Foto: Mapplethorpe
Patti Smith & her band / * Patti Smith w. Tony Shanahan, Jackson Smith & Seb Rochford
Tourdaten: 
29.07.2017
Mainz, Volkspark (open air) *
30.07.2017
Burg Herzberg (Festival) *
1
15.08.2017
Berlin, Zitadelle (open air)
16.08.2017
Hamburg, Stadtpark (open air)

Patti Smith & her band

Ende Dezember 2016 wurde Patti Smith sage und schreibe 70 Jahre alt – wer sie in den letzten Jahren auf der Bühne erlebt hat, sei es 2015 anläßlich ihrer gefeierten Tournee „40 years of HORSES“, sei es mit ihrem in den letzten Jahren entwickelten Showformat „An evening of words & music“, wird es kaum glauben. Publikum und Presse feiern die (neuerdings zunehmend raren) Auftritte von Patti Smith, standing ovations sind die Regel. Kaum eine Musikerin fasziniert die Menschen derart wie die „Schamanin des Rock".
In allen bedeutenden Feuilletons wurde Patti Smith ausführlich porträtiert, man sprach von „der einzigartigen Mystikerin“ (FAZ), der „Halbikone“ (SZ), der „Rock-Diva“ und „Galionsfigur der New Yorker Punkbewegung“ (NZZ), von einer „Meisterin der Anbetung und der Anverwandlung“ (Tagesspiegel), und „Draculas sanfte Tochter – die Poetin des Punkrock“ („Spiegel“):

„Auf der Bühne, als Musikerin ist Patti Smith sanfter geworden mit den Jahren, doch nicht weniger eindringlich. Ihr waffenloser Aufruf ‚People have the Power‘, den sie bei ihren Auftritten nie wegläßt, ist nicht Schlachtengesang, vielmehr die Hymne für einen Wunsch, der ihrer tiefen Religiosität entspringt, zu der sie sich seit den frühen Jahren in ihren Auftritten bekennt. Sängerin, Frontfrau, Performerin, Mystikerin, Dichterin, Malerin, Fotografin – Bilder-Macherin im schönsten Sinn des Wortes, das ist Patti Smith. Es gibt keine wie sie in unserer Gegenwart, sorgsame Sammlerin und Bewahrerin im Reich der Toten und der Lebenden, Begleiterin in der Wirklichkeit und in den Träumen.“   (Rose-Marie Gropp in der „FAZ“).

„Wer ist Patti Smith? Dichterin, Musikerin, Literatin, Künstlerin und Aktivistin, ‚Hohepriesterin des Rock‘. (…) Schon ihre frühen Platten synthetisieren Velvet Underground, Janis Joplin (also jedenfalls Bluesrock) und Spoken Word – kein Mensch kann sagen, zu was eigentlich. Nur, daß daraus schon der klassische Punk zu winken scheint, ist klar. Ihr Gesang klingt mal wie ein zürnendes Jauchzen, mal wie eine Turbovision von Nico (…), ein animalischer  Verismo. Eine selten gezogene, aber wesentliche Verbindung ist die von Fleiß und Punk, Punk und Disziplin. ‚Wer nicht hart arbeitet, wird es nie zu etwas bringen‘, sagte sie der SZ: ‚Daß Warhol nur mit Rumstehen Warhol wurde, ist ein Mythos. Er hat hart gearbeitet.‘ (…) Sie bleibt doppeldeutig. Sie ist mittendrin und Randfigur zugleich. Eine Halbikone. Keine Hohepriesterin, sondern eine fleißige, kluge Frau.“    (Juliane Liebert in der „SZ“)

„Ihre Stimme ist heute tiefer, wärmer als einst. Und selbst wenn sie beim Singen mal stockt: Ihre Zauberkraft ist stark und golden.“   (Nadine Lange im „Tagesspiegel)

„Gegen die Macht vorherrschender Moden und Ideale inszeniert sie ihr Frausein jenseits aller weiblichen Klischees. Mit ihren Hosenträgern und ihrem stolzen Blick auf dem Cover ihres Debütalbums ‚Horses‘ liefert Patti Smith ein Rollenmodell für Frauen jedweder Generation. (…)  Punk formuliert sich bei ihr eher in Haltung, Stil, in ihrer Androgynie. Die Rockmusik dient ihr oft lediglich zum Transport ihrer elaborierten Texte.“   (Frank Junghänel in der „Berliner Zeitung)

Kurz vor ihrem 70. Geburtstag trug Patti Smith bei der Nobelpreisverleihung in Stockholm Bob Dylans Song „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ vor, und ihr herzergreifender Vortrag ist mittlerweile legendär – das Abbrechen, das neue Ansetzen, „ich hatte nicht den Text vergessen, den ich völlig verinnerlicht habe. Ich war einfach unfähig, ihn zutage zu fördern“, schrieb sie in einem Essay im „New Yorker“. „Es ist dieser Augenblick des Unperfekten, eines Scheiterns, das in Wahrheit ganz allein menschlich ist, der ihre Darbietung unvergeßlich macht“, schrieb Frank Junghänel sehr richtig über diesen Auftritt.
Vielleicht ist genau das der Hauptgrund dafür, daß Patti Smith bis heute so erfolgreich, ja, wenn man genau ist, heute sogar weit erfolgreicher ist als in den Jahrzehnten zuvor – das Publikum spürt die Menschlichkeit und Glaubwürdigkeit einer klugen Frau, die Fans spüren die Ernsthaftigkeit einer großen Künstlerin, die sich nach wie vor bei jedem ihrer seltener werdenden Konzerte verausgabt, alles gibt. Und die in jeder Sekunde ihres künstlerischen Daseins, ob auf der Bühne oder in den Seiten ihrer Bücher, Haltung zeigt, in der Gewißheit: ein anderes Leben ist möglich. People have the Power!

"Die Wölfin - Gefährlicher als früher: Patti Smith' glorioser Auftritt in Berlin" titelte die "Süddeutsche Zeitung" vor einigen Jahren. Joachim Hentschel schrieb: „Der Furor der klugen, 67 Jahre alten Frau. Der irrwitzige Glaube an eine Macht der Wörter (...) Die Band spielt eucharistisch glühende Fassungen von 'Redondo Beach', 'My Blakean Year', 'Birdland' - bei dem Patti Smith mitten im Stück Dichterkladde und Lesebrille von sich wirft und sich tatsächlich in eine Wölfin verwandelt, die gefährlicher wirkt als früher. (...) Ungefähr drei Stunden nach Konzertende geht langsam die Gänsehaut weg." Und die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" schrieb über dieses Konzert: "Als Patti Smith dann 'Gloria' spielte, kletterten eben noch unscheinbare ältere Fans über Kirchenbänke und warfen vor der Bühne rhythmisch ihre Arme in die Lift. Bei 'Banga' fingen sie schließlich an zu jaulen. Als man, noch etwas entrückt, wieder auf die profane Straße trat, überall fragende Gesichter: Ist das wirklich passiert?"

Ja, so ist das bei den Auftritten der "Queen of Cool" (Michael Stipe über Patti Smith) - da lodert ein Feuer, da werden die sattsam bekannten und langweiligen Konzertrituale über Bord geworfen, da steht eine der sehr raren Persönlichkeiten auf der Bühne, die mit ihrer Energie, ihrer Glaubwürdigkeit und ihrer, ja, Erotik das Publikum verwandelt und verzaubert. Eine Künstlerin, die eine Vision anbietet, was Rock'n'Roll mal war und sein wollte - und eben immer noch sein kann: Eine Urkraft, die die Welt verändern kann.

Im August 2017 kommt Patti Smith mit ihrer Band das erste Mal seit der schon legendär gewordenen „40 years of Horses“-Tour zu zwei Open Air-Konzerten nach Deutschland.
Zuvor wird sie mit ihrer "anderen Band" - in der Besetzung mit ihrem Keyboarder Tony Shanahan, mit ihrem Sohn Jackson Smith an der Gitarre und mit dem schottischen Ausnahme-Percussionisten Seb Rochford - Ende Juli zwei Deutschland-Konzerte spielen.

--------------------

An evening of words and music with Patti Smith, Tony Shanahan, Jackson Smith & Seb Rochford

Wer Patti Smiths autobiographischen Aufzeichnungen „Just Kids“ aufmerksam gelesen hat, der weiß, daß sich Patti Smith viel eher umfassend als Künstlerin und definitiv als Lyrikerin versteht, denn „nur“ als Rockmusikerin. Zu Beginn ihrer Karriere im New York der 70er Jahre reüssierte die Künstlerin als Poetin - erst nach Begegnungen mit Musikern wie Tom Verlaine oder Lenny Kaye wurden ihre Gedichte auch vertont, und es begann die bekannte Weltkarriere als Rockstar, die 2007 zur Aufnahme in die "Rock and Roll Hall of Fame" führte. 2011 erhielt Patti Smith dann gar den "Polar Music Prize", der als der inoffizielle "Nobelpreis für Musik" gilt und wie dieser vom schwedischen König verliehen wird. Das "Time Magazine" wählte Patti Smith zu den 100 wichtigsten Menschen unserer Zeit. Und ihr weltweiter Bestseller "Just Kids" wurde mit zahlreichen Literaturpreisen, nicht zuletzt mit dem "National Book Award", ausgezeichnet. Unlängst erschien ihr neues Buch „M Train: Erinnerungen“ in deutscher Sprache.

"An evening of words and music…" – ein von ihr favorisiertes Format, in dem sie ihre Fans in exklusiven und intimeren (und eigentlich viel zu kleinen...) Konzertorten in den Mikrokosmos ihres Œu­v­res entführt. Patti Smith wird einige ihrer Texte vortragen, vor allem aber Musik machen, und zwar mit ihrem langjährigen musikalischen Weggefährten Tony Shanahan (der auch der Patti Smith Band angehört und hier u.a. Konzertflügel spielt), mit ihrem Sohn Jackson Smith und dem französischen Perkussionisten Seb Rochford.

"In der ausverkauften Apostel-Paulus-Kirche zeigte sich die Zukunft des Rock'n'Roll. Sie besteht zum einen darin, das eigene Werk am Leben zu erhalten und würdig fortzuschreiben. Und zum anderen heißt es, Abschied zu nehmen. (...) Hier flackert ihr unheiliger Geist auf, ihre offensive Erotik, ihre Fähigkeit zu unbändiger Leidenschaft und Unterwerfung, das Potenzial von Freiheit, Ekstase und Zerstörung, das ihre Aura ausmacht." (Rüdiger Schaper im "Tagesspiegel")

„Sie schreitet den Parcours ihrer Möglichkeiten ganz ab, von bald vier Jahrzehnten ist da zu sprechen. Zeit scheint für Patti Smith nicht entlang einer Schiene zu verlaufen, sondern ihr wie ein weiter, geräumiger Hof zur Verfügung zu stehen. Vielleicht bewegt sich die Zeit für sie in Schleifen, wie ihre Stimme, die in all den Jahren nur noch beweglicher geworden ist, oder wie die Töne auf einer elektrischen Gitarre, von der sie einmal gesagt hat, sie sei das einzige Maschinengewehr, das sie jemals gebrauchen werde. (…) Es hat sich schon immer gelohnt, Patti Smiths Texte zu verstehen und zu begreifen; denn sie ist ganz eigentlich eine Dichterin, und der Punk in ihr ist vor allem sprachliche Entäußerung, die Musik ihre Rhythmusmaschine (...) Zwei Stunden lang sind auf der Bühne nur Kraft, Musik, und jene Botschaften der Patti Smith, die diese Rock’n’Roll-Königin zur Predigerin machen: nicht sanftmütig geworden, aber geduldiger und noch aufregender als früher. (…) eine Herrscherin und ihr Publikum. Ihm schenkt sie zum Abschied noch in einer entgrenzten Performance ihren vielleicht stärksten Song, den „Rock’n’Roll Nigger“. Mit Pathos wird Geschichte gemacht.“   (Rose-Maria Gropp in der „FAZ“ über den Frankfurter Auftritt)

"Sie strahlte ein unglaubliches Charisma aus. (...) Patti Smith überzeugte wie lange nicht mehr..."  (Neue Zürcher Zeitung)

"Patti Smith besitzt eine coole, charismatische Bühnenpräsenz (...) Niemand bewahrt so leidenschaftlich die Überlieferung der weltweiten Lower-East-Side-Szene, also eine imaginäre und von ihr ständig erweiterte Familie von Paul (Symbolist) und Tom (Punk) Verlaine, zwischen Beat und Blank Generation." (Rolling Stone, Live-Review)

"Forever the queen of cool!" (Michael Stipe, R.E.M.)

 

--------------------

 

2015: "Horses"

2015 werden Patti Smith and her band auf einer Reihe von außerordentlichen Konzerten weltweit das komplette Album "Horses" (und weitere Karrierehighlights) performen. Wir sind stolz darauf, dieses einmalige Projekt, diese außerordentliche Show "Horses 1975 - 2015", mit acht Konzerten in besonderen Spielstätten auch in Deutschland präsentieren zu können - seit zwei Jahrzehnten hat Patti Smith nicht mehr derart viele Shows in Deutschland gespielt...

Dies ist der offizielle Ankündigungstext zu dieser Tournee "Horses 1975 - 2015":

Horses

            Do you know how to Pony?

            In the fall of 1975, Patti Smith gathered her band in Electric Lady Studios in New York City to record her debut album, Horses.  Released on November 10 of that year by Arista Records, it has come to be regarded as a seminal and landmark recording that continues to have resonance and relevance for succeeding generations of musicians and artists.

            Now, forty years later, Smith will honor the longevity and lasting influence of the album with a series of special shows centered around the album.

            “It will be a true, proud celebration,” Patti says of her intent to perform Horses in its entirety.  She will be accompanied by two members of the original group, Lenny Kaye and Jay Dee Daugherty, along with bassist / keyboardist Tony Shanahan, who has been a part of Her Band for twenty years.   Eight shows are scheduled in Germany, and special Horses concerts have been set for England, Italy, and France, as well as a hometown  anniversary show at the Beacon Theater in New York City on November 10 and 11. 

            Horses was conceived to be, in her description, “three chord rock merged with the power of the word.”  A performance poet and visual artist, Patti had begun improvising her unique blend of song and hallucinatory imagery two years before, appearing on cabaret stages and small clubs with the support of guitarist Kaye and pianist Richard Sohl.  She honed her songs in this live setting, allowing them to expand at will, garnering an ever-growing audience within the Manhattan underground.   By the time she launched a seven week residency at the then barely-known Bowery club, CBGB, in winter of 1975, her band had expanded to include guitarist Ivan Kral and drummer Jay Dee Daugherty.   It was during this time that she was seen and signed by Arista president Clive Davis.  John Cale was chosen by the band to produce the album, and it was released on November 10, the death date of one of Patti’s most important influences, the poet Arthur Rimbaud.     

            Opening with an anthemic declaration of personal responsibility – “Jesus died for somebody’s sins but not mine” – folded within Van Morrison’s classic “Gloria,” Horses presented a return to rock’s primal instincts, seeking to awaken the spirit and promise of the music at a time when it seemed as if this sensibility was at risk of being forgotten.  The album’s artistic reach took shape in the free-form flights of “Birdland” and “Land,” where the expansive soundscapes of free jazz and propulsive rhythms and incantatory lyrics intermingled to provide a sonic landscape where anything might happen.  More structured songs, like “Redondo Beach,” “Free Money,” “Kimberly,” and “Break It Up” presented a worldview both idealistic and romantic.  With the album’s final cut, “Elegie,” rock’s past and future were entwined within the “sea of possibilities” that became the present.  The music was infused with poetry, in an uncompromising artistic exploration that helped lay the groundwork for what would become known as the upheaval of “punk,” though Smith and her band always attempted to avoid categorization: “beyond race gender baptism mathematics politricks,” as Patti wrote in the liner notes, adding “…as for me I am truly totally ready to go.” 

            Robert Mapplethorpe’s iconic front cover photograph of Patti with her jacket slung over her shoulder perfectly captured this moment of becoming, and indeed, Horses was the beginning of a long musical career that resonates even greater today.  The album has achieved many notable recognitions over the years, included on many all-time best album lists, and by the Library of Congress in the National Recording Registry.  It has been followed by another nine albums of original material, books of poetry and a best-selling memoir, Just Kids; world tours and personal appearances, as well as induction into the Rock and Roll Hall of Fame.