufsleben und Niedrigverdiener.
Als von Armut bedroht gilt, wer bei unter 60 Prozent des mittleren Einkommens liegt, 2016 waren dies 1.063,75 Euro pro Monat. Alleinstehende mit einer Beschäftigung waren laut Eurostat zu 17 Prozent armutsgefährdet. Zehn Jahre zuvor waren es nur 10,1 Prozent.

Auch die Gesamtzahl der Alleinstehenden ist in den vergangenen Jahren in Deutschland angestiegen und überschritt 2015 die Marke von 16 Millionen. 2016 waren es 16,43 Millionen alleinstehende Erwachsene ohne Kinder. In mehr als zwei von fünf Haushalten leben Alleinstehende (40,8 Prozent).
Im EU-Durchschnitt sind nur 32,5 Prozent der privaten Haushalte solche von Alleinstehenden. Auch der Anteil der Armutsgefährdung liegt bei ihnen EU-weit unter dem deutschen Wert, nämlich bei 25,6 Prozent.
(aus "Junge Welt", 14.2.2018)
26.08.2017

Hurra! Jetzt 195 Milliardäre in Deutschland!

Laut einer Aufstellung des Wirtschaftsmagazins "Bilanz" vom 25.8.2017, das vom Axel Springer-Verlag herausgegeben wird und mithin klassenkämpferischer Thesen einigermaßen unverdächtig ist, gibt es in der Bundesrepublik Deutschland aktuell 195 Milliardäre (im Gegensatz zu 170 in 2016). Allein der reichste Deutsche, Lidl-Gründer Dieter Schwarz, verfügt demzufolge über ein Gesamtvermögen von etwa 37 Milliarden Euro (zum Vergleich: für die 6,4 Millionen Bezieher von Hartz IV und Sozialgeld hat die Regierung im Bundeshaushalt 2017 21 Milliarden Euro veranschlagt). Allein im vergangenen Jahr setzte die Schwarz-Gruppe 94 Milliarden Euro um. Deren Gründer führt mit seinem Vermögen laut Bericht einen »Club« von 195 Milliardären in Deutschland an. Ihm dicht auf den Fersen sind demnach die Reimanns (Jacobs, Kosmetik), die Schaefflers (Maschinenbau, Reifen), die Aldi-Familien sowie die BMW-Geschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt.
"Bilanz" führte auch die 1.000 reichsten Familien in der Bundesrepublik auf. Zusammen verfügen diese demnach über ein Vermögen von etwa 1,1 Billionen Euro – mehr als ein Drittel des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Die letzten zwölf Monate seien »eine gute Zeit für die wohlhabenden Familien in Europas größter Volkswirtschaft« gewesen, schreibt "Bilanz". Sie hätten ihre Aktivposten um fast zwölf Prozent erhöht.

28.03.2017

Boni bei BMW: Zwischen 1 Milliarde und 9.000 Euro

Die Deutsche Presse-Agentur dpa meldet am 21.3.2017, daß die Geschwister Stefan Quandt und Susanne Klatten von dem Automobilkonzern BMW in Kürze mehr als eine Milliarde Euro Dividende erhalten. BMW hat im vergangenen Jahr 6,9 Milliarden Euro Gewinn verbucht. Nach dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat soll genau ein Drittel davon als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die beiden Erben des Großindustriellen Herbert Quandt und von dessen dritter Ehefrau Johanna besitzen 46,7 Prozent der BMW-Stammaktien. Von den 2,3 Milliarden Euro Dividende entfallen damit 1,074 Milliarden Euro auf die beiden »Ankeraktionäre« und Multimilliardäre. Das sind 93 Millionen mehr als im Vorjahr.
Auch die 88.000 BMW-Beschäftigten bekommen einen Bonus: Ein Facharbeiter erhalte demnach etwa 9.000 Euro zusätzlich, wie ein Sprecher sagte.

26.06.2016

Immer mehr Reiche, weltweit und in Deutschland

Deutschland hat laut eines Berichts der „FAZ“ immer mehr Millionäre: Laut des „World Wealth Report 2016“ von Capgemini gab es hierzulande 2015 1,2 Millionen Millionäre, 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr Millionäre gibt es nur in den USA (4,5 Mio) und in Japan (2,7 Mio., 11% mehr als 2014). In China sind es 1 Mio. (+ 16%), in der Schweiz immerhin noch 400.000.

Weltweit gibt es, wen wunderts, immer mehr Reiche:
0,2 Millionen Menschen besitzen mehr als 30 Millionen US-Dollar.
1,4 Mio. Menschen besitzen 5-30 Mio. US$.
13,8 Mio. Menschen besitzen 1-5 Mio. US$.

Das Gesamtvermögen der Millionäre wurde 2015 auf 59 Billionen Dollar beziffert; nach Einschätzung der Studie wird dies bis zum Jahr 2015 auf 106 Billionen Dollar ansteigen.
Ach ja: eine Billion ist eine Eins mit zwölf Nullen dahinter: 1.000.000.000.000!
(der Bundeshaushalt beträgt im laufenden Jahr 2016 übrigens 316 Mrd. €, also 0,316 Billionen)

21.03.2016

Vermögen der Deutschen laut Bundesbank-Studie

Das Vermögen der Deutschen steigt - doch es ist zunehmend ungleich verteilt: Den oberen zehn Prozent gehören laut einer Bundesbank-Studie 60 Prozent, der unteren Hälfte nur 2,5 Prozent.

In ihrem aktuellen Bericht über Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland wird die Bundesbank deutlich: Bereits in den ersten Absätzen weist sie darauf hin, dass die Ungleichheit in Deutschland deutlich höher ist als im Schnitt der Eurozone - und zwar gleich in mehreren möglichen Messgrößen.

Zum zweiten Mal hat die Bundesbank von April bis November 2014 repräsentativ ausgewählte Haushalte nach ihren Finanzen befragt. Die erste Erhebung fand im Jahr 2010 statt und wurde drei Jahre später veröffentlicht. Schon damals hatte die Bundesbank eine relativ große Vermögenskluft in Deutschland konstatiert. Daran hat sich in den vier Jahren zwischen den Erhebungen kaum etwas geändert. Die Ungleichheit ist sogar noch etwas größer geworden. So besaß 2014 die untere Hälfte der Haushalte lediglich 2,5 Prozent des gesamten Nettovermögens. Den obersten zehn Prozent der Haushalte gehörten hingegen 59,8 Prozent des Vermögens. Im Jahr 2010 waren es noch 59,2 Prozent.

("Spiegel Online", 21.3.2016)

21.03.2016

Lidl - Mindestlohn und megareicher Mann

Am 14.2.2016 eine
ganzseitige Anzeige in der Schweizer „Sonntagszeitung“: „Lidl Schweiz erhöht
erneut den Mindestlohn!“ Und zwar auf 4.100 Schweizer Franken. „Für 20-jährige
Ungelernte.“ Und für 20-Jährige „mit 2-jähriger funktionsnaher Berufsbildung“
beträgt der Mindestlohn bei Lidl Schweiz 4.200 SFr, für 20-Jährige mit
3-jähriger Berufsbildung 4.350 SFr.
Nun wollen wir nicht
vergessen, daß die Schweiz ein megateures Land ist und dort 4.200 Franken
weniger sind, als es sich anhört. Aber natürlich doch um einiges mehr als das,
was hierzulande als Mindestlohn so gezahlt wird.

Interessant wäre allerdings
zu erfahren, welche Gehälter Lidl Deutschland seinen Mitarbeiter*innen bezahlt.
Und in Frankreich müssen die Lidl-Mitarbeiter*innen für gerechte Löhne
streiken, dort bot die Geschäftsführung des Konzerns an, die Gehälter um gerade
einmal 0,2% anzuheben. Lidl ist in Frankreich auf Expansionskurs, derzeit hält
Lidl einen Marktanteil von mehr als 5% (Aldi Frankreich 2,2%) und will dies auf
8% steigern. Letztlich vor allem ein Indiz für sinkende Einkommen im westlichen
Nachbarland.

Ach ja: Lidl-Besitzer
Dieter Schwarz vergrößerte laut der jüngst veröffentlichten jährlichen
Milliardärsliste des US-Magazins „Forbes“ sein Vermögen im vergangenen Jahr um
800 Millionen US-Dollar auf 16,4 Milliarden. Er ist der fünftreichste Deutsche
und steht in der Rangliste der weltweit reichsten Menschen auf Platz 47. So ist
das alles.

02.12.2015

Soziale Mindestsicherung in D

Fast jeder zehnte in Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt (12/2015) auf sogenannte soziale Mindestsicherung angewiesen. Zum Jahresende 2014 erhielten 7,55 Millionen Menschen Hartz IV, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz oder der Kriegsopferfürsorge. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 9,3 Prozent.
Dabei gibt es starke regionale Unterschiede: Während die Quote in Baden-Württemberg (5,3 Prozent) und Bayern (4,7) am niedrigsten ist, finden sich in den Stadtstaaten Berlin (19,3) und Bremen (17,5) besonders viele Menschen, die vom Existenzminimum leben müssen.
Den größten Anteil machen Bezieher von Hartz IV aus. Ende 2014 gab es 6,03 Millionen Empfänger dieser „Grundsicherung für Arbeitssuchende“. Dabei haben viele von ihnen durchaus einen Job, denn 1,1 Millionen abhängig Beschäftigte sind auf ergänzende Hartz-IV-Leistungen angewiesen, und sogar 2,56 Millionen üben einen Zweitjob aus, 66.000 mehr als im Vorjahr.

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