16.05.2014

Bonnie 'Prince' Billy, The Residents

Ein Triumph auf allen
Ebenen war nicht nur die erste und fast komplett ausverkaufte
Deutschland-Tournee von Bonnie ‚Prince’
Billy seit Ewigkeiten im März, sondern auch die kurze Europa-Tournee der Residents im Mai mit ihrem neuen
Programm „Shadowland“, das sich mit „birth, rebirth, reincarnation and NDEs (near death experiences)“ beschäftigt hat. Mit
solchen Künstlern und Bands arbeiten zu dürfen, ist eine sehr, sehr große
Freude und Ehre und ein unglaubliches Vergnügen, glauben Sie mir...

24.04.2014

News 04/2013

The Residents Die Residents feiern 2013 ihr sage und schreibe 40jähriges Bühnenjubiläum - was für eine Bandgeschichte! Sie haben das erste Musikvideo der Geschichte hergestellt (dieses und andere Werke findet man in der ständigen Sammlung des MoMa New York), sie haben die berühmten und viel zitierten (und plagiierten) "Eyeballs" erfunden und zum Funkeln gebracht, sie haben legendäre Filme gedreht, Videospiele und Comics erfunden und in Museen gespielt. Und bis heute weiß niemand, wer sich hinter den Masken der Residents verbirgt, der Band ist es gelungen, die Identität ihrer Bandmitglieder über vier Jahrzehnte geheim zu halten. Zu ihrem 40jährigen Jubiläum haben die Residents ein spektakuläres neues Programm einstudiert, das die Vielfalt ihrer gesamten Karriere wiederspiegeln wird: THE RESIDENTS' WONDER OF WEIRD. Sex, shrugs and anti-rock'n roll - it's all there in The Residents' "Wonder of Weird." Eigens für ihre europäischen Fans haben die Residents ein Video zusammengestellt, das Sie hier sehen können – mit aktuellem Livematerial von der jüngsten US-Tournee: "Wonder Of Weird" - das große kleine Rock'n'Roll-Welttheater der Residents - auf ihrer möglicherweise letzten Europatour im Frühjahr 2013 noch einmal zu bestaunen an vielen besonderen Spielorten in ganz Europa: Die Daten   Chuck Prophet Sie wissen: Der 1963 geborene Sänger, Gitarrist und Songwriter aus Kalifornien war in den 80er Jahren als Frontmann der legendären Rockband Green On Red (ich würde sagen: bis heute eine der besten Bands dieses Genres aller Zeiten, Wort!) bekannt geworden. Endlich kommt Chuck Prophet mit einer formidablen fünfköpfigfen Band auf Europatournee und spielt auch zwei Konzerte in Deutschland. "Seit zwei Jahrzehnten liefert Chuck Prophet ein tolles Soloalbum nach dem anderen ab" (Piranha), so auch "Temple Beautiful", die aktuelle Hommage an San Francisco: "Nuancenreich, unsentimental (...) funkelt und rumpelt vielmehr als lässiger, staunender Streifzug an der Schnittstelle von Mythos und Mumpitz, Fakt und Fiktion (...) Natürlich spielt Prophet seine Telecaster immer noch wie ein im Gitarren-Himmel gezeugter Bastard aus James Burton und Richard Thompson - und hat, wenn's richtig brennen soll, auch mal flugs eine Twin-Attacke à la Lizzy in den Händen." (Jörg Feyer im "Rolling Stone", 4 Sterne). "Einer der wertbeständigsten, zuverlässigsten Rock'n'Roller, der keine Gefangenen macht. Bei ihm sitzt wirklich jedes Riff, seine Musik ist druckvoll, pointiert und treibend, sein Gesang ungefähr so vermurmelt und phlegmatisch wie der Tom Pettys (...) ausgezeichnete Platte." (Edo Reents, FAZ) Und "live" sowieso eine Wucht und in der Extraklasse: "Man könnte sein Foto zu Erläuterungszwecken im Lexikon neben dem Begriff "Rampensau" abdrucken (...) mit funkensprühenden Songs, die klingen, als hätte ihr Autor das Genre Gitarrenrock eben erst eigenhändig erfunden. In seinem Genre ist der Mann ein Genie: Der Achtundvierzigjährige verfügt über die seltene Gabe, große Songs voller cleverer Pop-Haken zu komponieren, diese aufregend zu arrangieren und mittels seines Gitarrenspiels in höhere Dimensionen zu überführen. Ein unvergeßlicher Abend, und man geht mit dem Gefühl, einem Ausnahmeauftritt beigewohnt zu haben." (Eric Pfeil in der "FAZ"). Auch Chuck Prophet hat für seine europäischen Fans ein Video für diese Tour zusammengestellt: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=bHO97S8VM8Y Und wenn dieser Link hierzulande wieder einmal nicht funktionieren sollte, weil die GEMA eine Künstler- und Kunst-feindliche Institution ist, und Sie vor Ärger am liebsten Bomben schmeißen wöllten - trösten Sie sich hiermit, Chuck Prophet & The Spanish Bombs mit einer Coverversion von The Guns of Brixton:   Camper Van Beethoven Hurra! Eine der großartigsten Bands des Indie-Zirkus, eine Legende, mit hervorragendem neuen Album auf Tournee im Frühjahr (werden wir demnächst ausführlicher vorstellen): Die Daten  Van der Graaf Generator Die legendären Van der Graaf Generator werden im Juni fünf Deutschlandkonzerte spielen. Dabei stehen zwei lange Stücke im Mittelpunkt: Die Show wird "Flight" beinhalten, ihr Cover des ursprünglichen Peter Hammill-Solo-Stücks, das sie bisher nur in den USA und Japan aufgeführt haben, sowie eine neue Version von "A Plague of Lighthouse Keepers" von "Pawn Hearts". Zwei Kernstücke der Bandgeschichte, die die Herzen der Fans höher schlagen lassen dürften! Die Daten  Calexico Auf drei Tourneen 2012 und Anfang 2013 haben Calexico bewiesen, warum sie von Fans und Presse zu den besten Live-Bands überhaupt gezählt werden. Nachdem sie im Herbst mit ihrem neuen Album „Algiers“ Toppositionen der Album-Charts in ganz Europa erobert hatten, wählten die Leser des "Rolling Stone" die besten Calexico aller Zeiten auf Platz 4 der "Live-Acts des Jahres" (vor u.a. Coldplay, Bob Dylan, Muse, Jack White und den Beach Boys). Und ebenfalls auf Platz 4 der "Bands des Jahres" (vor u.a. The XX, Muse, den Toten Hosen, Coldplay, Radiohead, Led Zeppelin, Pearl Jam oder den Pet Shop Boys – sogar vor, mon dieu, vor Neil Young & Crazy Horse...). Wir gratulieren Calexico, wir gratulieren den "Rolling Stone"-Lesern zu ihrem guten Geschmack, und wir freuen uns auf die großen Sommer-Tourneen von Calexico im Juli und August 2013. Endlich können ihre europäischen Fans Calexico auch wieder auf Open-Airs und Sommer-Festivals erleben. Und Calexico bereiten gerade etwas ganz Besonderes vor: im Mai nämlich wird eine kleine EP erscheinen mit bisher unveröffentlichtem Material, und: mit einigen Coverversionen. Wir können jetzt schon verraten: Mit einigen sehr überraschenden Coverversionen! Und weil wir diesen Sommer Geburtstag feiern, laden wir Sie wieder mal zu einem Gewinnspiel ein: Tippen Sie eine Band, von der Calexico im Frühjahr eine Coverversion veröffentlichen werden! Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir 10 Jubiläumsgeschenke – Freitickets für die Calexico-Konzerte im Sommer und CDs. Senden Sie Ihre Mail mit dem Namen einer (!) Band bzw. eines Künstlers an info@bseliger.de. Einsendeschluß 22.4.2013. Die Daten (einige weitere Daten sind bestätigt, dürfen aber noch nicht veröffentlicht werden)   25 Jahre Konzertagentur Berthold Seliger Jubiläumsfestival: Patti Smith and her band - Calexico - Bratsch - Depedro 2013 feiern wir das 25jährige Bestehen der Konzertagentur. Zum 25. Geburtstag bereichert die Konzertagentur Berthold Seliger in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Veranstalter Trinity Music GmbH das Berliner Konzertgeschehen mit einem eigenen Festival – vier Bands spiegeln  die musikalische Bandbreite der Agentur wider: Patti Smith and her band, Calexico, Bratsch und Depedro. Patti Smith und ihre Band sowie Calexico werden volle Sets spielen (Bratsch 45, Depedro 30 Minuten). Sozusagen ein Geburtstagsfeuerwerk anspruchsvoller und spannender Musik. Ort: Citadel Music Festival, Berlin, Zitadelle Datum: Dienstag, 2.Juli 2013 - Einlaß: 17.00 Uhr - Beginn: 18.00 Uhr News Amparo Sánchez wird mit ihrer (zum Teil neu besetzten) Band zum ersten Mal das Material ihres neuen, von der britischen, französischen und spanischen Presse bereits gefeierten Albums "Alma de Cantaora" am 10.5. bei einem exklusiven kleinen Club-Konzert in Berlin vorstellen; weitere Daten im Sommer, eine Tournee wird für Oktober/November vorbereitet.

10.02.2014

BPB Zusatzshow

Bonnie 'Prince' Billy: Wegen der großen
Nachfrage gibt es eine Zusatzshow in Berlin, am Mittwoch, 5.3.2014,
ebenfalls in der Apostel-Paulus-Kirche. Tickets ab sofort im Vorverkauf,
die günstigsten (ohne Internet-Gebühr) wie immer auf unserer Website.
Für die Konzerte in Dresden, Hamburg und Frankfurt sind im Moment noch
Tickets verfügbar. Das Berlin-Konzert am 4.3.2014 ist praktisch
ausverkauft.

05.01.2014

BS auf Arte

"Gegen den Kommerz in der Musik" war der Titel eines Beitrages von Romy Sydow über "Das
Geschäft mit der Musik" und über Berthold Seliger am 3.1.2014 im "Arte Journal",
der "Tagesschau" des deutsch-französischen Kultursenders (mit Ausschnitten von Patti Smith und Daniel Kahn). Kann man noch sieben Tage auf "Arte +7" im Internet betrachten:http://www.arte.tv/de/7753050.html

12.12.2013

News 12/2013

Bratsch

Lassen Sie uns
nicht drumrumreden: Bratsch sind eine der besten Bands, die überhaupt live zu
sehen sind, was sie zuletzt auch bei großen Festivals (wie bei unserem Berliner
Jubiläumsfestival zusammen mit Patti Smith und Calexico, die sich als große
Fans der Band outeten, oder beim Frankfurter Palmengarten Open Air vor gut
1.000 zahlenden Zuschauern, oder beim Montreal Jazz Festival vor
Zentausenden...) nachdrücklich bewiesen.

40 Jahre - was
für eine einmalige Reise! Wie wenige Bands können auf vier Jahrzehnte
Bandgeschichte zurückblicken wie die französischen Superstars, diese "ausgefuchsten
Akustiker" (FAZ), die "Balkan Blues Brothers" (SZ).

Anläßlich ihres sage und schreibe 40jährigen Band-Jubiläums
erscheint im November 2013 eine fantastische Anthologie mit dem schönen und
sehr französischen Titel "Brut de Bratsch" (Harmonia Mundi) - es ist
eben wie bei alten Weinen und Jahrgangs-Champagnern: je älter, desto toller,
und genauso treibens auch Bratsch.

"Nie wieder Einfalt!", titelte Wiglaf
Droste mal über ein Konzert von Bratsch.

Diese Woche ist das neue Album von Bratsch erschienen - eine
große Anthologie aus vierzig Jahren Bandgeschichte, aus Altem und Neuem und
Wiedergehörtem und "Unerhörtem" - "Brut De Bratsch 1976 ->
2013". Drei CDs, eine DVD und ein 142seitiges (!) Booklet mit vielen
Schätzen und Fundstücken aus dem Bandarchiv. Das Jubiläumsprogramm hat im
Februar 2014 im Rahmen einer einwöchigen Residenz im Pariser Theater l'Européen
Premiere; im März/April 2014 stellen Bratsch das Programm auch live in D-A-CH
vor.

„Das Quintett der Individualisten scheint Synonym für
Kontinuität, vermittelt zeigt aber auch stilistische Offenheit und einen wachen
Geist. Von je her schlägt das Herz der Bratsch-Mitglieder für musikalische
Nomaden, insbesondere die Leidenschaft der Sinti und Roma. Traditionen aus
Osteuropa oder Armenien und die Freiheitsliebe des Jazz inspirieren ebenfalls
die von Bratsch meist selbst komponierten Stücke. So kreiert das Quintett eine
sehr persönliche, imaginäre Folklore, die im besten Sinne Weltmusik ist:
grenzenlos und integrativ, gleichzeitig respektvoll gegenüber den jeweiligen
Wurzeln. In den letzten Jahren, insbesondere auf dem jüngsten Album „Urban
Bratsch“, offenbart die Band auch in Songtexten politische Haltung. Gekleidet
in Poesie oder Sarkasmus thematisieren Bratsch die Ungleichheit von Arm und
Reich, die Vernachlässigung der Vorstädte und Steuerungerechtigkeit. (...) Das
sprichwörtliche Feuer, das mündliche Überlieferung bisweilen lebendiger
erscheinen lässt als akademische Forschung, lodert auch in Bratsch.“ 
(Norbert Krampf in FAZ, 2013)

„Melancholische Balladen,
herzzerreißende Liebeslieder und dann wieder ein abrupter Ausbruch der
Heiterkeit.“ (SZ)

„Bratsch sind die wohl beste Band, die je Jazz, Klezmer,
südosteuropäische und Romamusik vermischte.“   (Concerto)

16.3. A-Wien, Akkordeonfestival25.3. Helmbrechts, Oberfränkisches Textilmuseum26.3.
Regensburg, Alte Mälzerei27.3. Frankfurt, Brotfabrik28.3. Reutlingen, Franz.k 29.3. Leipzig, Nato30.3. Berlin, Grüner Salon (Volksbühne) 31.3. Dresden,
Dreikönigskirche 01.4. Hamburg, Fabrik 02.4. Worpswede, Music Hall03.4.
Düsseldorf, ZAKK01.6. CH-Zürich, El Lokal(weitere Daten in Vorbereitung)

01.12.2013

Mark Trovillon

Wir trauern um Mark Trovillion (aka Buddie-t), der am 10.10. in Chattanooga, Tennessee, an einem Herzanfall gestorben ist. Mark Trovillion war lange Jahre der Bassist von Lambchop, ergehörte zur Stammbesetzung der Band während all ihrer Aufnahmen und Europatourneen bis vor einigen Jahren und spielte außerdem u.a. mit Vic Chesnutt. Eugene Chadbourne schreibt über Mark Trovillion auf "All Music": "Yet it is a winning alternative to describing him as a rhythm section player from a city where that species is as common as discarded pine cones in a forest. It also trumps his use of the nickname "Buddy" and the subsequent confusion this may have caused in reference to other bass buddies such as Buddy Demon and Buddy Edwards.“ Mark war nicht nur ein großartiger Musiker, sondern auch ein wunderbarer, freundlicher, vielseitig interessierter Mensch. Wir sind sehr traurig.

01.12.2013

Lou Reed

Wir trauern um Lou Reed. Nachruf von Berthold Seliger in der „Jüdischen Allgemeinen“: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/17426 .

01.12.2013

Bonnie 'Prince' Billy

Bonnie "Prince" Billy hat dieser Tage ein neues, traumhaftes Solo-Album veröffentlicht. Leider ist es auf einem eher, ähem, romantischen Vertriebsweg erschienen: nämlich auf Will Oldhams eigenem Label, und der Vertrieb sieht so aus, daß der Künstler einen Packen CDs, LPs und, ja, Kassetten zu einem Plattenladen in Louisville geschleppt hat - so geht jedenfalls die Legende... Wir haben das Album auch in den USA für einiges Geld im Netz gekauft, können aber verraten: Es ist wirklich toll! Ganz im alten Stil. Albert Koch gab im Musikexpress 5 Sterne. Mit ziemlich großer Sicherheit wird mein neues kleines Büro Bonnie "Prince" Billy bereits im März 2014 endlich wieder in D auf einer kleinen Tour präsentieren können. Vorfreude ist die größte Freude.

01.12.2013

Berliner Zeitung Artikel

Selbsterwähnungsbusiness I: „Schöner Feiern mit Steuergeldern" ist der Titel des Leitkommentars im Feuilleton der "Berliner Zeitung" vom 9.10. Berthold Seliger erzählt, wie sich die deutschen Popfunktionäre von Gorny bis Neumann aus Steuermitteln, die eigentlich für die Spielstättenförderung gedacht waren, einmal eine fette Sause auf der Reeperbahn gegönnt haben. http://www.berliner-zeitung.de/kultur/popfoerderung-schoener-feiern-mit-... .

01.12.2013

Jungle World Interview

Selbsterwähnungsbusiness II: Unter all den vielen Interviews, die ich in den letzten Wochen zum Erscheinen meines Buches gegeben habe, war mir das mit dem ohnedies sehr geschätzten Maurice Summen (Staatsakt) für „Jungle World“ eines der liebsten; Titel: „Die Künstler müssen wieder lernen, ihre Macht zu nutzen!“ Es kann auch im Netz gelesen werden: http://jungle-world.com/artikel/2013/43/48701.html .

01.12.2013

Songs: Ohia, Magnolia Electroc Co.

Das Album Songs: Ohia - Magnolia Electric Co. des im März verstorbenen Jason Molina, mit dem wir lange zusammengearbeitet haben, ist gerade in einer Jubiläumsedition anläßlich des Erscheinens vor 10 Jahren neu aufgelegt worden. Wir schreiben das Jahr 2003 und beobachten den Übergang von dem einen zum anderen Projekt, das letzte Album von Songs: Ohia, aber eigentlich schon das erste Magnolia Electric-Album. Sicher eine würdige Art, an diesen einzigartigen Künstler zu erinnern. Auf Soundcloud kann man direkt die Demo- als auch die Albumversion von "Farewell Transmission" studieren: https://soundcloud.com/secretlycanadian/songs-ohia-farewell/s-ff8qN .

01.12.2013

Ausmitteilung II

Wer meine „Ausmitteilung“ Anfang Oktober aufmerksam gelesen hat, weiß, daß zwar die Konzertagentur Berthold Seliger nach 25 ½ Jahren zum Jahresende geschlossen wird, daß jedoch ein kleines, feines neues Büro zum 1.1.2014 öffnet: Berthold Seliger – Büro für Musik, Texte und Strategien. Dieses Büro wird ein paar andere Aufgaben haben als die bisherige Konzertagentur, ist aber andrerseits Rechtsnachfolgerin der bisherigen Firma und wird nicht nur die in 2014 bereits von KBS gebuchten Tourneen durchführen, sondern auch weiter einige wenige, ausgewählte Künstler betreuen: So werde ich in meinem neuen Büro weiter als Europaagent für Künstler wie Tortoise, The Residents, The Walkabouts, Big Harp oder Ben Zabo arbeiten, und für Künstler wie Bratsch, Patti Smith, Bonnie „Prince“ Billy oder Mamar Kassey werde ich auch in Zukunft die Tourneen in D oder D-A-CH veranstalten. Und Townes Van Zandt und Lou Reed werden für immer zum Künstlerstamm dieser Agentur gehören! Und sonst: lassen Sie sich überraschen...In meinem neuen Büro werde ich nach einigen alten Kriterien weiterarbeiten – z.B. generell nur mit Künstlern, deren Musik ich liebe, und generell ohne Sponsoring – aber auch einige neue Kriterien entwickeln. Zum Beispiel gibt es künftig grundsätzlich keine Zusammenarbeit mehr mit Managern, dafür ist mir meine Lebenszeit sozusagen zu kurz und meine Lebensqualität zu wichtig. Es gibt ausschließlich direkte Zusammenarbeit mit den Künstlern.Und: Mein neues Büro, das in Neukölln seine Anschrift hat, manchmal aber auch z.B. in Beijing oder in New York oder in der Auvergne oder in den Alpen IP-Adressen nutzen wird, ist nicht mehr telefonisch, sondern nur noch per Email erreichbar, und manchmal ist es auch ein oder zwei Wochen geschlossen, und zwar konsequent: Entschleunigung! Und wenn Tourneen zu organisieren sind oder meine Künstler Beratung brauchen, wird wie bisher hart und konsequent gearbeitet – ganz, wie es gerade nötig ist. Wir werden sehen, wo all das noch hinführt... Eine Frage, die mir in den letzten Wochen – und ich danke sehr für Hunderte von freundlichen und herzlichen Zuschriften! – sehr häufig gestellt wurde, ist die nach der Fortsetzung dieses preisgekrönten Rundbriefs – Sie wissen schon, „bester Newsletter der Musikbranche“ (laut Mersha-Award des Musikexpress/Rolling Stone) und so... Offensichtlich gibt es bei manchen Leuten den Wunsch, auch weiterhin einen Rundbrief aus meinem Haus zu beziehen – daher habe ich mich für eine Art „Opt-in“ entschieden: wenn mehr als die Hälfte der bisherigen AbonnentInnen des Newsletters den Rundbrief neu bestellt, wird er fortgesetzt. Sie haben es also selbst in der Hand – es braucht nur etwas mehr als dreieinhalbtausend Neu-AbonnentInnen. Es ist allein schon rechtlich notwendig, daß Sie sich neu bei unserem Newsletter-System eintragen und den Rundbrief bestellen. Wenn Sie also weiter den Rundbrief beziehen wollen (der künftig etwas unregelmäßiger, aber wahrscheinlich alle sechs bis acht Wochen, manchmal auch monatlich wie bisher erscheinen wird), darf ich Sie bitten, sich auf unserer Homepage entsprechend einzutragen – es hat zusätzlich den Vorteil, daß der Rundbrief künftig in anderem Layout via MailChimp verschickt werden wird, was die Lesbarkeit auf allen Systemen deutlich verbessern wird. Sie haben es also selbst in der Hand – ich freue mich auf Sie!

02.10.2013

Ausmitteilung

„Ausmitteilung“:Die
Konzertagentur Berthold Seliger wird zum Jahresende schließen, die Firma wird
zum 31.12.2013 nach 25 ½ Jahren abgemeldet.

Um gleich etwaigen Gerüchten deutlich entgegenzutreten:
diese Firma ist wirtschaftlich äußerst gesund, das laufende Geschäftsjahr wird
zu den zwei oder drei besten Jahren der Firmengeschichte gehören, und auch 2012
war ein sehr gutes Jahr. Und: Berthold Seliger erfreut sich im Rahmen der
Möglichkeiten eines nicht mehr ganz jungen Mannes bester Gesundheit und ist
guter Dinge.

Die Gründe, warum ich meine Firma schließe, sind, wenn man
so will, gesellschaftlicher, geschäftspolitischer wie auch privater Natur. Im
Wesentlichen gründet die Entscheidung, diese Firma zu schließen, auf der
Erkenntnis, daß das „Geschäft mit der Musik“ sich im letzten Jahrzehnt massiv
in die falsche Richtung entwickelt hat und sich für eine kleine Agentur wie
diese immer weniger Einflußmöglichkeiten ergeben, die Richtung des Schiffes
mitzubestimmen. Einige wenige weltweite Monopole dominieren den gesamten
Musikmarkt, ob es die Tonträgerfirmen oder das Live-Geschäft angeht. Die
Vielfalt der Kultur ist längst in Gefahr, während Konzerne zum Beispiel mit
Konzerten den größten Profit machen, ohne mit den Konzerten überhaupt etwas zu
tun zu haben – ich spreche von den Ticketingfirmen, die mit ihren absurden
Gebühren mehr verdienen als die Künstler und die Kulturarbeiter, die das alles
auf die Beine stellen. „World gone wrong“,
um es mit Bob Dylan zu sagen. Doch diese falsche Entwicklung findet sich auf
allen Ebenen. Wir sind nicht nur im Zustand der „marktkonformen Demokratie“,
wie sie Frau Merkel propagiert, nein, wir bewegen uns längst auch in einer marktkonformen Kultur. Man möge mir
verzeihen, aber mich interessiert die Frage, um die in unserem Geschäft längst
alles kreist, nämlich „wie viele Tickets verkauft die Band xyz?“, "wieviel
Profit kann ich mit Kultur machen?", deutlich weniger als die Frage der
Qualität der Musik, die eine Band spielt. Die erste Frage aller Musik ist –
taugt die Musik etwas? Kann diese Musik die Welt bewegen? Und dann erst kommt
die (natürlich auch wichtige) Frage, wie man mehr Tickets für die Konzerte der
jeweiligen Band verkaufen kann. Es kommt auf die Prioritäten an. Doch über
Inhalte wird immer weniger gesprochen, das „modern talking“ geht über Profite,
über Marketing, über Brands statt über Bands.

Machen wir uns nichts vor: Die Musikbranche war schon immer
ein Haifischbecken, auch schon vor 25 Jahren, als diese Konzertagentur
gegründet wurde. Die großen Plattenfirmen beispielsweise, sagte der legendäre John
Peel vor Jahren, „haben nie so getan, als
seien sie zu etwas anderem da, als möglichst viel Geld zu verdienen, von dem
sie den Musikern möglichst wenig abgeben. Sie sind Investitionsapparate.“ Klar.
Doch vor einem oder zwei Jahrzehnten trafen Sie auch in den großen
Plattenfirmen und auf allen anderen Ebenen des Musikgeschäfts auf Liebhaber,
auf Musikverrückte, auf Afficinados – während Sie diese heutzutage mit der Lupe
suchen müssen, und selbst in den sogenannten Indie-Firmen ist der
Musikliebhaber längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Mittlerweile hat sich
die Lage für jemanden, der sich als Kulturvermittler,
als Kulturarbeiter versteht,
dramatisch verschlechtert – übrigens auch das Wirtschaften in der
Musikindustrie als solches. Tugenden wie Vertrauen oder Loyalität, die Basis
eines old school-Business sind, wie ich es betreibe, werden zunehmend in den Hintergrund
gedrängt.

Sie können meine Analyse der Lage des „Geschäfts mit der Musik“ in meinem Insiderbericht, im dieser Tage
bei Edition Tiamat erschienenen gleichnamigen Buch im Detail nachlesen, ich
will Sie an dieser Stelle nicht mit langwierigen Erklärungen langweilen.

Sicher, meine Firma hat sich in mehr als 25 Jahren einen festen Platz im
Konzertgeschäft Europas erkämpft. Eine Position, aus der heraus man natürlich
noch weitere Jahre einigermaßen gesichert versuchen könnte, anspruchsvolle
Musik auf Tour zu bringen. Nur: wenn man etwas, in dem man sehr aktiv „drin“
ist, als falsch erkannt hat, sollte man nur noch einen sehr überschaubaren
Zeitraum darin bleiben, das ist klar. Es ist das alte Lied, daß es eben „kein richtiges Leben im falschen“ gibt,
wie Adorno in seinen „Minima Moralia“ sagte. It’s that simple.

Auch die Rahmenbedingungen,
unter denen man hierzulande, aber auch europaweit eine kleine Firma wie meine
Konzertagentur betreiben muß, tragen nicht gerade zur Lust aufs Weitermachen bei.
Jüngstes Beispiel: für Tourneeveranstalter wurde der ermäßigte Umsatzsteuersatz
von 7% auf Einnahmen aus Konzerten mit Beginn dieses Jahres endgültig beerdigt,
ab sofort muß man als Tourveranstalter 19% bezahlen. Das bedeutet aktuell einen
Einnahmenachteil meiner Firma von mehr als 50.000 Euro im Jahr – Geld, das in
schwierigen Zeiten von einer kleinen Firma nur unter größten Mühen
erwirtschaftet werden kann. Eines kann ich nach mehr als 25 Jahren
Konzertagententätigkeit sagen: Unterstützung aus der Politik hat man als
Betreiber einer kleinen Firma nie erhalten, das einzige, was ich von den
jeweiligen Regierungen gleich welcher Couleur erlebt habe, war, daß man Knüppel
zwischen die Beine geworfen bekommt, daß es immer mühsamer wird, eine kleine
Konzertagentur mit einem anspruchsvollen Programm in stürmischen Zeiten am
Leben zu erhalten. Das ist nicht der Grund, diese Firma zu schließen, es
erleichtert einem aber ganz sicher die Entscheidung...

Und es gibt noch eine persönliche Ebene, die allerdings wie alles
Persönliche auch in die Gesellschaft hineinreicht: Ich arbeite jetzt
seit fast 35 Jahren hart und bestreite mit meiner Arbeit meinen
Lebensunterhalt. Ich habe das Gefühl, es ist an der Zeit, dem Strudel der
harten Arbeit, des Sich-Definierens über Leistung, aber auch der
Selbstausbeutung und der ständigen Verfügbarkeit an sieben Tagen in der Woche
einmal über einem längeren Zeitraum entkommen zu müssen. Ich habe kein Erbe zu
verprassen – mir ist es lediglich in all den Jahren gelungen, ein paar Euro zur
Seite zu legen. Die werde ich nun in eine Art schöpferischer Auszeit
investieren, in zwei oder drei Jahre „Sabbatical“.
Sie wissen vielleicht, was man tun sollte, wenn man in einen Strudel gerät:
ganz runter bis auf den Grund, klar, und dann irgendwie seitwärts raus – das
ist die einzige Chance, einem Strudel zu entgehen. Ich habe mich also für das gepflegte Seitwärts-Entweichen
entschieden. Ich finde es richtig, im sozusagen „besten Alter“ eine Zeit lang
seitwärts aus dem Strudel entschwinden, statt mit all dem, was so lebenswichtig
ist, auf eine ferne (Renten-)Zeit zu warten, die uns Kulturarbeitern sowieso
eher „droht“ als lockt. All die Bücher lesen, die man schon lange lesen wollte.
Musik hören ohne den Druck, sie unter Verwertungsaspekten beurteilen zu müssen.
Reisen. Schreiben (zwei weitere Bücher sind in Vorbereitung...).

In Jan-Frederik Bandels Buch „Palette revisited“ erzählt Harun Farocki
von einem Dasein als Jugendlicher im Hamburg der 60er Jahre: „Wir sind jetzt 15, wenn wir zehn Jahre lang
nichts machen, haben wir immer noch genug Zeit, danach etwas zu tun. Das ist
eigentlich die Hoffnung, auszulöschen, was es an tradierten Auflagen gibt, und
bei der Stunde Null wieder neu anzufangen.“        Es mag einer Generation von Selbstoptimierern und Karrieristen eine
ungeheure Vorstellung sein, einfach mal ein paar Jahre auszusteigen, zu
„leben“, und danach erst an alles Weitere zu denken. Aber warum eigentlich? Was
ist so absurd an dieser Vorstellung? Ist es nicht viel naheliegender, in
„bestem Alter“ einmal ein, zwei oder drei Jahre aus dem Strudel seitwärts zu
verschwinden, neue Erfahrungen zu machen und danach zu sehen, wohin einen das
Leben noch so trägt, statt stumpf auf die Rente hinzuarbeiten? Natürlich ist
das die Umkehr der gesellschaftlichen
Produktivitäts- und Rentabilitätsideale – und genau das ist natürlich
ungeheuer reizvoll!

„Ein sonderbarer
Wahnsinn überwältigt die Arbeiterklassen der Länder, in denen die
kapitalistische Zivilisation herrscht. Dieser
Wahnsinn ist die Arbeitsliebe, die morbide, leidenschaftliche Arbeitssucht, die
bis zur Erschöpfung der Lebenskräfte des Einzelnen und seiner Nachkommen
getrieben wird“, schreibt Paul Lafargue, der Schüler und
Schwiegersohn von Karl Marx, 1880 in seinem leidenschaftlichen Text „Das Recht
auf Faulheit“. Nun ist, zugegeben, in meinem Leben „Faulheit“ eher schwer vorstellbar –
daß man aber von dem Wahnsinn namens Arbeitsliebe, von der „morbiden
Arbeitssucht“ wegkommen sollte, scheint mir hilfreich und eine Lektion, die
noch zu lernen sein wird.

Es gibt letztlich,
trotz alledem und alledem, wesentlich mehr gute Gründe, diese Agentur jetzt zu
schließen, als sie weiterzubetreiben.

Das heißt nun überhaupt nicht, daß ich der Musik völlig und für immer
den Rücken drehen werde. Es wird ein neues kleines, feines Ein-Mann-Büro geben:
ein „Büro für Musik, Texte und
Strategien“, das zum 1.1.2014 seine Arbeit aufnehmen und übrigens auch die
Patti Smith-Tournee im Februar 2014 und die Bratsch-Tour im März/April 2014 und
wohl auch noch die eine oder andere weitere Tournee veranstalten wird. Für
wenige ausgewählte Bands werde ich auch weiter als Europaagent arbeiten. Ein
kleiner Raum, kein Telefon, nur ein Email-Anschluß. Einzelne Projekte
durchdenken und/oder organisieren und/oder produzieren. Künstler und
Plattenfirmen und Projekte von Fall zu Fall beraten. Strategien entwickeln, wie
Künstler oder Kulturprojekte in schwierigen Zeiten überleben können. Ich werde
Stellung beziehen, wo, wann und wenn man mich dazu einlädt (und manchmal auch
ungefragt, wie gehabt). Und ein wenig Lehre wird auch dabei sein, ich werde
versuchen, vor allem junge Menschen an meinem Erfahrungsschatz teilhaben zu
lassen – ob das Künstler zu Beginn ihrer Karriere sind oder Menschen, die ihren
Weg im Kulturmanagement gehen wollen. Es hört ja nie auf, daß man etwas
bewegen, etwas ändern will. Nur, der Ort wird nicht mehr eine Konzertagentur
sein, die im Tagesgeschäft steckt und sich den immer heftiger werdenden
Turbulenzen des neoliberalen Markt-Getriebes ständig ergeben muß, um
erfolgreich zu bleiben oder wenigstens zu überleben. Nicht für einen Apparat
arbeiten, sondern für Ideen.

Im neuen Büro sowie unterwegs wird intensiv über Kultur, Musik und die Welt nachgedacht werden. Sich Zeit nehmen für
Gedanken und Strategien. Sich der
Pflicht zur absoluten und ständigen Betriebsamkeit widersetzen. Und es wird
auch darum gehen, sich mehr mit kulturellen
Partizipationsmöglichkeiten der Benachteiligten als mit
Distinktionsvorteilen der Bevorteilten zu beschäftigen. Doch zunächst einmal wird Chinesisch gelernt, und ich werde 2014 einige
Monate in China leben.

Das Musikgeschäft hat mein Leben über zweieinhalb Jahrzehnte immens
bereichert. Sowohl den intensiven Kontakt und Austausch mit den Künstlern, als
auch die oft partnerschaftliche oder doch zumindest vertrauensvolle, meist
angenehme Zusammenarbeit mit Veranstaltern, Partneragenturen, Plattenfirmen,
den Medien betrachte ich als ein Geschenk. Ich will nicht verhehlen, daß auch
ein bißchen Wehmut dabei ist, diese Entscheidung getroffen zu haben, weil sie
eben auch bedeutet, diese schönen Erfahrungen hinter sich zu lassen. Doch Patti
Smith hat in der ihr eigenen deutlichen Art sehr schön gesagt: „I don’t fuck so
much with the past, I fuck with the
future...“ Der Blick geht nicht so sehr zurück, sondern nach vorne. Ich
freue mich wie verrückt auf die Zukunft, die sicher nicht minder spannend und
nicht minder bereichernd werden wird. Sie dürfen sich Berthold Seliger als
glücklichen Menschen vorstellen...

13.09.2013

News 09/2013

In eigener
Sache: Das Geschäft mit der Musik
Soeben ist mein neues Buch mit dem
Titel „Das Geschäft mit der Musik“ bei Edition Tiamat erschienen. Aus dem
Promotext zu der Neuerscheinung:
Jeder hört Musik, doch kaum einer weiß wirklich, wie sie zum »Produkt« gemacht
wird.
Dieses Buch ist eine instruktive Einführung in fast alle Facetten des Geschäfts
mit der Musik.
Es wird erklärt, wie das Tourneegeschäft, die Plattenfirmen, das Copyright,
Sponsoring oder die Gema funktionieren, und der Autor diskutiert die aktuellen
Geschäftsmodelle und befasst sich mit der Rolle der Künstler und
Kulturarbeiter, aber auch mit ihrer miserablen sozialen Situation.
Doch dieses Buch ist auch eine Streitschrift für eine andere Kultur. Fast alle
Bereiche des Musikgeschäfts werden heute von Großkonzernen dominiert – die
Vielfalt der Kultur ist längst in Gefahr. Gleichzeitig erleben wir den
Quotenterror – es zählt nur noch, was sich »verkauft«.
Die Verhältnisse werden von Monopolen und der Politik, die den »Staatspop«
fördert, bestimmt.
Dem setzt Seliger ein Plädoyer für eine selbstbestimmte Kunst entgegen, die
nach anderen
Kriterien als denen des "Marktes" bewertet werden sollte.
Kapitel:
1 Intro. Melancholie und Dissidenz
2 Live-Industrie. Veranstalter, Agenten, Tickets und Big Data
3 Tonträgerindustrie. Plattenfirmen, Indies, Streaming und neue
Geschäftsmodelle
4 Copy? Right! Urheber, Verwerter und Nutzer im
chinesischen Jahrhundert
5 Gema. Afma, Stagma, Inka und Hadopi
6 Sponsoring. Bands und Brands
7 Die soziale Situation. Fame, Fun, Cash im Prekariat
8 Musikjournalismus. Kooperationen, Preislisten und ein Hengst im
Karpfenteich
9 Politik. Zeitkultur, Staatspop und die Rolle der Musiker
 „Der nicht nur ungewöhnlich geschmackssichere,
sondern mit selten gewordener Leidenschaftlichkeit keinem Streit aus dem Weg
gehende Konzertveranstalter“
(Berliner Zeitung) Berthold Seliger rechnet scharf, aber sachlich mit der
Musikindustrie ab.
„Überzeugungstäter aus Liebe (...) Man kann sagen, dieser Mann hat
einiges erlebt und kennt sein Business wie seine Westentasche. Seliger zeichnet
ein unprätentiöses und sehr genaues Bild der heutigen Musikszene, die von
vielen Unsicherheiten und sich auflösenden Grenzen geprägt ist (...) Wer das
Buch gelesen hat, dessen Sinne werden ein wenig geschärfter sein, wenn er sich
das nächste Konzertticket kauft oder morgens das Radio einschaltet.
Seliger ist ein Überzeugungstäter. Er liebt Musik, das merkt man seinen Texten
an. Deswegen plädiert er heftig und oftmals hoch unterhaltsam dafür, dem auch
hier regierenden neokapitalistischen Markt, dem es nur um Abverkäufe geht,
nicht kampflos das Feld zu überlassen.“ (Tina Manske, "Rocks")
„...ein wahrhaft augenöffnendes Buch. Ich
hoffe, das Buch macht Geschichte!“  (Jan
Reichow)
„Seliger geht es um den Kern des
Musikgeschäfts, der für ihn immer noch die Musik ist bzw. deren über das
Unterhaltende hinausgehende Kraft, die nicht nur den Körper, sondern auch die
Gehirnströme zum Schwingen bringen sollte. (...) Wie es kam, dass es so ist,
wie es jetzt ist – dass nämlich die Musikliebhaber gegen die reinen
Geldliebhaber in die Defensive gedrängt werden – beschreibt Seliger an vielen
Beispielen von Konzertveranstaltungen, Ticketing, Musikagenturen, Sponsoring,
GEMA, Musikpresse etc. (...) Seliger blickt weit über den Tellerrand der
Branche, um Hintergründe für (Fehl)-Entwicklungen zu finden, so beispielsweise
die Liberalisierungen im USA-Wirtschaftsbereich, die die Konzentration des
Radiomarkts vorantrieben. Überhaupt seien es oft Konzentrationsprozesse, die zu
Marktmacht und etlichen Ärgernissen von heute führten. (...) Seliger plädiert
für ein „Zurück zu den Wurzeln“ der Musikliebe und Widerstand gegen die
offensichtlichsten Absurditäten. Er fordert eine GEMA-Reform sowie finanzielle
Förderung von Clubs statt Staatsknete für Bands, die damit nur noch mehr
Mittelstandspop liefern würden. Und er fordert Haltung von Musikern gegen die
Umklammerung der Geldgeber. Jemand, der praktisch alles kritisiert, was in der
Musikbranche von heute gang und gäbe ist, wohlwissend, dass die Verhältnisse in
ihr letztlich nur eine Kopie dessen sind, was sich in allen gesellschaftlichen
Bereichen abspielt, gerät schnell in die Gefahr, als Träumer abgestempelt zu
werden. Kluge Leser werden sich davor hüten, weil sie spüren, dass der Autor
zwar manchmal polemisch, aber immer kompetent über eine Branche schreibt, die
er prinzipiell liebt. Weil sie nicht Klobürsten oder Tiefkühlpizza an die Leute
bringt, sondern Musik – ein Kulturgut.“  
(Gunnar Leue, „Musikmarkt“)
Soeben erschienen und in allen guten Buchhandlungen sowie als eBook erhältlich:
Berthold Seliger: Das Geschäft mit der Musik. Ein Insiderbericht.
Edition Tiamat, Critica Diabolis
Broschur, 356 Seiten.  18,00 Euro (eBook
€ 14,99)   
ISBN:
978-3-89320-180-8
Zu meinem
Buch biete ich eine Veranstaltung an, die eine Mischung aus Lesung, freiem
Vortrag und einigen bewegten Bildern (neudeutsch: "Visuals") ist.
Termine:
27.9. Hamburg, Reeperbahn-Festival20.10. Leipzig, Werk 222.10. Berlin,
Roter Salon
2014: 19.1. CH-Zürich, El Lokal21.1. CH-St. Gallen, Palace23.1.
Geislingen, Rätschenmühle24.1. A-Ebensee, Kino25.1. A-Wels, Schlachthof28.1. Bielefeld (t.b.c.)29.1. Düsseldorf, ZAKK30.1. Köln, King Georg

 

Almut Klotz &
Reverend Dabeler: Lass die Lady rein!
An
dieser Stelle wollten wir unsere „Tournee des Monats September“, nämlich die
Tournee zum neuen Album „Laß die Lady rein!“ von Almut Klotz & Reverend
Dabeler, ankündigen. Zu dieser Tournee wird es nun nicht mehr kommen.
Almut Klotz ist tot. In der Nacht vom 15. auf den 16.August ist Almut Klotz
nach längerer, schwerer Krankheit gestorben.
Gerade hatten wir noch über die endgültige Gestaltung des Posters geredet, und
an genau dem Tag, am letzten Donnerstag, hatten wir noch mit Reverend Dabeler
über die September-Termine der Tournee gesprochen, es ging darum, ob man die
September-Termine absagt bzw. verschiebt, weil die jüngste Chemo bei Almut
Stimmprobleme hervorgerufen hatte, und wir hatten uns um eine Woche vertagt, um
das weitere Vorgehen zu besprechen.
Ich war stolz darauf, das jüngste Projekt von Almut Klotz & Reverend
Dabeler begleiten zu dürfen. Da war so viel Hoffnung drin. Dieses Paar
"Almut Klotz und Reverend Dabeler". Diese Liebe, die vor Hoffnung
verrückt war. Die Hochzeit vor wenigen Wochen. Der Wunsch, auf der Bühne zu
stehen, die die Welt bedeuten kann.
Nun ist das Album "Laß die Lady rein" erschienen, eines der
wunderbarsten, hoffnungsvollsten deutschen Pop-Alben seit langer Zeit, mit
einer ganzen Reihe großartigster Songs. Im ganzen Herbst hatten wir Konzerte
geplant, im September, Oktober und November, immer nur zwei oder drei am Stück,
mit längeren Pausen zwischendrin, mit kurzen Distanzen. Jetzt bleibt nur noch
dieses Album. Und die Erinnerung an eine der tollsten deutschen
Popkünstlerinnen. 
Und mit Tränen in den Augen: "Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag,
Freitag, Samstag, Sonntag, sind ja kein Tag…"
Scheißspiel, dieses Leben!
Unser Mitgefühl gilt Reverend Dabeler und Almuts Familie.
Unsere Gedanken sind bei Almut Klotz. 
Uns bleibt nur, das Anhören des Albums zu empfehlen. Es lohnt sich! Songs wie
zum Beispiel „Mylord“ gibt es nur sehr wenige in der deutschen Popmusik mit
internationalem Format.

 

An
evening of words and music with Patti Smith, Tony Shanahan & Jackson Smith
Zu ihren Auftritten im
Sommer 2013 schrieb die Presse:
"In der musikalischen Form ihres
Lebens (...) Ein Pop-Ereignis!" (Leipziger Volkszeitung)
"Patti Smith besitzt eine coole,
charismatische Bühnenpräsenz (...) Niemand bewahrt so leidenschaftlich die
Überlieferung der weltweiten Lower-East-Side-Szene, also eine imaginäre und von
ihr ständig erweiterte Familie von Paul (Symbolist) und Tom (Punk) Verlaine,
zwischen Beat und Blank Generation." (Rolling Stone, Live-Review)
"Im langen Beatnik-Bewußtseinsstrom
von 'Land: Horses' beschwört sie Bibel, Ginsberg und Edward Snowden, bevor sie
in 'Gloria' biegt und mit ihrer berühmtesten Sentenz die Sündenschuld an Jesus'
Tod von sich weist." (Berliner Zeitung)
Als wir 2008, anläßlich der "Berlinale", das erste Mal in Deutschland
einen Abend mit „Music and Words“ mit Patti Smith veranstalten durften, zeigte
sich die Künstlerin nach dem Auftritt glücklich über das Format der Show und
verriet, daß sie sehr gerne weitere akustische Auftritte mit Songs und Lyrik
bestreiten würde. Allerdings ließ sich dies aus vielerlei Gründen bisher nur
selten realisieren, nur 2011 gab es drei derartige Auftritte - doch nun, im
Februar 2014, ist es endlich soweit, und Patti Smith wird exklusiv auf eine
kleine Deutschlandtournee gehen mit diesem Programm. Die Fans dürfen sehr
besondere Auftritte in exklusiven und intimen (und eigentlich viel zu
kleinen...) Konzertsälen erwarten. Patti Smith wird einige ihrer Texte
vortragen, vor allem aber Musik machen, und zwar mit ihrem langjährigen
musikalischen Weggefährten Tony Shanahan (der auch der Patti Smith Band
angehört und hier u.a. Konzertflügel spielt) und ihrem Sohn Jackson Smith. Wir
sind wahnsinnig stolz, daß wir dieses Wunschprojekt der charismatischen
Künstlerin 2014 realisieren dürfen!
"Patti Smiths 'Evening of Music
& Words' war auch nichts anderes als - ein Konzert! Aber dann doch ein ganz
besonderes, ganz besonders beglückendes" (Nürnberger Zeitung) einer "Ikone zum Anfassen, die in ganz
eigener Liga spielt und noch immer eine Klasse für sich ist"
(Frankfurter Allgemeine),
Die Tourdaten:
08.2.2014 Offenbach, Capitol /
11.2.2014 Hamburg, Kampnagel /
12.2.2014 Berlin, Apostel-Paulus-Kirche
(ein weiterer Abend im süddeutschen Raum wird am 9.2. stattfinden, darf aber
erst im Herbst veröffentlicht werden – watch out!)

 

Diese Tourneen werden wir in den nächsten Rundbriefen
ausführlich vorstellen oder haben wir bereits vorgestellt:
(neu hinzugekommene Daten fett)Depedro:
10.10. B-Brüssel, Ancienne Belgique
11.10. Geislingen, Rätschenmühle
12.10. Nürnberg, K4
13.10. CH-Zürich, El Lokal
15.10. Berlin, Comet
16.10. Leipzig, Werk 2
17.10. Hamburg, Knust
18.10. Worpswede, Music Hall
19.10. Frankfurt, Das Bett
20.10. Bad Saulgau, Franziskaner
22.10. A-Wien, B 72
23.10. A-Salzburg, jazz:it

Amparo Sánchez
(with band):
26.10. CS-Prag, Pilot
28.
10. A-Salzburg, jazz:it
29.10. CH-Zürich, Kaufleuten
30.10. Reutlingen, Franz.K
31.10. Frankfurt, Brotfabrik
3.11. Düsseldorf, ZAKK Einzeltermine
(neu hinzugekommene Daten fett)
Lambchop:
16.9. NL-Tilburg, Incubate Festival
Pere Ubu:
1.11. I-Torino, Spazio 211 Club / 2.11. I-Verona, Interzona Club / 3.11.
HR-Zagreb, Club Mochvara
Daniel Kahn & The Painted Bird:
7.11. Stuttgart,
Merlin / 9.11. Köln, Museumsnacht
Bratsch:
16.3.2014 A-Wien, Akkordeonfestival

 

News
Selbsterwähnungs-Business
I: „Miseria e Nobiltà – zur sozialen
Situation von Künstlern und Kulturschaffenden in Zeiten von Spotify, iTunes
und anderen gated communities“ lautet der Beitrag von Berthold Seliger auf der
Word-Konferenz der „Berlin Music Week“ diese Woche. Freitag, 6.9.2013, 11.40 im
Postbahnhof, Fritz 1. Wir sehen uns! –
Selbsterwähnungs-Business II: „Der
Boykott-Blues. Wie internationale Stars von Auftritten in Israel abgehalten
werden sollen“ hieß die Titelgeschichte, die Berthold Seliger für die
„Jüdische Allgemeine“ vom 9.8.2013 geschrieben hat. Ab sofort auch auf unserer
Homepage unter „Texte“. –
Selbsterwähnungs-Business III: Johnny Häusler hat Berthold Seliger in seine
Radio-Show „FluxFM Spreeblick“
eingeladen und sich mit ihm über das „Geschäft
mit der Musik“, aber auch über Musik als solche unterhalten.
Erstausstrahlung am Sonntag, 8.9.2013, 10-12 Uhr (Berlin, Bremen, Stuttgart),
Wiederholung am Montag 9.9. von 19 bis 21 Uhr, und danach auch online als
Podcast (dann allerdings ohne Musik). Achtung, Gewinnspiel: Berthold Seliger hat fünf
Musikstücke zu der Sendung mitgebracht – raten Sie, welche! Wer uns bis zum Donnerstag,
5.9.2013, 19.00 Uhr schreibt und fünf Tracks nennt, die BS mitgebracht haben
könnte, kann gewinnen: JedeR mit einem korrekten Vorschlag gewinnt eine
Freikarte für ein Depedro-Konzert im Oktober 2013! Wer mehr als einen Track
richtig geraten hat, bekommt sogar zusätzlich noch unsere „Absolutely Live
2013“-CD. Geschenkt! An: info@bseliger.de Alles ohne
Gewähr, wie immer, eh klar... –In
VorbereitungMamar Kassey (Niger): Dezember
2013 Daniel Kahn & The Painted Bird: Zusatztour Dezember 2013 Bratsch, „Brut de Bratsch“ – 40 Jahre Jubiläums-Tour: März 2014Unsere Spotify-PlaylistUnsere Spotify-Playlist im Monat
September bringt den 1.Satz der Hammerklaviersonate (gespielt von Igor Levit),
alten Gospel aus Arizona, Shuggie Otis, Tom Waits, Donna Summer, Turner Cody,
Jay-Z, Gloria Jones, Bessie Smith, einen Kriegsgesang der Komantschen, Marika
Papagika, Painkiller, Youth Lagoon, die Inntaler Sänger, Prince Fatty, Serge
Gainsbourg, Cowboy Jack Clement (R.I.P.!), Adriano Celentano, Fairport
Convention, Almut Klotz & Reverend Dabeler, Kacey Musgraves, Joey Bada$$
und viele andere. Friedrich Gulda spielt Bach, Hanns Eisler erzählt von Brecht
und Chaplin, und Nina Simone singt „Revolution“.
Sie finden unsere September-Spotify-Playlist hier: KBS 2013 09. Viel
Vergnügen!

19.08.2013

Almut Klotz

  

Es gibt Nachrichten, die will man nicht schreiben müssen.Almut Klotz ist tot. In der Nacht vom 15. auf den 16. August ist Almut Klotz nach längerer, schwerer Krankheit gestorben.Letzte Woche hatten wir noch über die Gestaltung des Posters geredet, und an genau dem Tag, am letzten Donnerstag, hatten wir noch mit Reverend Dabeler über die September-Termine der Tournee gesprochen. Wir waren stolz darauf, das jüngste Projekt von Almut Klotz & Reverend Dabeler begleiten zu dürfen. Da war so viel Hoffnung drin. Dieses Paar "Almut Klotz und Reverend Dabeler". Diese Liebe, die vor Hoffnung verrückt war. Die Hochzeit vor wenigen Wochen. Der Wunsch, auf der Bühne zu stehen, die die Welt bedeuten kann.Diese Woche erscheint das Album "Laß die Lady rein". Im ganzen Herbst hatten wir Konzerte geplant, im September, Oktober und November, immer nur zwei oder drei am Stück, mit längeren Pausen zwischendrin, mit kurzen Distanzen. Jetzt bleibt nur noch dieses Album. Und die Erinnerung an eine der tollsten deutschen Popkünstlerinnen. Und mit Tränen in den Augen: "Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, sind ja kein Tag…" Scheißspiel, dieses Leben!Unser Mitgefühl gilt Reverend Dabeler. Unsere Gedanken sind bei Almut Klotz.https://soundcloud.com/staatsakt/almut-klotz-wann-kommst-du 

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