Akuelles Album: 
At Least Wave Your Handkerchief At Me: The Joys and Sorrows of Southern Albanian Song
Erschienen bei: Glitterbeat (Cat-No: GBCD/LP 053)

Saz'iso

(Albanien)

“Why not give yourself a break from the unending cavalcade of modern high-speed insanity, and rest up with this album of deep soul from Southern Albania.” (Ry Cooder)

Albanien ist quasi terra incognita auf der Weltmusikkarte. Manche haben in den 1990er Jahren mal die großartige Famille Lela der Permet erlebenkönnen, und es war Insidern immer klar, daß in dem so lange abgeschotteten Land auf dem Balkan noch etliche musikalische Schätze zu heben sind. Doch dazu brauchte es einen veritablen Musikkenner und renommierten Produzenten wie Joe Boyd, den ehemaligen Chef der legendären Plattenfirma Elektra (1960er) und Gründer des Labels Hannibal, der als Produzent nicht nur mit veritablen Rockbands (von Pink Floyd bis Nick Drake oder Maria Muldaur) gearbeitet hat, sondern in den 1990er Jahren auch für das wunderbare Bartok-Album der ungarischen Muzsikás zuständig war.

Saz’iso ist eine Gruppe von legendären albanischen Vokalisten und herausragenden Instrumentalisten, eigens zusammengestellt für die Aufnahme des Albums „At Least Wave Your Handkerchief At Me: The Joys And Sorrows of Southern Albanian Song“ (aufgenommen von keinem Geringeren als Grammy-Gewinner Jerry Boys, der u.a. für den Buena Vista Social Club oder Ali Farka Touré zuständig war), das auf Glitterbeat erschienen ist: schlicht ein musikalischer Traum!  

Diese Musik ist an Intensität kaum zu überbieten und erzählt von Freude und Trauer, von Liebe und Verlust, von Tragödien und heroischen Kämpfen. Stilmittel ist die typisch albanische Iso-Polyphonie, in der zwei Melodien miteinander verbunden und von einer Art „Drone“ unterstützt werden. Außerdem spielen Saz’iso traditionelle Tänze, die ihre Wurzeln in der Geschichte des Landes haben.
Virtuos und faszinierend, öffnet Albanien mit Sasz’iso ein musikalisches Schatzkästchen sondergleichen: Ein herausragendes Album und eine wunderbare Konzertproduktion, irgendwo zwischen Bratsch, Alim Qasimov und – ach lassen wir das: Saz’iso sind einmalig! Eben: „Deep soul from Albania“!

Pressestimmen:

„Für alles zwischen Liebe und Tod – Volksmusik als kollektives Lamentieren: Saz’iso aus Albanien.
Dass Volksmusik aus dem Land der Skipetaren zunächst einmal fremd wirkt und sehr melancholisch, hatte ich erwartet. Nicht aber das Unwiderstehliche, das in diesem balkanischen Stimmen- und Klanggeflecht schon nach dem zweiten, dritten Hören zum Vorschein kommt (...)
Was Saz’iso aufführt, ist tatsächlich ein kollektives Lamentieren: Die melodieführende Stimme prescht vor, eine zweite antwortet, die dritte fängt beide wieder ein. Geige und Klarinette doppeln nach, gesichert von Laute und Trommel. Man hört, wie der Klarinettist das Mundstück bearbeitet, wie der Geiger die Obertöne sucht und findet, wie die Sänger vor keiner Stimmbandstrapaze zurückschrecken.
Das ansteckend Musikantische ist jederzeit in Reichweite, aber in der kon‐ zertanten Darbietung arbeiten alle mit Hingabe am Ensembleklang (...)
Das Dokument einer musikalischen Sternstunde.
Das Klangbild der Allstar-Band ist perfekt, bei den meisten Stücken reichte laut Jerry Boys schon der erste oder zweite Take. Die Färbungen in den Stimmen und die Nuancen der Instru‐ mentalsoli zeugen von einer großer Könnerschaft ohne jede selbstverliebte Mätzchen, aber auch von einer bezwingenden Einfachheit, als hätte Saze in Reinkultur einen verborgenen popmusikalischen Kern – ein wenig wie einst bei jenem „Geheimnis der bulgarischen Stimmen“."

(Andreas Schäfler, taz)

„Ein einzigartiges Album.“ (Karl Lippegaus, WDR 3)

„At least wave your Handkerchief at me" [ist] ein beeindruckendes Zeugnis einer an die Ränder gedrängten Musiktradition. Über einem dronenhaften Grundton entwickelten Saz‘iso ihre Stücke über Liebesschmerz und das Wehklagen über Migration und Diaspora. […] Ein ganz besonderes Album.“
(WDR Cosmo)

„…ein wundervolles Album mit selten gehörter Musik.“
(Stefan Franzen, Folker)

Telando Fetos Klarinettenspiel ist für Jazzfans ein Hochgenuss.”
(Fono-Forum)