17.03.2017

Filmförderung: Stupid German money...

„Stupid German money“ – so lautete einige Jahr lang der Begriff für die deutschen Filmfördermittel, an denen sich Hollywood bedienen konnte, wenn Großproduktionen mit Brad Pitt, Tom Cruise usw. in Babelsberg oder München hierzulande abgedreht wurden. Es war schon klar: für besonders smart oder gar intelligent hielt die US-Filmindustrie die Deutschen nicht, die ihnen das Geld wahlweise in den Rachen warfen oder in den Hintern schoben.
Dann war es damit vorbei, die Bundesregierung plante, die Filmförderung bis 2017 ganz einzustellen, und die Großproduktionen wanderten nach Prag oder...

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17.03.2017

Wer zahlt für die radioaktiven Altlasten in den nächsten 100.000 Jahren?

Wer zahlt eigentlich für die radioaktiven Altlasten, also für die Lagerung der hochradioaktiven Abfälle? Raten Sie mal. Natürlich nicht die Atomkonzerne, die Riesenprofite gemacht haben. Denn die Bundesregierung hat sich dieser Tage mit den Atomkonzernen RWE, Vattenfall, E.on und EnBW darauf geeinigt, daß die AKW-Betreiber von der Haftung für ihre Atomwirtschaft weitgehend befreit wurden. Sie zahlen 23,55 Milliarden Euro in einen Fonds ein und sind damit aus dem Schneider. Das Geld wird laut Bundesregierung für die Lagerung des Atommülls bis zum Jahr 2099 reichen. Und dann? Wird die...

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14.03.2017

Wie bei der Oscar-Verleihung ein Wirtschaftsprüfungskonzern mal einen Briefumschlag verwechselt hat...

Bei der Oscar-Verleihung haben sie also einen Umschlag mit den Preisträgern verwechselt.
Da konnte das hiesige Feuilleton aber mächtig dankbar sein und wochenlang ausführlich darüber berichten, man hat ja sonst keine Probleme.
Was nur selten zu lesen war: Zuständig für die Verwechslung waren Mitarbeiter des Wirtschaftsprüfungskonzerns PricewaterhouseCoopers, jenes Konzerns, der russischen Oligarchen Persilscheine ausgestellt hat (siehe Yukos), der beispielsweise dem Management der in Bundesbesitz befindlichen und von der Hypo Real Estate ausgegliederten „Bad Bank FMS...

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14.03.2017

Mandoki, Audi, FC Bayern, CDU und Dschingis Khan

„Leslie Mandoki ist einer der bekanntesten Musik-Produzenten Europas“, jubelt der staatliche Radiosender „Antenne Brandenburg“, und er „komponiert Musik für Audi, den FC Bayern München und die CDU“, ein richtiger Staatskünstler also. Audi, FC Bayern und die CDU, ein echt deutsches ABC der Top-Adressen.
Einmal Dschingis Khan, immer Dschingis Khan.

14.03.2017

Udo Fröhliche!

Ob Udo Lindenberg auch schon für Audi, den FC Bayern und die CDU komponiert hat, kann ich nicht sagen. In einer Anzeige wird jedenfalls das neue Buch von und mit und über Udo Lindenberg angepriesen: „Alle Seiten des Panik-Rockers“ soll es zeigen, und es heißt, wie drollig, „Udo Fröhliche!“ Untertitel: „Das neue Lindenberg-Lexikon von Benjamin von Stuckrad-Barre.“ Ein, im Ernst jetzt, „Bild“-Buch. Also „Bild“ im Sinne von „Blöd“ nach der gleichnamigen Zeitung, Sie wissen schon.
Glauben Sie nicht? Bitte schauen Sie unter udo.bild.de, es gibt Sachen, die kann...

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14.03.2017

Bär Läsker, Frank Zander, Gänsebraten und eingefleischte Veganer

Auch so eine Figur ist der sogenannte Bär Läsker, bekannt geworden als Manager der Musikgruppe „Die Fantastischen Vier“ (deren Logo er sich im Oberarm eintätowieren hat lassen, als stete Erinnerung, wer seine Schecks bezahlt, sozusagen – Sie glauben nicht, welche Bandnamen ich mir in den Oberarm und andernorts habe tätowieren lassen!...) und als Castingshow-Heini. Neuerdings ist der Herr auf dem Vegan-Trip, hat ein Buch zu dem Thema veröffentlicht und ist dabei, die fleischfressende Welt zu missionieren. Unter anderem mit großartigen Weisheiten a la „Latte macchiato ist die Ursuppe der...

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14.03.2017

David Bowie stirbt in Madagaskar

Im Jahresrückblicks-Heft des Berliner Stadtmagazins „Zitty“ las ich einen der traurigsten Beiträge des Jahres, nämlich von einer Stephanie Grimm, über ihren „Großen Moment 2016“, und der war für sie der Tod von David Bowie am 11.Januar:
„Das kann nicht sein! Wo doch der Welterklärer meiner Jugend gerade so präsent war: neues Album! Geburtstagssause! Wenig später sitze ich im Flugzeug nach Madagaskar und kann nicht einmal eine Blume in der Hauptstraße ablegen. (...) Nie habe ich Berlin so vermißt, nie war ich so dankbar für das Netzwerk. Auf der Insel weiß niemand, wer Bowie...

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14.03.2017

Von Katholiken, Kommunisten und Konvertiten

In der „FAS“ durfte ich lesen, daß Harald Martenstein, einer der erzreaktionären Kommentatoren unserer geliebten Qualitätspresse mit wöchentlichen Kolumnen in „Zeit“ und „Tagesspitzel“, erbitterter Gegner aller „Gendertheorie“ und überhaupt einer der „publizistischen Anführer der neue Revolte“ (also der aktuellen „Revolte“ von rechts wohlgemerkt), in seinem frühen Leben lange Zeit bei der DKP war.
Das erklärt natürlich einiges, denn Renegaten sind immer die schlimmsten. Kein Katholik ist je so sehr Katholik wie der Konvertierte. Und all die Ex-Kommunisten, die in den Fluren...

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14.03.2017

Freiheit für alle Journalist*innen in der Türkei, auch für Deniz Yücel

Man würde ja um einiges lieber in die Kampagne für die Freiheit des Journalisten Deniz Yücel einstimmen, wenn diese Kampagne nicht unter dem Banner „Freiheit für Yücel“, sondern unter „Freiheit für alle Journalist*innen in der Türkei, auch für Deniz Yücel“ segeln würde.
Und wenn in einem zweiten Satz die deutsche Bundesregierung aufgefordert würde, sofort ihre Kumpanei mit der Erdogan-Diktatur aufzugeben und den sogenannten „Flüchtlings-Deal“ zu beenden.

14.03.2017

Bukowski sagt...

„Das Problem dieser Welt ist, dass die intelligenten Menschen so voller Selbstzweifel und die Dummen so voller Selbstvertrauen sind“, sagte der Dichter Charles Bukowski einmal.

22.02.2017

China: Das Gute siegt doch! oder: Wie der Bauer Wang Enlin einmal einen staatlichen Chemiekonzern erfolgreich verklagt hat

Das ist bisher meine Lieblings-Meldung des Jahres:

Ein Bauer in China hat sich 16 Jahre lang Jura beigebracht, um einen Chemiekonzern zu verklagen, der die Felder der Bauern im Dorf Yushutun bei Qiqihar im Nordosten Chinas vergiftet hat. Der Bauer Wang Enlin hat jetzt seine Klage gegen den staatlichen Chemiekonzern Qihua gewonnen, das Gericht sprach den Bauern Schadensersatz in Höhe von umgerechnet 110.000 Euro zu.
Seit 2001 las der 65jährige Wang Enlin, der nur drei Jahre zur Schule gegangen war, laut der Meldung in der „taz“ in einem Buchladen Gesetze, um seine Klage...

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22.02.2017

Tell the girls that I'm back in town - Original und müder Bilderbuch-Abklatsch

Daß die Musikindustrie alle Naslang eine neue Sau durchs Dorf treibt, und daß die embedded Musikpresse, die größtenteils von den Anzeigen der Musikindustrie lebt, darauf genau so reagiert, wie man es erwarten kann, gehört zu den Allgemeinplätzen angesichts des aktuellen Zustands der Musikindustrie und ist mithin eine eher langweilende Aussage.
Aktuelles Beispiel ist die österreichische Schlagerpopcombo Bilderbuch, deren „schwülstiger Renaissance-Pop“ (Johann Voigt in der „taz“) ein passender Sound zum Neobiedermeier unserer Tage darstellt. Und ich kann problemlos erklären,...

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22.02.2017

Fake-Feuilleton der "Zeit": Alles erfunden!

Fake News ist das neue Ding, über das sich unsere Qualitätspresse aktuell ereifert.
Was schon einigermaßen erstaunlich ist, denn die Fake News sind ja keine vermeintlich russische Erfindung, sondern seit jeher ein durchaus erfolgreiches Geschäftsmodell vieler deutscher Medien, von der Blödzeitung bis hin zu all den Yellow-Press-Publikationen, die sich mit der Erfindung von News und ganzen Stories zum Beispiel über den europäischen Adel eine goldene Blatt-Nase verdienen.
Daß ausgerechnet Mathias Döpfner, im Hauptberuf Vorstandschef des Springer-Verlags, in seiner Eigenschaft als...

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20.02.2017

Refugees welcome!

Am letzten Samstag haben in Barcelona nach Polizeiangaben 160.000 Menschen für die Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert. Die Organisatoren von »Unser Haus ist euer Haus« sprachen sogar von einer halben Million Menschen. Es wäre damit in Europa die größte Kundgebung seit Beginn der Flüchtlingsbewegung 2015.
Unter dem Motto »Wir wollen aufnehmen – Schluss mit den Ausreden« protestierten die Teilnehmer insbesondere gegen die Madrider Antiflüchtlingspolitik. Die spanische Regierung hat bisher nicht einmal ihre minimale Zusage umgesetzt, bis zu 16.000 Flüchtlinge aufzunehmen.
Wäre...

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20.02.2017

Kluger Kopf kann nicht bis 2 zählen

Bekanntlich steckt hinter einer großen deutschen Tageszeitung ein kluger Kopf. Manchmal aber auch einer, der nicht bis zwei zählen kann: Eckart Lohse berichtet vom Auftritt der Kanzlerin im NSA-Untersuchungsausschuß des Bundestags, und wie Merkels Antworten immer schmallippiger ausfallen:
„Kurz nach 13 Uhr begann sie damit, manche Fragen der Abgeordneten nicht mehr mit ‚Nein’ zu beantworten, sondern nur noch mit ‚Nö’. Immerhin: ein Buchstabe gespart.“

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