18.12.2016

Schmerzensgeld für Gauck-Interview

Auf „Spiegel Online“ wollen sie doch tatsächlich, daß man für die Lektüre eines Interviews mit Joachim Gauck bezahlt. Eigenartig. Ich war eigentlich davon ausgegangen, daß man über die Höhe meines Schmerzensgeldes mit mir verhandelt für den Fall, daß ich je ein Gauck-Interview lesen würde...

18.12.2016

ARD-Mittagsmagazin sendet künftig nur noch Wiederholungen aus den 90er Jahren...

Das ARD-„Mittagsmagazin“ wird künftig nicht mehr vom BR, sondern vom RBB produziert. Ich weiß schon, das ist eine Meldung der Kategorie Reissack in China (wobei das chinesische Fernsehen zum chinesischen Neujahr die größte Unterhaltungsshow der Erde produziert, und die deutschen Fernseh-Unterhaltungschefs könnten da einiges lernen...).

Aber riskant finde ich die Entscheidung der ARD schon. Ausgerechnet der RBB. Das ist der Regionalsender, dem seit einigen Monaten für den Samstagabend zur besten Sendezeit nichts Besseres einfällt, als die „Bergdoktor“-Folgen aus den 1990er Jahren zu wiederholen – wohlgemerkt, der „Bergdoktor“, hergestellt nach Vorlagen aus den Groschenromanen von Bastei-Lübbe, lief damals im Hauptprogramm von Sat.1, bis die Serie 1998 von Sat.1 eingestellt wurde, weil das Alter der Zuschauer deutlich über dem Senderschnitt lag – nun also wiederholt der aus den Zwangsgebühren der Beitragszahler finanzierte RBB Samstagabend für Samstagabend die Bergdoktor-Folgen, die in den 90er Jahren im Privatfernsehen liefen.

Und jetzt fragen Sie sich, wofür Sie die Rundfunkgebühren bezahlen? Ja, das frage ich mich auch.

Doch zurück zum ARD-Mittagsmagazin – deren Programmverantwortliche sollten gut aufpassen, daß der RBB nicht anstelle aktueller Magazine mittags einfach von Sat.1 in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts produzierte News-Shows wiederholt. Andrerseits – würde wahrscheinlich auch niemand merken, oder?

18.12.2016

Erfahrungen von Musiker*innen mit Plattenfirmen, Folge 15

„Wegen ‚Alles hin, hin, hin’ hatten wir dann auch unser einziges Treffen mit einer Major-Plattenfirma. Der Typ war ein Kotzbrocken, den könnte man so gar nicht erfinden. Selten einen Typen in einem halbstündigen Gespräch so viel homophoben und sexistischen Müll quasseln gehört.“ (Andreas Spechtl in „Futur II. Die Gruppe Ja, Panik“)

18.12.2016

Streaming lohnt sich nicht? Iwo - es macht Millionäre!

Allgemein wird ja immer behauptet, daß sich Streaming nicht lohnen würde, weil die Musiker*innen dabei nichts verdienen würden.

Am 9.Dezember 2016 ist das neue Album „Imperator“ des Rappers Kollegah erschienen. Laut Mitteilung der GfK vom 18.12.2016 wurden die Tracks dieses Albums bis dahin 400 Millionen mal abgerufen (also gestreamt), weshalb Kollegah nun als der meistgestreamte Künstler hierzulande gilt.
Wir wissen nicht genau, wieviel die Streamingdienste pro Track bezahlen, Spotify selbst erklärt, zwischen 0,6 und 0,84 (US-)Cent pro Stream an die Rechteinhaber (!) zu zahlen.
Machen wir also mal kurz die Rechnung auf: 400 Millionen mal 0,7 Cent (wenn man den Mittelwert nimmt), das macht... genau: 2,8 Millionen (Dollar oder Euro, im Moment fast gleich)!
Ob Kollegah nun davon die Hälfte bekommt oder etwas mehr – ein fettes Weihnachtsgeld, für etwas mehr als eine Woche Streaming...

Streaming lohnt sich nicht?!? Bullshit.
Streaming lohnt sich dann, wenn Musiker*innen Single-fähige, populäre Musik schreiben und performen. Wenn sie das nicht tun, hilft ihnen Streaming nur wenig. Aber CD-Verkäufe eben auch nicht...

18.12.2016

Teures deutsches Internet erschwert Streaming und schadet Künstlern und der Musikindustrie

Was dem Streaming (und somit indirekt auch der Musikindustrie) massiv schadet, sind jedenfalls teure Internetkosten. Der mobile Datenverkehr ist das Rückgrat der Zukunftswirtschaft, könnte man sagen. Und was fällt uns auf? In Deutschland sind die normalen Smartphone- oder Tablet-Tarife wesentlich teurer als anderswo. Gleichzeitig drosseln hierzulande die Anbieter das Tempo des Datenverkehrs bereits nach wenigen Gigabytes.
Im „Handelsblatt“ gab es am 13.12.2016 eine interessante Übersicht:
Danach kostet der billigste Tablet-Tarif (10 GB Datenvolumen pro Monat) kaufkraftbereinigt in Dänemark 10,10 €, in Finnland 12,00 €, in Österreich 13,80 €, im EU-Durchschnitt 26,70 € - und in Deutschland sage und schreibe 38,40 €!
Noch drastischer fällt der Vergleich bei den Smartphone-Tarifen aus (jeweils inkl. 2 GB Datenvolumen, ebenfalls kaufkraftbereinigt): In Österreich kostet das 24 €, in Dänemark 27 €, in Finnland 29,20 €, in Großbritannien 30,50 €, im EU-Durchschnitt 49,90 €, und in Deutschland am meisten, nämlich 51,60 €.
Und wieviele schnelle Gigabytes gibt es beim Smartphone für 30 Euro? In Dänemark und Finnland unbegrenzt viele, in Frankreich 50 GB, in Großbritannien 30 GB, in Ösgterreich 20, und in Deutschland nur 6 GB.
Und wie schnell ist unser Internet? In den USA beträgt die Verfügbarkeit von schnellen LTE-Daten-Verbindungen 81%, in Finnland 75%, in Dänemark 70%, in Österreich 66%, hierzulande dagegen gerade einmal 56%. Wir haben Bummel-Internet.

Und was ist der Grund für die hohen deutschen Preise? Das „Handelsblatt“ hat die Antwort: „Im größten Land der EU gibt es nur noch drei Netzanbieter – und damit wenig Wettbewerb.“

Fakt ist: Das teure Internet und die immens hohen Datentarife für Smartphones und Tablets schaden den Musiker*innen, die vom Streaming profitieren können (siehe die skandinavischen Länder!), sondern sie schaden auch den Nutzer*innen, die unverhältnismäßig hohe Kosten zu blechen haben.
Wie wäre es, wenn die Digital-Charta-Leute, unter denen ja nicht wenige Politiker sind, sich erstmal um die Realität der Behinderung der Internetnutzung hierzulande kümmern würden, bevor sie zum Kampf gegen das Silicon Valley aufrufen? Das wär doch mal was: Ein Staat, der sich zum Kämpfer für seine Bürger*innen macht, der uns günstiges Internet verschafft!

18.12.2016

Er sah noch eine halbe Nacht lang fern...

Soweit ist es gekommen.
Selbst das deutsche Staatsfernsehen, an unterirdischem Unterhaltungsschmuh so reich wie die Wüste an Sand, mag sich die jährliche Lobbyveranstaltung des Bundesverbandes der Musikindustrie, die Echo-Preisverleihung, nicht länger antun – im kommenden Jahr wandert die Lobby-Show zum Privatsender „Vox“.
Peter Hacks meinte dazu: „Er sah noch eine halbe Nacht lang fern, / Jeden Kanal, und starb dann äußerst gern.“

18.12.2016

Alle Menschen sind gleich!

Es wäre sicher unfair, den SPD-Vorsitzenden Sigmar „Siggi Pop“ Gabriel alleine für die katastrophalen Wahl- und Umfrageergebnisse seiner Partei verantwortlich zu machen. Aber einen gehörigen Anteil daran hat er schon. Etwa durch Ausfälle wie seinen jüngsten Vorstoß, daß nicht hier lebende Kinder von EU-Ausländer*innen, die in Deutschland arbeiten, nicht das volle deutsche Kindergeld bekommen sollten, sondern nur so viel wie in ihrem Heimatland.

Mal jenseits der Tatsache, daß Gabriels Vorstoß reiner Populismus im AfD-Stil ist und gegen EU-Recht verstößt und mithin keinerlei Aussicht auf Realisierung hat – was daran besonders mies ist, ist, wie der SPD-Vorsitzende zur Entsolidarisierung der Menschen beiträgt. Das ist im Ergebnis nicht anders als die Brexit-Politik bestimmter britischer Politiker – die Grundlage Europas, nämlich die Gleichheit aller Menschen, stellt ausgerechnet der SPD-Vorsitzende in Frage – während es seinen Vorgängern noch eine Selbstverständlichkeit war, daß Gleichheit „soziale“ Gleichheit bedeutet hat (und früher brachten Sozialdemokraten auch noch ein gewisses Maß an Empathie und Solidarität mit den Schwachen auf, Eigenschaften, an denen es Gabriel mangelt und die er durch blanken Populismus ersetzt hat).
Vielleicht darf man Herrn Gabriel daran erinnern, daß das Grundgesetz explizit davon spricht, daß vor dem Gesetz „alle Menschen“ gleich sind – nicht etwa nur „alle Deutschen“. Aber klar, was schert einen Herrn Gabriel schon das Grundgesetz oder die Europäische Verfassung...

18.12.2016

Furchtbare Juristen

Laut einer Studie von Prof. Franz Streng von der Uni Erlangen sind 31,9 Prozent der deutschen Jurastudent*innen für die Todesstrafe. Das werden mal schöne furchtbare Jurist*innen...

12.11.2016

R.I.P. Leonard Cohen!

R.I.P., Leonard Cohen!
Was für ein trauriges Jahr.
Ich erinnere, wie wir 1974 in der ("illegalen") Raucherecke am Viscardi-Gymnasium in Fürstenfeldbruck standen, und es war ein etwas dicklicher neuer Schüler, der aus einem Ostblock-Land kam (ich glaube mich zu erinnern, daß es Polen war), und der eine überraschende Wirkung auf die interessanten Mädchen unseres Jahrgangs hatte - und er war es, der das Album "Songs From A Room" aufbrachte, und "Bird On The Wire" wurde unsere Hymne für einige Monate - und ganz besonders die Hymne der coolen Mädchen. Denn es war klar: Leonard Cohen, das war einer, den auch wir Jungs verehrten, dessen "In My Way I Tried To Be Free" uns die Welt bedeutete, den die Mädchen und jungen Frauen aber liebten. Und es drangen "Suzanne", "So Long, Marianne", "Hey, That's No Way To Say Goodbye" (den nicht wenige damals bei Gelegenheit erster Trennungen verwendeten, sei es als Aussage, sei es als Trost...) oder "Famous Blue Raincoat" in unsere Welt ein mit einer ungeheuren Dringlichkeit und Intensität, und sie hörten nie mehr auf, Teil unseres Lebens zu sein.
Später dann das große "Who By Fire" und das ebenso große "First We Take Manhattan"... und auch auf seinen späten Alben finden sich Songperlen, die die meisten Singer/Songwriter gerne geschrieben hätten, "Alexandra Leaving" etwa oder "Nevermind". Und den "Partisan"-Song habe ich erst spät für mich entdeckt, dank David Eugene Edwards und seinen 16 Horsepower.
"Singer/Songwriter"? Leonard Cohen war ein Dichter, ein Poet. Irgendjemand hatte Cohen geraten, Melodien zu seinen Gedichten zu schreiben, und so geschah es. Seine Lyrikbände "Blumen für Hitler" (1972) und "Wem sonst als dir" (1985) wurden hierzulande übrigens beim legendären März-Verlag von Jörg Schröder verlegt.

Interessant ist, daß kein einziger Nachruf in den deutschsprachigen Tageszeitungen, den ich gelesen habe, auskommt ohne den Verweis auf die US-Präsidentschaftswahlen – während andrerseits kein einziger dieser Nachrufe darüber berichtet, daß Leonard Cohen im Oktober 1973, als die arabische Welt versuchte, Israel von der Landkarte auszuradieren, von der ägäischen Insel Hydra, auf der er damals lebte, nach Tel Aviv gereist war, um als Jude dem Staat Israel zu unterstützen. Während des dreiwöchigen Krieges gab Leonard Cohen täglich bis zu acht Konzerte für die israelischen Truppen, sei es für eine Einheit von Fallschirmspringern auf dem Weg zum Suezkanal, sei es in einem Lazarett für verwundete Soldaten, sei es in einem Loch, in dem einige wenige Soldaten eine Haubitze bedienten.
Eines seiner besten Lieder, „Who By Fire“, hat Leonard Cohen in einer Feuerpause geschrieben, für die Soldaten beider Seiten:

„And may the spirit of this song,
may it rise up, pure and free.
May it be a shield for all of you,
a shield against the enemy.“

Wer von dieser israelischen Truppenbetreuungs-Episode aus der Karriere des Leonard Cohen, der sich damals auf dem ersten Höhepunkt seiner Laufbahn befand, erfahren will, sollte unbedingt den informativen Artikel von Arno Frank im aktuellen Dezember-Heft des Musikexpress lesen (der natürlich nicht als Nachruf geschrieben wurde, aber die meisten veröffentlichten Nachrufe um Längen schlägt).

(auf Spotify habe ich eine Leonard-Cohen-Playlist zusammengestellt)

12.11.2016

Klasse Satz I

Klasse Satz 1:

„Und ich weiß genau (...) daß ich lieber Putzfrau im dreckigsten Asylantenheim im tiefsten Neonazideutschland wäre, als irgendein CSU-Hoffnungsträger, der nicht mehr gelernt hat, als seine Aktentasche sauber zu halten.“
(Franz Dobler auf seinem Blog)

12.11.2016

Stefanie Kloß (Silbermond) und das Geschäft mit der Musik

Natürlich ist das, was die Band Silbermond macht, nicht gerade meine erklärte Lieblingsmusik. Aber unter all den vor auch schon wieder mehr als einem Jahrzehnt von der Musikindustrie mit einem Plattenvertrag versehenen jungen Bands des Modells „selbstbewußte junge Frontfrau plus avancierte Schülerband“ war sie immer die interessanteste und beste. Nun gut, ist eben alles relativ im Leben. Ich hab sie einmal live gesehen, bei der Verleihung des sogenannten „LEA“-Awards der deutschen Konzertbranche in Hamburg, und wenn ich Ihnen erzähle, daß ihr Auftritt der mit Abstand beste des ganzen Rahmenprogramms war, können Sie sich ungefähr das ästhetische Niveau des Abends vorstellen...

Aber: Stefanie Kloß, die Sängerin von Silbermond, scheint eine kluge Frau zu sein. Jedenfalls hat sie der „Süddeutschen Zeitung“ Ende September ein Interview in deren Serie „Reden wir über Geld“ gegeben, und darin sind so viele gute Aussagen enthalten, daß ich richtig Respekt vor Stefanie Kloß bekommen habe. Sie hat das „Geschäft mit der Musik“ offensichtlich weitgehend durchschaut.

Sie äußerst sich kritisch zu Plattenfirmen, die Einfluß auf die Bandzusammenstellung nehmen wollten und Songs durchsetzten, die die Band spielen sollte, wie das halt so ist:
„Aber die Plattenfirmen... na ja. Manche haben gesagt, wir müßten unbedingt noch einen Keyboarder dazunehmen. Andere meinten, das würde irgendwie noch nicht passen, das sei alles nicht gut genug. (...) Wir wollten dann eine ganze Zeit lang mit Plattenfirmen nichts mehr zu tun haben.“

Vor allem erklärt Stefanie Kloß, worauf es ankommt, wenn man wirklich Musik machen und davon vielleicht auch leben will:
„Die Musik war oberste Priorität. Wichtiger als ins Freibad gehen, Freundinnen treffen oder sonst etwas. (...) Das mußt du ja erst mal laut aussprechen: Wir wollen Musik machen und nichts anderes. Ich hatte keinen Plan B. Wenn du einen Plan B hast, wird es sowieso nichts.“
Du mußt wollen, daß es mit deiner Musik etwas wird! Du mußt lernen, an deinen Songs arbeiten, dich als Liveband immer weiter verbessern. Du mußt die Klassiker studieren, dich mit den Arrangements beschäftigen, „ein kreativer Prozeß ist eine Reise zwischen Himmel und Hölle“. Und du mußt spielen spielen spielen: „Wir haben dann eine ganze Zeit lang nur noch Konzerte gespielt. (...) Die Leute merken, ob man etwas ernst meint.“
Aber es gibt natürlich keine Garantie für den Erfolg. „Es ist immer auch viel Glück dabei. Es gibt viele tolle Bands, die schaffen es nie.“ Wie wahr.

Und dann gibt es ein paar Aussagen in diesem Interview, die außergewöhnlich sympathisch sind, gerade in unseren neoliberalen Zeiten. Stefanie Kloß erzählt, daß sie relativ bescheiden zur Miete wohnt, „drei Zimmer, 70 Quadratmeter, das reicht mir“. Hatte sie nie Lust auf Konsumexzess, fragt die „SZ“. „Was braucht man denn unbedingt? Ich mache mir zum Beispiel nichts aus Autos“, und dann erzählt die Künstlerin, daß sie sich „nach den ersten Erfolgen“ eine Lederjacke für 250 Euro gekauft und „auf die Lippe gebissen“ habe.

Und schließlich berichtet Stefanie Kloß, wie die Einnahmen bei Silbermond verteilt werden. Nämlich in vier gleiche Teile, „ist doch logisch. Wir sind eine Band. Ich kann singen, aber tausend andere Sachen nicht. Jeder bringt das in die Band ein, was er einbringen kann. Wir teilen unsere Einnahmen durch vier.“ Alles andere als eine Selbstverständlichkeit.
Aber wie ist das mit Ihrer Gage für die Teilnahme an „The Voice of Germany“, Frau Kloß? „Das haben Sie ja allein gemacht“, fragt die „Süddeutsche“. Und Frau Kloß erteilt uns allen eine kleine Lehrstunde in Kollektivität und Solidarität: „Ich bin ja nicht dort gesessen, weil ich die lustige Stefanie Kloß bin, sondern als Sängerin von Silbermond. Und die Jungs haben in der Zwischenzeit zu Hause an Songs geschraubt, die haben ja auch nicht Urlaub gemacht. Deshalb haben wir natürlich auch diese Gage geteilt. Das ist so bei uns.“

Ganz großen Respekt, Stefanie Kloß!
Und jetzt fange ich an, wieder ein bißchen an das Gute im Musikgeschäft zu glauben.

12.11.2016

Heinz-Rudolf Kunze sin Fru

Heinz Rudolf Kunze lobt seine Frau laut „FAS“ in der „Bunten“ als „unglaublich pflegeleicht und anspruchslos“.

Mal abgesehen davon, daß es nicht besonders liebenswürdig ist, über seine Frau wie über eine robuste Zimmerpflanze zu reden, wie die „FAS“ zurecht anmerkt, und das eher an Gerhard Polt erinnert, wie er weiland in „Fast wia im richtigen Leben“ über die gekaufte Thai-Frau redete („schmutzt nicht...“) – aber daß sie „anspruchslos“ sein muß, ist klar, wie sollte sie es sonst mit Heinz Rudolf Kunze und seiner Musik aushalten?

12.11.2016

Cro kann schlafen!

Noch’n Popstar unserer Tage:
Im Kundenmagazin des einschlägigen österreichischen Brauseherstellers enthüllt Carlo Waibel, der sich im Pop-Alltag Cro nennt: „Schlafen kann ich ja richtig gut.“
Na, wenigstens etwas...

12.11.2016

Van Morrison über Plattenfirmen

Van Morrison erklärt im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ die Kulturindustrie und die aktuelle Politik der Plattenfirmen:

„Ich mußte schlicht drei Jahre verhandeln, um einen halbwegs vernünftigen Vertrag zu bekommen.“ (...)
SZ: Waren Vertragsverhandlungen immer schon so kompliziert und langwierig?
„Nicht wirklich, richtig schwierig ist es erst in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren geworden. Die Labels wollen mehr mehr für immer weniger. Sie verlangen wahnsinnig viel, sind im Gegenzug aber kaum bereits, etwas zu leisten.“
SZ: Stimmt es, daß Labels heute eher am Backkatalog als an neuem Repertoire interessiert sind?
„Sieht so aus. Ein guter Backkatalog ist eine Bank. Man hat keine großen Kosten mehr und bedient ein dankbares Publikum (...) Sony hatte kein Interesse an meinen neuen Sachen, weil das ‚Duets’-Album, das ich zuletzt für sie gemacht habe, nicht wirklich toll lief. Mit deinem nächsten Kram mußt du es dann besser woanders versuchen. Die hatten einfach kein Interesse daran. Ich war ihnen wohl auch einfach zu alt.“
SZ: Beunruhigt Sie dieser Gedanke?
„Natürlich. Aber so ist es nun einmal.“
SZ: Sehr viele berühmte Rockmusiker sind heute jenseits der 70. Haben sie alle dasselbe Problem?
„Definitiv! Und das ist auch der Grund, warum sie immer wieder ihren Katalog überarbeiten – weil das alles ist, was sich noch verkauft. Es ist traurig.“

12.11.2016

C-Dur-Taste auf dem Klavier

Und wo wir schon beim gängigen Plapperjournalismus sind:
In der „Berliner Zeitung“ darf eine Theresa Dräbing unter dem Titel „Komponieren mit dem Fluxpad“ den halbseitigen Promotion-Artikel über eine neue und nicht uninteressante App schreiben, die die Band Mouse On Mars entwickelt hat. Darin dieser schöne Satz:
„Man muß keine Noten lesen können oder wissen, wo die C-Dur-Taste auf dem Klavier ist.“
Jetzt spiele ich doch schon eine ganze Weile Klavier, etwa fünfzig Jahre dürften es sein, aber eine C-Dur-Taste habe ich bis heute nicht gefunden. Hm.
Immerhin hat die Dame enthüllt, daß man keine Ahnung von den Dingen haben oder gar wissen muß, wie seriöser und kompetenter Journalismus geht, um einen halbseitigen Artikel in einer deutschen Tageszeitung zu veröffentlichen. Bisserl rumschieben auf der Journalismus-App des Tablets reicht heutzutage völlig aus...

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