22.02.2014

Selbständige verdienen kümmerlich

"Jeder vierte Selbständige verdient kümmerlich", titelt die "FAZ":
"Rund 1,1 Millionen Selbständige haben 2012 weniger als 8,50 Euro in der Stunde verdient, die zukünftig für Arbeitnehmer als gesetzliche Mindestlohngrenze gelten soll. Das zeigen Daten, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ausgewertet hat. Insgesamt hätten 25 Prozent aller 4,4 Millionen Selbständigen in Deutschland Stundenlöhne von weniger als 8,50 Euro. Darunter sind viele Friseure, Kioskbesitzer, Betreiber kleiner Läden, Anwälte und Kneipiers, aber auch freischaffende Künstler oder Dozenten. 'Ein großer Teil der Selbständigen lebt von der Hand in den Mund', sagte DIW-Arbeitsmarktforscher Karl Brenke der F.A.Z: 'Das sind in erheblichem Maße Kümmerexistenzen.' Rund 40 Prozent aller Allein-Unternehmer hätten nach Abzug der Kosten so wenig Gewinn gemacht, daß sie kaum Rücklagen bilden könnten. 'Diesen Selbständigen fehlen Mittel für Investitionen, als Vorsorge für Krankheit oder Alter', warnte Brenke. Viele 'Existenzgründungen als Selbständige' geschähen aus der Not und nach langer Arbeitslosigkeit. (...)
Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes kommt zu noch drastischeren Ergebnissen als das DIW. Danach mußten sich 2012 von den Unternehmern mit höchstens einem Mitarbeiter 34 Prozent mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn zufriedengeben. Bei den akademischen Berufen erhielten 22 Prozent weniger als den geplanten gesetzlichen Mindestlohn."
(laut FAZ vom 6.1.2014)

22.02.2014

Griechenland: Kindersterblichkeit, Gesundheitssystem

Und ein paar Tage später meldet „Spiegel Online“ die Ergebnisse der deutschen Austeritätspolitik und der IWF-Auflagen in Griechenland:
"Säuglingssterblichkeit in Griechenland steigt um 43 Prozent.
Mehr Totgeburten, HIV-Neuinfektionen, Tuberkulose- und Depressionsfälle sowie Suizide: Der drastische Sparkurs in Griechenland hat einer Studie zufolge verheerende Auswirkungen. Eine Hilfsorganisation spricht von einer vollständigen Verletzung der Menschenwürde.

Ärzte und Kliniken reagierten mit Gebühren, die viele Griechen angesichts dramatisch sinkender Einkommen und Rekordarbeitslosigkeit nicht zahlen können. Weil Arbeitslose zudem nach zwei Jahren ohne Job ihre Krankenversicherung verlieren, stehen der Studie zufolge mittlerweile geschätzt 800.000 Griechen komplett ohne Schutz da. Auch die psychischen Auswirkungen der andauernden Krise kann das Gesundheitssystem immer schwerer auffangen, weil auch hier kräftig gekürzt wurde. Dabei besteht hier offensichtlich großer Bedarf. Denn die Zahl der Suizide in Griechenland ist zwischen 2007 und 2011 um 45 Prozent gestiegen, schwere Depressionen haben sich sogar verdoppelt. (...)
Die Autoren der Studie heben besonders die Auswirkungen auf Kinder hervor: Die Zahl der Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht ist allein zwischen 2008 und 2010 um 19 Prozent gestiegen, die Zahl der Totgeburten um mehr als 20 Prozent. Als möglichen Grund führen die Wissenschaftler den - wegen hoher Kosten und geringem Einkommen - schwierigen Zugang zu Ärzten an, die zu Komplikationen in der Schwangerschaft führten. Auch die Säuglingssterblichkeit ist den Zahlen zufolge um 43 Prozent gestiegen.
‚Hier sind Menschen in einem Zustand, wie ich es in meinem Leben noch nicht gesehen habe’, sagt Simonnot. Immer mehr Schwangere könnten es sich nicht mehr leisten, ins Krankenhaus zu gehen, und viele Diabetiker müssten sich entscheiden, ob sie sich Insulin kaufen - oder etwas zu essen. Die Organisation spricht von einer vollständigen Verletzung der Menschenrechte in Griechenland. (...)
Als Gegenbeispiel für eine verantwortliche Gesundheitspolitik während einer tiefen Wirtschaftskrise wird Island genannt. Das Land habe den Rat des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht befolgt, die Gesundheits- und Sozialausgaben radikal zu kappen. Das Ergebnis: Trotz der massiven Krise habe es keine erkennbaren Auswirkungen auf die Gesundheit der Isländer gegeben.“

(SPON 22.2.2014)

20.02.2014

Griechenland: Polikliniken geschlossen

Mit sofortiger Wirkung hat der griechische Gesundheitsminister Adonis Georgiadis sämtliche Polikliniken des Landes geschlossen.Faktisch fehlt dem Land nach der Schließung der Polikliniken die primäre ärztliche Grundversorgung. Verkündet wurde sie bereits vor der Veröffentlichung eines entsprechenden Erlasses im Staatsanzeiger vom Minister höchstpersönlich. Damit wurden auf einen Schlag 8.500 Ärzte und Pfleger auf die Straße gesetzt. (laut Telepolis, 20.2.2014)

16.02.2014

Paarungsverhalten betuchter Großstädter

Über das Paaerungsverhalten betuchter Großstädter:
"Früher heiratete der Chef die Sekretärin, heute nimmt er eine Frau, die genauso viel verdient wie er. (...)
Immer mehr Menschen wählen heute einen Partner, der ihnen vom sozialen Status her ähnelt, also ähnlich gut ausgebildet ist und ähnlich viel verdient. Früher heiratete rund die Hälfte aller Männer in Deutschland eine Frau, deren Ausbildung und Einkommen deutlich unter ihrem eigenen lagen - der Manager ehelichte seine Sekretärin, der Chefarzt führte die Krankenschwester zum Traualtar. (...) Die natürliche Umverteilung innerhalb der Ehe sorgte dafür, daß sich die Einkommensverhältnisse der Haushalte bis zu einem gewissen Grad aneinander anglichen - die Gesellschaft wurde gleicher.
Heute ist das anders. Nur noch ein Fünftel aller gutausgebildeten und gutverdienenden Männer heiratet eine Frau außerhalb der eigenen Schicht, der Rest sieht sich unter seinesgleichen um. Umgekehrt ist bisher nur einverschwindend geringer Anteil der gutsituierten Akademikerinnen auf den Gedanken gekommen, ihr Leben mit einem Gärtner oedr Bauarbeiter zu verbringen."
(FAS 9.2.2014)

16.02.2014

Tyrannei der Arbeit

Ulrich Renz ("Tyrannei der Arbeit") im Gespräch mit Reinard Jellen auf "Telepolis", 15.2.2014:

"Heute arbeitet ein Vollzeit-Angestellter durchschnittlich eine knappe Stunde länger in der Woche als er das vor 15 Jahren getan hat, nämlich 43 Stunden. Zum ersten Mal hat sich damit ein Trend umgekehrt, der immerhin schon anderthalb Jahrhunderte angedauert hat: Dass nämlich die Arbeitstage der Menschen immer kürzer wurden. Und genauso ist auch zum ersten Mal seit den Hochzeiten der industriellen Revolution die Lebensarbeitszeit wieder am Steigen. Ein Jugendlicher, der heute am Anfang seines Berufslebens steht, wird etwa 10.000 Stunden länger bei der Arbeit sein als sein Vater oder seine Mutter.
Das ist aber nur die rein quantitative Seite der Mobilisierung. Arbeit hat auch eine andere Qualität angenommen. Die Menschen müssen jetzt mehr ranklotzen. Arbeiten ist härter geworden, dichter, intensiver. Tyrannischer - um es mit dem Begriff aus meinem Buch zu sagen."

Spielt hierbei die Einführung von Hartz IV eine Rolle?

Ulrich Renz: "Ja, selbstverständlich. Die Schröder-Reformen waren im Kern ja nichts anderes als eine Preissenkung für wenig qualifizierte Arbeit. Es ist nur folgerichtig, dass die Nachfrage gestiegen ist und der Billiglohnsektor aufgeblüht ist."

Mit dem Resultat, dass viele Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr leben können ...

Ulrich Renz: "Ja, unsere Gesellschaft ist dadurch in eine paradoxe und beschämende Situation manövriert worden: Die Wirtschaft hat an Stärke gewonnen wie ein Bodybuilder unter Anabolika, aber von seinem Job eine Familie zu ernähren ist für einen großen Teil der Beschäftigten zu einer Utopie geworden, die man allenfalls noch aus den Erzählungen von früheren Zeiten kennt."

14.02.2014

Bildungsprämie?

"Frohen Mutes können die rund zweieinhalb Millionen Studierende an den Hochschulen der Bundesrepublik in ihre Zukunft schauen: 'Ein Uni-Examen bringt 2,3, der Abschluss an einer Fachhochschule 2,0 Millionen Euro' - als Gehaltssumme im Laufe des Berufslebens. So war es in den Zeitungen zu lesen. Den Berichten liegt eine neue Studie aus dem (der Bundesagentur für Arbeit angeschlossenen) Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zugrunde, unter dem Titel Lebensverdienste nach Qualifikationen. Bildung lohnt sich ein Leben lang. Es handelt sich dabei um die Auswertung einer Stichprobe, mit Daten aus dem Zeitraum 2008 bis 2010, bis dahin laufende Arbeitsbiographien auswertend. Und um Angaben über statistische Durchschnittswerte, was seine Tücken hat. Immerhin - deutlich wird so, wie eng der Zusammenhang zwischen dem Ausbildungsniveau und der Einkommenshierarchie im Arbeitsmarkt der Bundesrepublik traditionell ist; Facharbeiter haben durchschnittlich eine Million weniger Lebensverdienst, obwohl sie früher in ihre Jobs einsteigen. Und nach wie vor ist die "Bildungsprämie" beim weiblichen Geschlecht geringer."Arnö Klönne auf "Telepolis", 13.2.2014

08.02.2014

Reiche in den USA

Laut "Welt" hat sich der Dow Jones Index (mit dem die Entwicklung des amerikanischen Aktienmarktes gemessen wird) seit 2009 mehr als verdoppelt. "Der Großteil dieses Geldsegens ist den Superreichen zugute gekommen: Jenen zehn Prozent, die in Amerika am meisten verdienen, gehören heute 81 Prozent der Aktien und Anlagefonds, 92 Prozent des Aktienkapitals und 80 Prozent von jenen Immobilien, die die Eigentümer nicht selbst bewohnen. Gleichzeitig ist die Zahl der Amerikaner, die von staatlichen Lebensmittelmarken abhängig sind, seit dem Januar 2009 von 32,2 auf 47,7 Millionen hochgeschnellt. Mit anderen Worten: Jeder sechste Bürger der reichsten Nation der Welt lebt heute buchstäblich von der Hand in den Mund."Amerika "streitet über den Sozialstaat", und die "Welt" kommentiert: "Ausgerechnet unter Obama ist die soziale Ungleichheit im Land enorm gewachsen.""Ausgerechnet" unter Obama? Nein, Obama setzt nur den Trend fort, den wir weltweit kennen: wo sozialdemokratische Regierungschefs ins Amt kommen, wird die soziale Ungleichheit verschärft, werden die Armen ärmer und die Reichen reicher, ob in den USA William Clintons, im Großbrittanien Anton Blairs oder in der Bundesrepublik Deutschland Gerhard Schröders. Die rot-grüne Bundesregierung von Schröder/Fischer hat den Wohlhabenden und Reichen derart umfangreiche Steuererleichterungen gewährt, daß linke PolitikerInnen wie Sahra Wagenknecht gar die Wiederherstellung der Steuergesetze Helmut Kohls fordern: "Hätten wir in der Bundesrepublik heute noch die Steuergesetze der Ära Helmut Kohl mit dem höheren Spitzensteuersatz und einer deutlich höheren Unternehmensbesteuerung, dann hätten Bund, Länder und Gemeinden immerhin 75 Milliarden Euro mehr Einnahmen im Jahr." (Rede im Bundestag, Mai 2012)

08.02.2014

Superreiche in Kalifornien

"Wie müssen wir uns die Superreichen vorstellen? Keineswegs als fette Kapitalisten mit Zigarre und Zylinderhut - eher wie Sergey Brin, den Mitbegründer von Google (geschätztes Privatvermögen: 24,4 Milliarden Dollar) oder Sheryl Sandberg, die Chefmanagerin von Facebook (geschätztes Privatvermögen: eine Milliarde Dollar). Ziemlich junge und fitte Leute also, die sich auf sauteuren Fahrrädern durch Kalifornien bewegen, gesund essen, im Zweifel eher den Demokraten ihre Stimme geben und Umweltschutz für wichtig halten. In ihrer unmittelbaren Nähe hausen in deutlich weniger luxuriösen barrios jene Leute, die den Milliardären als Gärtner, Kinderfrauen und Chauffeure zur Verfügung stehen."Hannes Stein in "Die Welt", 8.2.2014

31.01.2014

Bildungsungleichheit

„So hält Deutschland am sozial selektiven System der Mehrgliedrigkeit fest – ein Grund dafür, daß das deutsche Bildungssystem weder besonders leistungsfähig noch gerecht ist. Das Versprechen, daß nur Leistung zählt, wird immer noch nicht eingelöst. Akademikerkinder haben bei gleicher Leistung eine fast viermal höhere Chance, auf ein Gymnasium zu gehen, als Arbeiterkinder. Nur 19 Prozent der Studienanfänger kommen aus einer Arbeiterfamilie, aber 50 Prozent kommen aus einem Akademikerhaushalt.“Yasemin Karakaşoğlu, Professorin für Interkulturelle Bildung an der Universität Bonn, laut „Zeit“ vom 30.1.2014

25.01.2014

USA: Armut und Reichtum

Der "Amerikanische Traum" ist nach einer Studie von Harvard-Ökonomen tatsächlich nur ein Traum, aber es gibt große regionale Unterschiede. In vielen Studien wurde festgehalten, dass in den USA die soziale Mobilität wie in anderen Ländern geschrumpft ist. Die Einkommensverteilung zwischen Arm und Reich ist nach einem Bericht des Congressional Research Service eine der größten in den Industrieländern. Ein Aufstieg von ganz unten nach ganz oben kommt danach ziemlich selten vor: "Wo man in der Einkommensverteilung beginnt, bestimmt wesentlich, wo man in ihr endet." Armut und Reichtum würden so gewissermaßen vererbt. Das wird auch von anderen Untersuchungen bestätigt (Millionär bleibt Millionär, Tellerwäscher bleibt Tellerwäscher). (laut Telepolis, 24.1.2014)

20.01.2014

Oxfam prangert Verteilung des Wohlstands an

Die britische Hilfsorganisation Oxfam hat in einem alarmierenden Bericht die Verteilung des Wohlstands auf der Erde angeprangert.Die 85 reichsten Menschen der Welt hätten das gleiche Vermögen wie die arme Hälfte der Weltbevölkerung auf der anderen Seite, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Bericht.Oxfam stellte den Bericht aus Anlass des bevorstehenden Weltwirtschaftsforums in Davos zusammen. Die Hilfsorganisation kritisiert unter anderem die Steuervermeidung über Steueroasen sowie staatliche Sparpolitik, die vor allem die unteren Einkommensschichten treffe.Die wohlhabenden Eliten dominierten die wirtschaftlichen Weichenstellungen weltweit, heißt es weiter. Demokratie werde ausgehebelt, die Reichen könnten politische Entscheidungen beeinflussen - sowohl in entwickelten wie auch in Entwicklungsländern. Eine Umfrage in den sechs Ländern USA, Großbritannien, Spanien, Brasilien, Indien und Südafrika habe gezeigt, dass die meisten Menschen der Meinung seien, das Gesetze zugunsten der Wohlhabenden gebeugt würden.(Berliner Zeitung, 20.1.2014)

19.01.2014

Arbeitnehmerstandards durch transatlantische Freihandelszone gefährdet

Laut eines Berichts auf "Telepolis" gefährdet die geplante transatlantische Freihandelszone TTIP massiv die Arbeitnehmerrechte:"...wurde nun ein Aufruf gestartet, der die TTIP aus Arbeitnehmersicht kritisiert.Der zentrale Kritikpunkt lautet, dass das Abkommen grundlegende Arbeitnehmerstandards gefährdet. Schließlich haben die USA sechs von acht Normen der Internationalen Arbeitsorganisation nicht unterzeichnet, so die Begründung. Darunter befinden sich so zentrale Punkte wie das Abkommen zum Schutz der Vereinigungsfreiheit oder die Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit in Gefängnissen. Durch Zwangs- und Pflichtarbeit erst konnte ein "gefängnisindustrieller Komplex" in den USA entstehen, der mittlerweile eine zentrale Rolle in bestimmten Industriebranchen spielt. Auch das Abkommen für gleichen Lohn für gleiche Arbeit bei Männern und Frauen und eine Norm, die ein Mindestalter bei der Zulassung der Beschäftigung vorsieht, haben die USA nicht unterschrieben."

18.01.2014

Neoliberalismus und nouveau pauvre

"Neoliberalismus ist eine globale Ideologie. Eine Art permanenter Ausnahmezustand wurde in der ganzen westlichen Welt eingeführt. Diejenigen, die von der finanziellen Blase verführt wurden, müssen jetzt lernen, Konsum aufzugeben. Es sind nicht mehr länger ausgeschlossene Dritte, die leiden. In der ganzen Welt bewegen sich große Teile der Bevölkerung von wohlhabend zu nouveau pauvre (neue Arme) und von den Begünstigten der Macht zu den Ausgeschlossenen."Costas Douzinas (im Interview mit Jungle World, 16.1.2014)

18.01.2014

Revolutionäre Technologien vs. Armut und soziale Ungleichheit

"Man beachte, daß die vergangenen zwei Jahrzehnte der Informationsrevolution die höchsten Werte für Armut und soziale Ungleichheit seit Edisons Zeiten aufweisen, und zwar nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern in allen OECD-Ländern. Ein ganzes Füllhorn 'revolutionärer' Technologien hat nur wenig Revolutionäres bei all den Dingen bewirkt, die wirklich bedeutsam für eine erfolgreiche neue Zivilisation wären: gemeinsamer Wohlstand, demokratische Werte, Rechtsstaatlichkeit, breite gesellschaftliche Partizipation, Lösung von Umweltproblemen und Ressourcen für individuelle Verwirklichung auf allen Ebenen der Gesellschaft."Shoshana Zuboff (in FAZ vom 17.1.2014)

20.12.2013

Armut auf dem Vormarsch

"Armut auf dem Vormarsch - Jeder siebte Einwohner in Deutschland betroffen" titelt die "Berliner Zeitung".
"Ganze Regionen geraten in Abwärtsspiralen aus zunehmender Armut und wegbrechender Wirtschaftskraft, die soziale regionale Zerrissenheit hat eine neue Qualität erreicht, die Spaltung zwischen arm und reich ist tief wie nie (...) Armut in Deutschland befindet sich (...) dauerhaft auf dem Vormarsch. So hat der Anteil der von Armut bedrohten Personen zwischen 2006 und 2012 von 14 auf 15,2 Prozent zugenommen. Damit befindet sich die Armut auf einem neuerlichen Rekordhoch. Als armutsgefährdet gelten Personen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben. Für einen Single-Haushalt lag diese Grenze laut Mikrozensus 2012 bei gut 869 Euro. (...)
Verantwortlich für die Entwicklung ist aus Sicht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands vor allem 'die Amerikanisierung des Arbeitsmarktes', also die Zunahme unsicherer Beschäftigungsverhältnisse in einem wachsenden Niedriglohnsektor. (...)
Beträchtliche Divergenzen sind unter den Großstädten zu verzeichnen. Den mit 26,4 Prozent höchsten Armenanteil weist Dortmund auf, gefolgt von Leipzig (25,9) und Duisburg (25,1). Am geringsten betroffen sind München (11,4 Prozent) und Stuttgart (13,4)."
(laut Berliner Zeitung vom 20.12.2013)

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