Erschienen bei: Edition Tiamat, Mai 2019
Tour: "Wie Grosskonzerne die kulturelle Vielfalt zerstören" - Lecture-Shows
Tourdaten: 
24.08.2019
Leipzig, Pop Fest (Moritzbastei)
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01.10.2019
Oldenburg, Carl von Ossietzky-Universität
Eintritt frei!
1
02.10.2019
Bielefeld, Nummer zu Platz
Nur Abendkasse
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06.11.2019
Berlin, Most Wanted
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07.11.2019
Neustadt (Dosse), Literarischer Bilderbogen
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14.11.2019
Rudolstadt, saalgärten
Eintritt frei!
1
15.11.2019
A-Wien, Spitzer/Odeon-Theater (KlezMORE Festival)
19.11.2019
A-Kufstein, Fachhochschule
20.11.2019
A-Linz, Stadtwerkstatt
Eintritt frei!
1
21.11.2019
Esslingen, Komma
Eintritt frei!
1
22.11.2019
Geislingen, Rätsche
1
24.11.2019
Frankfurt, Mousonturm
Eintritt frei!
1
25.11.2019
Würzburg, Posthalle
Eintritt frei!
1
26.11.2019
Nürnberg, MUZ-Club
Eintritt frei!
1
27.11.2019
München, Harry Klein-Club
Eintritt frei!
1
28.11.2019
Regensburg, Degginger
Eintritt frei!
1
22.01.2020
CH-Schaffhausen, TapTab
23.01.2020
Reutlingen, franz.K
1

Berthold Seliger - Vom Imperiengeschäft

Vom Imperiengeschäft.
Wie Grosskonzerne die kulturelle Vielfalt zerstören.
Konzerte - Festivals - Clubs & Soziokulturelle Zentren - Soziales
 
In seinem neuen Buch beschäftigt sich Berthold Seliger mit den Hintergründen des Konzertgeschäfts unserer Tage. In detaillierten Analysen und Hintergrundberichten nimmt er die aktuellen Entwicklungen bei den Konzentrationsprozessen in der deutschen und internationalen Konzertbranche sowie die dubiosen neuesten Tricks im Ticketing zum Anlaß für konkrete Vorschläge, wie man mit konsequenter Gesetzgebung die Machenschaften der Konzerne eindämmen kann, die die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft gefährden.
Seliger hat die Besitzverhältnisse in den großen und mittleren Konzertfirmen und bei den führenden europäischen Festivals recherchiert und ist dabei Private-Equity- und internationalen Fonds-Gesellschaften auf die Spur gekommen, die eigentlich die Konzertbranche beherrschen. Nach außen herrscht ein neoliberaler „Jargon der Eigentlichkeit“, es geht um coole Events, um Spaß und um Selbstverwirklichung, doch wenn man hinter die Kulissen schaut, stellt man fest, daß die Live-Konzerne Musik und Künstler*innen nur noch für Brands und Marketing benötigen. Das große Geld wird heute mit Sponsoring, Ticketing und Big Data verdient, und die Großkonzerne der Konzertbranche haben kaum noch Interesse an Musik und Kultur, sondern nur an größtmöglichem Profit.

In einem weiteren großen Kapitel schreibt Seliger eine Geschichte der Festivals von Monterey und Woodstock bis Coachella und Burning Man, weist auf Fehlentwicklungen im Festivalgeschäft hin und erläutert den überraschenden Einfluß von Silicon Valley auf die heutige Festivallandschaft. Und er nimmt sich ausführlich der Essener Songtage 1968 an und beschreibt deren Geschichte sowie aktuelle Entwicklungen auf dem deutschen und europäischen Festivalmarkt.

Den Imperiengeschäften der Musikindustrie setzt Seliger das Konzept unabhängiger Musikclubs, soziokultureller Zentren und künstlerorientierter Festivals entgegen. Ihm geht es um das Entwickeln von Möglichkeitsräumen und utopischer Orte, in denen wieder eine Kultur jenseits der Konzerne stattfinden kann. Hier führt Seliger auch Diskussionen zusammen, die die Gesellschaft beherrschen und die meistens isoliert voneinander geführt werden: Was haben Smart Cities, die von einem der weltgrößten Musikkonzerne in Großstädten erbaut werden, mit den Mieten für die Bevölkerung und mit dem Clubsterben zu tun? Warum sind günstige Mieten eine wichtige Musikförderung? Wie kann es gelingen, den öffentlichen Raum für die Menschen zurückzugewinnen, die in den Städten leben? Seliger entwickelt eine Theorie des Kulturorte-Schutzes, der in direktem Zusammenhang mit der sozialen Situation von Musiker*innen und Kulturarbeiter*innen steht.

Der Grundgedanke von Seligers Überlegungen sind immer die Interessen der Musiker*innen und der Konzertbesucher*innen. Nur wenn sich diese auf allen Ebenen gegen die Imperiengeschäfte der Kulturindustrie wehren, wird die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft erhalten bleiben.

Seliger, „Deutschlands eloquentester Konzertagent“ (Berliner Zeitung), kennt die Zahlen und nennt die Namen. Teilweise liest sich „Vom Imperiengeschäft“ wie ein Wirtschaftskrimi.
„Seliger spricht Klartext, sein profundes Wissen über das Musikbusiness stammt aus erster Hand…“ (Der Standard)

In seinen lebendigen "Lecture-Shows" wird Berthold Seliger auch "Vom Imperiengeschäft" präsentieren, mit bewegten und nicht bewegten Bildern.
 
Das "Arte Journal" über Berthold Seliger und das Imperiengeschäft:
 

Pressestimmen

„Wie das Konzertgeschäft heute funktioniert, kann man nachlesen in Berthold Seligers neuem Buch 'Vom Imperiengeschäft', meines Erachtens ein Standardwerk."
(Steen Lorenzen, Radio Eins)

„Licht ins Dunkel! Eine Streitschrift entzaubert den Mythos der blühenden Konzertlandschaft. –
Der ebenso streitbare wie wortmächtige Berliner Konzertagent und Publizist Berthold Seliger hat ein neues Buch am Start. Es heißt
Vom Imperiengeschäft und handelt genau davon: Wie eine globale Veranstaltungsindustrie, also Unternehmen wie Live Nation, die deutsche CTS Eventim und AEG, mit monopolistischer Energie den Markt unter sich aufteilt und dabei Imperien errichtet, die es jederzeit in der strikten Businessorientierung wie dem Datenkrakentum mit den anderen Herrschern der digitalen Sphären aufnehmen, also mit Amazon, Google, Microsoft etc. Und wie sie dabei clever bis freibeuterisch die steuerlichen und juristischen Schlupflöcher nutzen und ihre Kundschaft weniger bedienen als vielmehr abschöpfen (...)
Das ist, weil aus jahrzehntelanger Insidererfahrung gespeist und mit akribischer Zahlenrecherche gefüttert, überaus erhellend; insbesondere, wo es darum geht, wie das eigentliche Konzertgeschäft im High-End-Bereich, der Gegend von Milliardenumsätzen, gar nicht mehr auf den Konzerteinnahmen selbst beruht, sondern das Geld in einem undurchsichtigen Ticketing-System aus symbolischer Verknappung, erstaunlichen Abwicklungsgebühren, Zweitmarktumtrieben sowie Werbeeinnahmen erwirtschaftet wird. Dabei bleiben die darbenden lokalen Veranstalter, die ihre Bands mit Leidenschaft und Loyalität entwickeln (müssen), auf der Strecke oder werden monopolymäig aufgekauft und abgestoßen. (...)
Ein höchst anregendes Buch, gründlich, kenntnisreich und leidenschaftlich.“

(Markus Schneider, Berliner Zeitung)

„Wem was gehört in der Branche und wieviel Geld damit verdient wird, darüber hat Seliger jetzt mit ‚Vom Imperiengeschäft’ ein kenntnisreiches Buch vorgelegt. Er beschreibt darin die weltweiten Verflechtungen der Unterhaltungsindustrie, etwa bei großen Musikfestivals.“
(ArteJournal)

„Man kann sich aus dem echten Abseits diesem Buch nähern – und trotzdem Spaß bei der Lektüre haben. Minutiös und mittels einer Vielzahl von Zahlen und Daten und voller glänzend gesetzter Pointen, bei denen ihm gerne mal Marx, Adorno oder Mark Fisher zur Seite stehen, zeichnet Seliger, bekanntlich selbst Konzertveranstalter, ein drastisches Bild dieses Strukturwandels. Die Eventisierung des Konzertbetriebs geht gewissermaßen mit einer Gentrifizierung des Konzertortes einher. (...)
Seliger kontextualisiert seine Kritik am Imperiengeschäft, indem er beispielsweise einen durchaus differenzierten historischen Panoramaschwenk der Festivalgeschichte integriert: von Monterey Pop über Woodstock, die Essener Songtage, Lollapalooza, Coachella, Roskilde bis hin zum leicht surrealen Burning-Man-Festival in der Wüste Nevadas. »They can’t take away our music«, sangen einst Eric Burdon and War. Tja, denkt man bei der Lektüre von Seligers Buch, aber alles andere wohl schon. (...)

Abgesehen davon, dass uns »Vom Imperiengeschäft« einiger Mythen beraubt und auf den aktuellen Stand bei einem Segment der Kulturindustrie bringt, sollte man auch Seligers konstruktive Vorschläge wie etwa die gewerkschaftliche Organisation von Musikern, eine feste Frauenquote auf Festivals oder die Zerschlagung großer Ticketfirmen bedenken.“
(Ulrich Kriest, Junge Welt)

„Seliger hat ein kluges, sauber recherchiertes und in der Diagnose knallhartes Buch über das von Großkonzernen okkupierte Musik-Abmelk-Business geschrieben: ‚Vom Imperiengeschäft’. Diese Analyse der Zumutungen der corporate-culture der akustischen und sonstigen Bewusstseinsbetäubungsindustrie sorgt für gediegene, also wohl begründete schlechte Laune und gut informierten Abscheu. Man liest das und weiß wieder, wo man lebt und weshalb man die Erbauer der Mehrzweckhalle am Ostbahnhof in die Hölle wünscht.“
(Peter Laudenbach, TIP Magazin Berlin)

„Berthold Seliger, owner and founder of Seliger Concert agency, speaks about the need for stricter antitrust legislation and enhanced consumer protection, plus the development and protection of independent cultural centres in order to preserve cultural diversity. A must-see for those interested in the ins-and-outs of the music industry.“
(TimeOut Beijing)

„Im Haifischbecken Musikindustrie ist er so etwas wie der Streiter für das Gute, Schöne und Wahre. In seinem neuen Buch durchleuchtet Berthold Seliger die Strategien profitmaximierender Großkonzerne, die das Konzert- und Ticketgeschäft beherrschen, die kulturelle Vielfalt zerstören und die Fans mit überhöhten Gebühren abzocken.“
(Zitty Magazin)

„Aber eigentlich geht es um die Gegenwart, nur halt nicht so, wie die das befiehlt, sondern so, wie Berthold Seliger in seinem neuen Buch „Vom Imperiengeschäft. Konzerte – Festivals – Soziales. Wie Großkonzerne die kulturelle Vielfalt zerstören“ mit Blick auf das schreibt, worauf alle dauernd hibbelig warten, weil die Konzernkatze es uns, den Kundenmäusen, dauernd ankündigt: „Jede vernünftige Maus sollte sich klarmachen, dass sie sich mit Katzen nicht abgeben darf.“ Als Brausepöter neu waren, hieß „Punk“: Junge Leute weigern sich, den alten Quatsch weiterzumachen (inklusive der vorhandenen Popkultur). Heute kann „Punk“ heißen: Alte Leute weigern sich, den neuesten Quatsch zu lernen. So krumm und kaputt geht Geschichte.“
(Dietmar Dath, FAZ)

„Jeder zieht jeden über den Tisch, kommentiert John Niven in seiner Nachschau lapidar die Musikindustrie, und Berthold Seliger belegt dies in seinem aktuellen Buch Vom Imperiengeschäft. Schon Das Geschäft mit der Musik – ein Insiderbericht las sich wie ein Krimi, trotz der nüchternen Akkumulation von endlosen Zahlen und Fakten. Seliger schließt an, und weiter geht’s mit den Machenschaften der drei Großkonzerne, die das weltweite Live-Geschäft krakenmäßig einkreisen: AEG, CTS Eventim und Live Nation. Das Imperium schlägt zu und verschlingt seine Kinder. Dabei verweist Seliger – wie Niven in seinen Romanen – auf die Parallelen zwischen der Musikindustrie und dem Drogenhandel. Bei beiden heiligt der Zweck die Mittel. Die sind auch illegal recht.“
(Cecilia Aguirre, Folker)

„Konzertagent Berthold Seliger übt heftige Kritik an den großen Drei: Anschutz, Live Nation und Eventim. (...) Tickets über 100 Euro sind keine Seltenheit mehr. Das hat Methode und macht die Kulturlandschaft kaputt.“
(rbb 24)

„Das neueste großartige Musikbuch des Musikanalytikers, Konzertveranstalters und Konkret-Autors Berthold Seliger. Und es geht natürlich wieder um viel mehr als nur Musik, es geht um die Welt, in der sie stattfindet, um die Zusammenhänge, die wir nicht hören können, wenn wir immer nur mitsummen möchten und der Rest uns einen Dreck interessiert...“
(Franz Dobler)

„Lesebefehl für alle, die sich mit den herrschenden Zuständen der Inwertsetzung künstlerischen Schaffens nicht abfinden wollen und nach Wegen suchen, etwas dagegen zu tun.“
(Klaus Lederer, Kultursenator und Bürgermeister von Berlin)

„Seligers kürzlich erschienenes Buch erzählt im Detail, wie das Geschäft mit dem Lebensgefühl von Freiheit, Rebellion und Pop entstand und in welchen Etappen es auf den Hund gekommen ist. (...) Vom Imperiengeschäft ist ein pessimistisches Buch, aber nicht mit Schaum vor dem Mund geschrieben. Seliger ist seit drei Jahrzehnten im Geschäft und liefert weniger eine Abrechnung als eine kenntnisreiche Geschichtsschreibung, die knallhart mit ideologischen Missverständnissen aufräumt. Auch das Lebensgefühl Pop ist Seliger alles andere als fremd. Er kommt regelrecht ins Schwärmen, wo er die Aufbruchsstimmung des Monterey Pop Festivals zwei Jahre vor Woodstock beschreibt – wo Musiker nach ihren Konzerten von der Bühne stiegen und sich in das schweigsam konzentrierte Publikum gesetzt haben. Überhaupt ein interessanter Strang: wie über Eventisierung der aktuellen Festivalgeneration die Musik immer weiter in den Hintergrund rückt. Seliger beobachtet gründlich und schreibt mit großer Lust. Und leider hat er wahrscheinlich auch noch recht.“
(Kreiszeitung Syke)

Ein Buch mit dem unverkennbaren Berthold-Seliger-Puls: Auf jeder Seite Fakten, Fakten, Fakten. Atemberaubend. Die Geschichten gehen unter die Haut. Das müssen Sie lesen, wenn Sie einen gesellschaftskritischen Blick ins Musikgeschäft suchen!“
(Matthias Meiners, Praeludio)

„Es geht im Imperiengeschäft nicht mehr darum, welche Ware man vertickt, sondern um die Errichtung möglichst umfänglicher Monopole, um Marktdominanz, bestenfalls im Zeichen ‚vertikale(r) und horizontale(r) Profitmaximierung’. Zu abstrakt? Schon, bis man dann von Seliger jede Menge originelles und glänzend aufbereitetes Material an die Hand bekommt, das einen sehr weiten Bogen zieht vom Monterey Pop Festival 1967 bis in die Gegenwart, um zu zeigen, dass und wie ein wie auch immer gegenkulturelles Paradigma in einigen Jahrzehnten Neoliberalismus bei gleichzeitiger Digitalisierung so komplett durchkommerzialisiert wurde, dass der provokante Vergleich von Drogenhandel und Konzert- und Festivalbranche durchaus tragfähig erscheint. (...) Weil sich die Eventindustrie zum Objekt von Hedgefonds und Private Equity Fonds verändert hat, vollzieht sich ein Strukturwandel hin zum Profit, weg von der Kunst. (...) Seligers datenreich unterfütterter Befund ist ernüchternd: ‚Das Konzertwesen, selbst das Live-Geschäft ist mittlerweile von der Musik vollkommen abgekoppelt.’
Abgesehen davon, dass uns
Vom Imperiengeschäft einiger liebgewonnener Mythen beraubt und uns auf den aktuellen Stand bei einem Segment der Kulturindustrie bringt, sollte man auch die konstruktiven Vorschläge – Mindestgagen, „Kulturortschutz“ –, die Seliger anbietet, bedenken. Und: nach diesem Buch wird man nie wieder einen Konzert- oder Festivalbericht ernstnehmen können, der nur von der Musik erzählt.“
(Klenkes, Stadtmagazin Aachen)
 

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Berthold Seliger:
Vom Imperiengeschäft.
Wie Grosskonzerne die kulturelle Vielfalt zerstören
Broschur, ca. 360 Seiten, € 20.- / E-Book: € 16,99
Mai 2019.
In allen guten Buchhandlungen erhältlich.